„Ab dem 10. März haben wir die Auswirkungen von Corona richtig zu spüren bekommen“, berichtet Christian Schneider. Der Geschäftsführer des Neu-Ulmer Unternehmens „Shirtcity“ erzählt, dass der Umsatz zwischenzeitlich um bis zu 70 Prozent einbrach. Viele Kleidungsstücke, die Schneiders Team mit Wunschmotiven bedruckt und weltweit versendet, waren plötzlich nicht mehr gefragt. Schneider musste Kurzarbeit anmelden, er sah schwere Zeiten auf seinen Betrieb zukommen.

Beliebtestes Exemplar bei Shirtcity in Neu-Ulm: Mundmaske mit Europaflagge

Knapp zwei Wochen später hatte der 41-Jährige jedoch eine Idee: bedruckbare Mundmasken. „Not macht kreativ: Ich konzipierte sofort einen Prototyp“, blickt Schneider zurück. Anschließend engagierte er fünf Näherinnen und stellte das Produkt am 31. März in seinen Online-Shop. Die Stoffmasken mit verschiedenen Aufdrucken wurden über Nacht zum Verkaufsschlager und seien Schneider zufolge derzeit sogar gefragter als die T-Shirts. „Am besten gehen die Exemplare mit der Europaflagge weg. Auf Platz zwei stehen die Masken mit der Türkeiflagge“, vermeldet Schneider. Bei Kunden aus der Ulmer Region sei vor allem das Motiv „Don't mess with Ulm“ (Leg' dich nicht mit Ulm an) der Renner.

Die Mundmaske mit der Europaflagge als Aufdruck verkauft sich am besten.
Die Mundmaske mit der Europaflagge als Aufdruck verkauft sich am besten.
© Foto: Shirtcity

Coronavirus: Mundmasken bieten keinen Schutz

Schneider betont, dass seine Mundmasken keinerlei Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bieten. Sie seien lediglich als „humorvolles Accessoire“ gedacht. Es gehe um das Motiv, mit dem der Träger ein Statement setzt. „Humor ist auch in der aktuellen Situation wichtig. Ich würde mich freuen, wenn viele Masken-Fotos bei Instagram die Runde machen“, so Schneider.

Inzwischen versendet sein Unternehmen pro Tag mehrere hundert bedruckte Stoffmasken. Aufgrund der hohen Nachfrage hat Schneider die Kurzarbeit in seinem Unternehmen wieder aufgehoben. Sollte das Geschäft mit den Masken weiterhin florieren, möchte er noch mehr Mitarbeiter in der Produktion einstellen.