Und wie sie sich abwatschen, die Clan-Oberen. „Ihr Schäfer send bloß faule Schippa-Loiner“, brüllt der Kirchenbauer oben auf der Weide.

Schwäbische Romeo-und-Julia-Variante

Für seinen Wutausbruch hat er allen Grund: Eben haben die Lämmer der Hirten die frisch gesäten Pflanzensamen des Landwirts abgefressen. Keine Kleinigkeit in einer Zeit, da Äcker und Saaten ganze Existenzen sichern. Aber nicht nur deshalb scheint das Band durchschnitten zwischen dem Schäfer- und dem Kirchenbauern. Zu spüren bekommen das besonders ihre Kinder, der Hannes und die Schäferlies. Denn sie lieben sich, während ihre Väter lustvoll um die Allmende streiten, das Land, das der ganzen Gemeinde gehört.

Bad Urach

So weit die Story dieser schwäbischen Romeo-und-Julia-Variante, angesiedelt auf der Uracher Alb zur Zeit Napoleons. Die Geschichte des Festspiels „D’Schäferlies“ ist bekannt: Viele Uracher sprechen das Stück auswendig mit, haben sich gefühlte 100 Mal mit Lies und Hannes bis zum Happy-End gezittert. Und dennoch, der Volkstheater-Evergreen funktioniert noch immer.

Fast 100 Jahre nach ihrer Uraufführung, die 1923 über die Uracher Bühne ging, bewegt die Mundardt- Lovestory Schäferlauf-Fans und Gäste, Junge und Alte. Davon zeugen auch dieses Jahr wieder die bestens ausverkauften Vorstellungen des „Lies“-Ensembles, allen voran der Ehrungsabend am Mittwoch.

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