Am Freitagvormittag, den 15.01.2021, gegen 10:50 Uhr kam es an dem Bahnübergang Gomadingen-Marbach, nahe dem Landgestüt Marbach, zu einem schweren Zugunglück.

Triebwagen umgekippt - Mehrere Verletzte


Nach ersten Informationen ist einTriebwagen der Schwäbischen Alb Bahn mit einem Müllfahrzeug kollidiert. Beide Fahrzeuge kippten um. Verletzt wurden dabei der Lokführer und der Zugbegleiter, die alleine in dem Triebwagen der Schwäbischen Alb Bahn unterwegs waren. Während sich der Lokführer nur leicht verletzt selbst aus seinem Führerhaus befreien konnte, wurde der Zugbegleiter eingeklemmt und musste von den Feuerwehren befreit werden. Der Lenker des Müllautos, der alleine unterwegs war, erlitt einen Schock.

L249 bei Marbach nach Zugunglück komplett gesperrt

Zahlreiche Rettungskräfte, sowie Polizei- und Rettungshubschrauber sind vor Ort. Die Feuerwehren aus Münsingen, Gomadingen und Reutlingen sind ebenfalls am Einsatzort. Die L249 bei Marbach ist aufgrund der Rettungsarbeiten voll gesperrt. Für die Bergung hat die Schwäbische Alb Bahn zwei 60-Tonnen-Autokräne eines Spezialunternehmens angefordert, die im Laufe des Nachmittages am Unfallort eintreffen sollen. Die Bergung wird sich wohl über den ganzen Tag hinziehen, die Landesstraße 249 bleibt so lange gesperrt. Der Sachschaden liegt nach Angaben des SAB-Geschäftsführers Bernd-Matthias Weckler bei mindestens einer Dreiviertelmillion Euro.

Zahlreiche Rettungskräfte vor Ort

Im Einsatz waren vor Ort die Freiwillige Feuerwehr Gomadingen mit allen Abteilungen, außerdem ein erweiterer Rüstzug der Freiwilligen Feuerwehr Münsingen. Auch der Feuerwehrkran aus Reutlingen fuhr die Einsatzstelle mit mehreren Begleitfahrzeugen an, hier waren die Abteilungen Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte im Einsatz. Kreisbrandmeister Wolfram Auch machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild der Rettungsarbeiten.
Zugunglück am Marbacher Bahnhof

Zugunglück Zugunglück am Marbacher Bahnhof

Die Integrierte Leitstelle alarmierte zudem vier Rettungswagen des DRK und der Malteser aus Bad Urach, Münsingen, Engstingen und Reutlingen zur Einsatzstelle. Hinzu kam der Notarzt aus Münsingen, der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes, die Helfer vor Ort aus Marbach und die DRK-Bereitschaft Münsingen. Auch ein Rettungshubschrauber des ADAC flog die Unfallstelle an.
Ein Polizeisprecher sagte, dass es noch nicht ganz klar sei, ob der Zug in den Lastwagen oder dieser auf den Zug geprallt sei. Die Verkehrspolizei Tübingen hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.

Kritik an unbeschranktem Bahnübergang

Die Beteiligten äußerten vor Ort massive Kritik an der Tatsache, dass der Bahnübergang nicht durch eine Schrankenanlage gesichert ist. Immerhin befindet sich der Bahnübergang in unmittelbarer Nähe der Einmündung der Landesstraße 247 in die Landesstraße 249, welche die Bahnstrecke Gammertingen – Ulm an dieser Stelle quert. Laut Gomadingens Bürgermeister Klemens Betz ist die Gemeinde allerdings nicht zuständig.
Einen ausführlichen Artikel zum Zugunglück und den Rettungs- und Bergungsarbeiten gibt es hier.

Update: Bergungsarbeiten dauern zur Stunde noch an

Die Bergungsarbeiten dauern zur Stunde, 22.20 Uhr, nach Polizeiangaben weiterhin an. Bereits am Nachmittag waren die beiden 60-Tonnen-Autokräne vor Ort, um Mülllaster und Schienenbus wieder transportfähig zu machen. Auch eine Lokomotive der SAB wartet vor Ort darauf, den verunglückten Triebwagen abtransportieren zu können. Einen ausführlichen Bericht über die Bergungsarbeiten lesen Sie am Samstag auf unserer Internetseite.