Dringend notwendig sei der Breitbandausbau, sagte der Griesinger Bürgermeister Oliver Klumpp – um den ländlichen Raum zu stärken und eine Abwanderung der Menschen in die Ballungszentren zu verhindern. Daher will Klumpp die Versorgung mit schnellem Internet in Griesingen mit seinen rund 1050 Einwohnern zügig vorantreiben.

Am Donnerstagabend hatte der Bürgermeister zum Infoabend eingeladen, bei dem Experten über den zeitlichen Ablauf, die Kosten und andere Details für einen Hausanschluss mit Glasfaser informierten. Ein Vertreter der Firma NetzeSüdwest erläuterte parallel die Möglichkeit von Gasanschlüssen.

Mehrere Straßenzüge im Ort seien schon mit Leerrohren versorgt, berichtete Oliver Klumpp einleitend. Bislang seien für den Backbone-Ausbau Kosten von 116.000 Euro entstanden, denen ein Zuschuss von 50.480 Euro gegenübersteht. Um die gesamte Gemeinde mit Glasfaser zu versorgen, rechnet der Bürgermeister mit Kosten von rund 590 .000 Euro. Erwartet werden Zuschüsse von 330.000 Euro und 80.000 Euro aus dem Ausgleichsstock. Klumpp sprach von einem mittel- bis längerfristigen  Prozess, bis für ganz Griesingen schnelles Internet verfügbar ist.

Schnelles Internet ist ein „wichtiger Standortfaktor“

Wolfgang Koller, Fachdienstleiter beim Landratsamt für Breitband, nannte den Backboneausbau für den Alb-Donau-Kreis ein zentrales Thema, das schnelle Internet sei ein wichtiger Standortfaktor für Betriebe und auch für Familien. Mit 13 Millionen abgerufenen Fördergeldern habe der Alb-Donau-Kreis die höchste Quote in ganz Baden-Württemberg und damit die aktivsten Gemeinden beim Breitbandausbau.

Laut Projektleiter Daniel Müller von der Firma Geo Data, die für die Herstellung der Infrastruktur des Backbone verantwortlich ist, haben die Tiefbauarbeiten für die Trasse bereits begonnen. Sie kommt von Berg her und führt zum Griesinger Rathaus an einen zentralen Kasten mit 288 Verteilerschächten, damit jeder Haushalt mit einem Glasfaserkabel angefahren werden kann.

Ende des Jahres könne die  Glasfaserleitung verlegt sein, Netzbetreiber NetCom BW könne sie im nächsten Jahr in Betrieb nehmen. Die groben Kosten bezifferte Müller auf 1200 bis 1800 Euro pro Haushalt, je nach Abstand von der Grundstücksgrenze. In vier bis fünf Wochen könne man bereits mit den ersten Hausanschlüssen beginnen. „Griesingen hat das Glück, im Breitbandausbau an der Stadt Ehingen und ihren Teilorten dranzuhängen“, betonte er.

Zuhörer beim Infoabend stellen viele Fragen

Wie Jürgen Prestel von der NetCom BW mitteilte, komme das Unternehmen ins Spiel, sobald die Infrastruktur abgeschlossen ist. „Danach können wir innerhalb von sechs Monaten die Inbetriebnahme des schnellen Internets zusichern.“ Prestel erläuterte detailliert die Vorteile des FTTH (Glasfaser ins Haus) gegenüber Glasfaser bis zum Verteilerkasten. Letzteres garantiere kein schnelles Internet, weil der restliche Weg zum Kunden übers reguläre Festnetz per Kupferkabel zurückgelegt werden muss.

Vom Gasbetreiber Netze Südwest informierte Michael Harmuth zu den Kosten für einen Gasanschluss, bevor die Zuhörer viele Fragen stellten – zu möglichen Vertragsvarianten, zu technischen Details und wann man zu NetCom wechseln müsse, weil für bestehende Verträge noch Kündigungsfristen einzuhalten sind. Auch wollten Zuhörer wissen, ob die bisherigen Telefonnummern weiterverwendet werden können oder ob ein Wettbewerber die Netze von NetzCom nutzen kann.

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