Giraffen und Elefanten auf dem Göppinger Wochenmarkt? Wenn Georg Pfeiffer mittwochs mit seinem „Grill-ohne-kill“ vor Ort ist, dann streifen sie durch die Savannen auf seinem kunterbunt angemalten Imbisswagen. Kurz nach neun Uhr riecht es bei Georg Pfeiffer schon lecker, die Gemüsebrühe kocht, die Kartoffeln auch und Freundin Eva, ausnahmsweise mit an Bord, schält gelbe Karotten aus biologischem Anbau.

Menü aus Zutaten vom Wochenmarkt

Georg unterhält sich gerne und viel und er ist mit allen sofort per Du, mit den Marktkollegen sowieso und seinen Gästen auch. „Die Leute, die bei mir essen, sind doch meine Gäste, da kann ich doch Du sagen“, meint der 60-Jährige. Diejenigen, die das erste Mal zu Georg kommen, schauen etwas verdutzt, wer regelmäßig bei ihm isst, gehört schnell zur kleinen, eingeschworenen Gästegemeinschaft, die sich kennt und untereinander natürlich auch duzt.

Georg Pfeiffer war nicht immer mit dem Imbisswagen unterwegs. Er hat irgendwann einmal Fotograf gelernt, war dann internationaler Messeverkäufer und weltweit im Arbeitseinsatz. In aller Herren Länder hat er dort die gekochten Traditionsgerichte probiert, die Gewürze geschmeckt und den Geschmack verinnerlicht. „In der messefreien Zeit habe ich zuhause gekocht und die Geschmäcker nachempfunden“, erzählt Pfeiffer.

Vor zehn Jahren kam ihm der Arabische Frühling in die Quere, er konzentrierte sich auf  West- und Zentralafrika, 2013 war mit den Messen dann Schluss. Georg Pfeiffer ist ein Selfmademan, ein Jahr später hatte er schon seinen Einmann-Putzdienst ins Laufen gebracht. Seine Tochter, von den Kochkünsten des Vaters überzeugt, regte an, ein vegetarisches Restaurant zu eröffnen. „Ein richtiges Restaurant wollte ich nicht“, erklärt Georg, mit dem Gedanken in die Bewirtungsbranche zu gehen, trug er sich allerdings schon viele Jahre.

Und dann kam der Imbisswagen, ehemals ein Hähnchengrill, den Georg kaufte und rundum herrichtete. „Deshalb auch der Name Grill-ohne-kill“, schmunzelt Georg, der seine Gäste mit seinen Wortspielereien genauso unterhält wie verwirrt. Seit knapp drei Jahren steht Georg jetzt auf dem Wochenmarkt, angefangen hat er in Wendlingen, wo er auch wohnt, dann kamen Plochingen, Nürtingen und seit Herbst des vergangenen Jahres auch Göppingen dazu.

Mobile, vegetarische und vegane Küche

„Mobile vegetarische, teils auch vegane Küche“, beschreibt Georg Pfeiffer seine Speisekarte. Schwäbische und badische Speisen, verfeinert mit exotischen Gewürzen, zubereitet aus vorwiegend saisonalen Zutaten aus regionalem Anbau, möglichst biozertifiziert, serviert der Imbissbetreiber seinen Gästen. Ob Ofengemüse, Kartoffelstampf und Soße oder Kammut in Apfelsaft, Georg Pfeiffer zieht morgens um sieben durch die Göppinger Marktstände und kauft bei seinen Kollegen ein.

Nachhaltigkeit ist ihm wichtig, auch beim Geschirr. „Pappe oder Plastik gibt es bei mir nicht“, sagt er, sondern Teller und Besteck, die gespült werden. Viele seiner Gäste nehmen auch Essen mit, in den mitgebrachten Behältern. „Das lernen sie schnell“, schmunzelt Georg Pfeiffer. Georg sorgt fürs leibliche Wohl, aber er verteilt auch gerne Zuwendung, kennt viele Details aus dem Leben seiner Gäste und natürlich auch ihre Vornamen. Für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, hat er ein offenes Ohr, einen ­Kaffee und ein warmes Essen, und das gibt’s, bei Bedarf, auch gratis.

Auf der Kundenhitliste stehen Maultaschen, Ofengemüse und Pfannkuchen ganz oben. „Meine Gäste dürfen sich gerne auch etwas wünschen, das koche ich dann vielleicht beim nächsten Mal“, sagt Georg Pfeiffer.