Ein kleines Schild mit großer Bedeutung – die Falkensteiner Höhle ist nun offiziell mit dem Titel Geopoint ausgezeichnet worden. Die Höhle auf Gemarkung Grabenstetten, zuletzt eher wegen vermisster Höhlengänger in den Schlagzeilen, gehört damit zu den Hauptsehenswürdigkeiten im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb. Oder, wie es Markus Möller, Erster Landesbeamter des Alb-Donau-Kreises und Vorsitzender des Geoparks, ausdrückte: „Die Falkensteiner Höhle ist ein echtes Juwel.“

Zur Besucherlenkung

Die Geopoints seien Teil des Besucherlenkungskonzeptes für Touristen, die auf die Schwäbische Alb kommen. Es gibt rund 2800 Höhlen, da können wir mehr draus machen“, sagte Möller. Auch mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Rezertifizierung des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb müsse man „weiterhin immer besser werden“, so Möller. Dazu zähle zum Beispiel eine ausgeklügelte Beschilderung der Wanderrouten oder eben die Informationsvermittlung über die Sehenswürdigkeiten und geologischen Highlights.

Schilder mit QR-Code

Dazu dienen die Geopoints. Nicht nur, dass erste Informationen, in diesem Fall über die Falkensteiner Höhle, einer kleinen Schautafel zu entnehmen sind, über einen QR-Code auf der Tafel lassen sich via Mobiltelefon viele weitere Fakten, Bilder oder Videos vermitteln.

In den zehn Landkreisen, die dem Geopark Schwäbische Alb angehören, sollen mittelfristig 100 Geopoints eingerichtet werden. Die Falkensteiner Höhle ist die Nummer 28, im Landkreis Reutlingen nach dem Klopfplatz in Münsingen erst der zweite.

Dr. Siegfried Roth, Geschäftsführer des Geoparks, hat mit seinen Mitarbeitern schon weitere ernennenswerte Punkte im Landkreis ausgemacht: die Wimsener Höhle bei Hayingen, das Calverbühl oder die Höllenlöcher oberhalb Dettingens zählen zur engeren Auswahl. „Im Kreis Reutlingen haben wir eher das Problem, das wir unter den vielen geologische Hotspots eine Auswahl treffen müssen. Eine Ballung wie um Bad Urach herum findet man sonst nur noch im Raum Blaubeuren“, erläuterte Roth.

Geopark der Superlative

„Ein Geopark der Superlative“ nennt denn auch Hans-Jürgen Stede, Erster Landesbeamter im Landkreis Reutlingen, die Schwäbische Alb. Einer der größten Geoparks Europas, der höhlenreichste Geopark Deutschlands und die ältesten gefunden Kunstwerke Deutschlands belegen dieses Superlativ. „Bei uns kann man durch 200 Millionen Jahre Erdgeschichte reisen“, sagte Stede.

Neue Treppe zur Höhle

Der Anstieg zum Höhlenportal der Falkensteiner Höhle erfolgt seit wenigen Tagen über eine neue Steintreppe. Der Bau wurde durch eine Spende des Albvereins und durch die Gemeinde Grabenstetten finanziert, worauf Bürgermeister Roland Deh hinwies. Da Höhlengänger seit vergangenem Jahr im Rathaus Grabenstetten eine Genehmigung beantragen müssen, weiß man, dass in diesem Jahr rund 3000 Menschen in der Höhle waren. Diese Zahl solle trotz der Geopoint-Auszeichnung auch nicht erhöht werden, „alleine die Infrastruktur, etwa mit der begrenzten Anzahl an Parkplätzen, lässt gar keine sehr viel größere Besuchermenge zu als bislang,“ sagte Deh. Und daran solle sich auch nichts ändern.

Trotz steigender Touristenzahlen auf der Schwäbischen Alb machen sich die Experten um die Natur keine Sorgen. „Geologie wird kein Massenphänomen“, ist sich Dr. Roth sicher. Mit einer Ausnahme allerdings: dem Uracher Wasserfall. Hier müssten deutliche Hinweisschilder angebracht werden, dass die Besucher Moos und Kalkaufbauten zerstören, wenn sie die Wege verlassen, so Roth. Über die Falkensteiner Höhle macht er sich solche Sorgen aber nicht.

Das könnte dich auch interessieren:

Grabenstetten

Europäische und UNESCO Global Geoparks


Derzeit sind 74 Geoparks aus 24 Ländern Mitglied im Netzwerk der Europäischen Geoparks. Das Globale Geopark Netzwerk mit seinen 140 Mitgliedern in 39 Staaten ist Teil der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO).

Die 2015 als UNESCO Global Geoparks ausgezeichneten Einrichtungen verpflichten sich zur Bewahrung des geologischen, naturräumlichen und kulturellen Erbes, zur Vermittlung von Wissen über Erde und Natur sowie zur nachhaltigen wirtschaftlichen und geotouristischen Entwicklung. Nach fünf Jahren steht eine Rezertifizierung an, was auch für den Geopark Schwäbische Alb gilt.

Das im Jahre 2012 gegründete Nationale Forum der Globalen Geoparks in Deutschland, derzeit vertreten durch die Delegierten der sechs Europäischen und Globalen Geoparks, hat die Aufgabe, die Geoparkidee und die Geowissenschaften zu fördern, Empfehlungen bei der Nominierung neuer Globaler Geoparks zu geben und diese bei der Erarbeitung von Konzepten zur nachhaltigen Regionalentwicklung, Umweltbildung und Klimaschutz zu unterstützen.