Hechingen Unger plant Strandbar über Hechingens Dächern

Der Gastronom Marc Unger und die Maklerin Christina Beer von EJL auf der Dachterrasse des „Quartiers Neustraße“, früher City-Park. Hier wollen sie die Rooftop-Strandbar „Paradise Beach“ entstehen lassen – mit atemberaubender Aussicht auf halb Hechingen.
Der Gastronom Marc Unger und die Maklerin Christina Beer von EJL auf der Dachterrasse des „Quartiers Neustraße“, früher City-Park. Hier wollen sie die Rooftop-Strandbar „Paradise Beach“ entstehen lassen – mit atemberaubender Aussicht auf halb Hechingen. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / Von Hardy Kromer 14.09.2018
Der Gastronom Marc Unger will eine Attraktion schaffen: die Rooftop-Bar „Paradise Beach“ auf dem Quartier Neustraße.

Ein bisschen kann man schon davon träumen, im Liegestuhl auf dem Dach des „Quartiers Neustraße“ zu fläzen, die nackten Füße im warmen Sand, ein Glas Mojito in der Hand, gechillte Reggae-Musik im Ohr, einen exotischen Snack vor sich auf dem Tisch – und das alles in Gesellschaft guter Freunde und mit Blick auf einen atemberaubenden Sonnen­untergang hinter dem Schloßberg. So könnte sich ein abermals großartiger Sommer 2019 in Hechingen anfühlen, wenn es dem Gastronomen Marc Unger gelingt, seinen kühn anmutenden Plan von einer exponiert gelegenen Strandbar namens „Paradise Beach“ umzusetzen.

Der EJL-Chef ist überzeugt

Noch ist es ein Sommertraum, und der Weg zu seiner Verwirklichung führt nicht durch weichen Sand, sondern über viele Stolpersteine, die die Bürokratie zu  bieten hat. Das Baugesuch ist noch nicht gestellt, und der ehemalige „Schwarzbrenner“-Wirt fürchtet schon die Hechinger Bedenkenträger, die hinter jeder Altstadt-Ecke lauern. Doch das Konzept des 40-Jährigen hat immerhin schon einen wichtigen Mann überzeugt: Daniel Löwenstein. Der Chef der EJL-Gruppe, in deren Besitz der ehemalige „City-Park“ ist, hat sich Unger gegenüber bereit erklärt, für die notwendige Infrastruktur zu sorgen und die große Dachterrasse sicherheitstechnisch so aufrüsten, dass auf ihr eine Freiluft-Gastronomie betrieben werden kann. Dazu gehört eine 55 Meter lange, teilweise verglaste Ringsum-Brüstung, damit kein Partygänger in die Tiefe stürzen kann.

20 Tonnen Sand braucht’s

Marc Unger selbst hat schon sehr konkrete Vorstellungen, wie seine „Paradise Beach“-Bar aussehen könnte da oben in luftiger Höhe, wo jetzt noch grobe Kieselsteine das Flachdach bedecken. Ein bisschen nach dem Vorbild der „Sky Beach“-Bar auf der Galeria Kaufhof in der Stuttgarter Königsstraße will er die Eventlocation gestalten, wie sie die Zollernalb bisher noch nicht kennt. Dazu gehören zunächst 20 Tonnen feinsten Sandes, die mit einem Kran aufs Neustraßen-Dach gehievt werden und auf der 200 Quadratmeter großen Lokalfläche verteilt werden sollen– damit sich die Barbesucher wie am Strand fühlen. Wird das nicht zu schwer für das alte Fabrikgebäude? Marc Unger verneint. Der Hausstatiker von EJL habe das alles schon geprüft.

Im Sand sollen Liegestühle zum Chillen einladen, hölzerne Laufstege sollen an Palmen vorbei den Weg zur Cocktailbar und zur Hütte mit dem Essen weisen. Auf der Speisekarte will Unger „Surf and Turf“ bieten, eine Kombination aus Meeresfrüchten und Fleisch, wie man sie aus Steakhäusern kennt. Als Leckerbissen fürs Wochenende schweben ihm Sushi vor.

Außer an den Magen denkt der Gastronom auch an die Lungen seiner potenziellen Gäste: „Shishas auf hohem Niveau“ hält Unger für ein Muss, um die junge Generation anzulocken.

Luftschlösser, rauchumwölkt?

„Es gibt schon Leute, die mich für bekloppt halten“, räumt Unger, im Hauptberuf Industriemechaniker bei Tubex, ein. „Für Hechingen mag sich das in der Tat recht unrealistisch anhören.“ Doch er selbst glaubt an sein Konzept. Schließlich müssten an einem schönen Abend ja nicht 2000 oder 3000 Gäste kommen wie im Stuttgarter Vorbild. Mit 200 oder 300 wäre er schon zufrieden. „Ich bin sicher, dass das eine Attraktion für Hechingen wird, ein Magnet, der Leute aus dem ganzen Umland anzieht“, sagt Unger und appelliert: „Wir brauchen halt die Rückendeckung von der Stadt.“

Sollte das Baugesuch, das er nächsten Monat stellen will, einigermaßen glatt durchgehen, soll die Strandbar am 1. Mai 2019 öffnen – und dann jeden Sommer bis Mitte September geöffnet sein, nach Ungers Vorstellungen täglich bei gutem Wetter von 17 bis 23 Uhr. Nicht länger, schließlich soll auch entfernten Anwohnern keinesfalls der Schlaf geraubt werden. Wie man sich erinnert, war das ein Hauptgrund dafür, warum die Stadt Tübingen vor Jahren der dortigen Strandbar auf dem Dach des Neckar-Parkhauses den Garaus machte. Schmeißen möchte Marc Unger den Laden zusammen mit einem zehnköpfigen Team – mit etlichen Gesichtern, die man schon aus seiner Zeit im „Schwarzbrenner“ kennt. Zum Bedienen braucht er sie nicht alle, schließlich setzt er auf „Selfservice wie am Strand oder im Schwimmbad“. Aber er möchte am paradiesischen Strand über Hechingens Dächern auch immer wieder Veranstaltungen schultern: mal einen kolumbianischen Abend mit Salsa, mal einen Yogakurs im Sand, mal ein Bandkonzert, mal eine Feuershow. An Sonderöffnungen außerhalb der Sommersaison denkt er zu bestimmten Anlässen, wie etwa beim „Lichterglanz“ oder beim Sternlesmarkt.

Marc Unger steht mit der EJL an der Seite in den Startlöchern. Jetzt ist er gespannt, ob man ihn machen lässt.

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