Maskenpflicht Crailsheim: Michael Klunker beklagt „Zensur“ und verlässt die AWV-Fraktion
Michael Klunker, der 2014 über die Liste der Grünen in den Gemeinderat gekommen war, und 2016 zur Allgemeinen Wählervereinigung (AWV) gewechselt ist, hat die Fraktion verlassen und will künftig als fraktionsloser Stadtrat Kommunalpolitik machen. Damit hat die AWV-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat nur noch neun Sitze und fällt auf Rang 3, was die Größe der Fraktionen angeht, zurück. Die CDU hat 15 Sitze, die SPD zehn, es folgen AWV (9), Grüne (6) und Bürgerliste (2).
Michael Klunker hatte kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, als er sich in einer Gemeinderatssitzung kritisch mit der Maskenpflicht beschäftigt und mehrere Fragen an die Stadtverwaltung gestellt hat. Unter anderem hatte er behauptet, dass in Deutschland wohl schon drei Mädchen an einer Kohlendioxid-Vergiftung gestorben seien, weil sie Masken getragen hätten.
Michael Klunker beklagt Zensur aus AWV-Fraktion
Nun schreibt er in einer Pressemitteilung, dass er „einen ‚Sturm’ des Lobes aus der Bevölkerung“ wegen seiner Anfragen erhalten habe. Andererseits habe es in der Fraktion „ordentlich Ärger“ gegeben, er werde nun „als Verschwörungstheoretiker angefeindet“. Ferner schreibt er vom „Diktat meiner Fraktion“, dem er sich widersetze, indem er austrete und künftig unter dem Motto „Gemeinsam für Crailsheim (GfC)“ Kommunalpolitik mache. Zudem ist in der Mitteilung von der „unterschwelligen Forderung einer Vorabprüfung (Zensur) meiner Beiträge durch meine Fraktion“ die Rede. So etwas lehne er entschieden ab.
Seine ihm von der AWV-Fraktion übertragenen Aufsichtsratsmandate bei den Crailsheimer Stadtwerken und bei dem Energieversorger Ecoswitch will er behalten. AWV-Fraktionsvorsitzender Sebastian Klunker, der Bruder von Michael, kündigte für die morgige Gemeinderatssitzung eine Stellungnahme an.


