Aichach / Christian Wille  Uhr
Das Kennzeichen „AIC HH 88“ war versehentlich wochenlang im Straßenverkehr unterwegs - ohne dass der Halterin die Verbindung zu „Heil Hitler“ klar war.

In Bayern hat ein Auto-Kennzeichen Aufsehen erregt. Eine Frau aus der Nähe von Augsburg war über mehrere Wochen mit dem Nummernschild „AIC HH 88“ herumgefahren.

In diese Zeichenkombination kann die Bedeutung „Heil Hitler“ hineininterpretiert werden. Daher hat das bayerische Verkehrsministerium angeordnet, dass diese Kombination ab 2010 nicht mehr herausgegeben werden darf. Das Landratsamt Aichach-Friedberg hatte dies versehentlich trotzdem getan.

„AH 18“ und „HH 88“ in Ulm erhältlich

Während diese Zeichenkombination ebenso wie „AH 18“ in Bayern unerwünscht ist und aus dem Verkehr gezogen wird, sind beide Kennzeichen für Ulm erhältlich. Woran liegt das und welche Nummernschilder sind in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis besonders begehrt?

Kennzeichen in Ulm und Alb-Donau-Kreis Diese Nummernschilder sind in Ulm verfügbar

Diese Kennzeichen werden in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis am häufigsten nachgefragt oder zurückgehalten.

Wie konnte das passieren?

Im System sei nicht mehr hinterlegt gewesen, dass dieses Kennzeichen nicht herausgegeben werden soll. Warum, ist unklar. Das sei aber auch nicht so wichtig, „viel wichtiger ist, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.“, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE.

Die Frau hatte das Nummernschild nicht beachtet, sie hatte es über ein Autohaus erhalten. Es sei kein Wunschkennzeichen gewesen, wie Müller betonte.

Ob Absicht oder nicht - auf manchen Autokennzeichen lassen sich mehr oder weniger vorteilhafte Wörter erkennen.

So fuhr die Frau wochenlang damit herum, ohne zu merken, dass sie damit irritierte Blicke auf sich zog. Bis schließlich ein Passant das Nummernschild fotografierte und das Bild „über Umwege“ zum Landratsamt gelangte. Dies reagierte sofort.

Entsprechend „erschrocken“ war die Fahrzeughalterin, als sie am 30. Januar den Anruf vom Landratsamt bekam und erfuhr, was es mit den Kennzeichen auf sich hat. Sie brachte das Schild direkt zurück zum Landratsamt. „Natürlich hat sie ein neues bekommen, das sie nicht bezahlen musste“, erklärt Müller.

Überziehen Autofahrer ihren fälligen HU-Prüftermin um mehr als zwei Monate, müssen sie mit einer Verwarnung von 15 Euro rechnen.

„Verbotene“ Kennzeichen

Bereits 1978 wurden fünf Kürzel für Kfz-Kennzeichen nach einer Weisung auf Bundesebene „aus dem Verkehr gezogen - seither sollen „KZ“, „NS“, „SS“, „SA“ und „HJ“ nicht mehr auf Nummernschildern landen. Mit einer Weisung des Bayerischen Ministeriums sind auch die Kombinationen „HH 88“ sowie „AH 18“ von einer solchen Regelung betroffen.

Beides ist „kein Verbot, sondern eine Weisung“, so Müller. Die entsprechenden Landkreise selbst würden letztlich über die Ausgabe der Nummernschilder entscheiden. Müller sei nicht bekannt, dass solche Kürzel in Umlauf wären.

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