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: Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt - Veranstaltungen abgesagt

In Crailsheim verbreitet sich das Virus besonders schnell. Der Oberbürger­meister appelliert an die Bürger, im Freien grundsätzlich eine Maske zu tragen.
Von
Andreas Harthan
Crailsheim
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Was im Frühjahr noch eine Empfehlung war, ist nun Pflicht: das Tragen einer Alltagsmaske auf dem Wochenmarkt. Schon im April war OB Grimmer mit gutem Beispiel vorangegangen.

Archiv, Stadt

Die Stadt an der Jagst ist der Corona-Hotspot im Landkreis. Der Sieben-­Tage-Inzidenzwert liegt mittlerweile bei 121. Zum Vergleich: Im Landkreis, der ja inzwischen offiziell Risikogebiet ist, beläuft sich der Wert, der besagt, wie viele Menschen in den vergangenen sieben Tagen (hochgerechnet auf 100.000 Einwohner) an Corona erkrankt sind, auf 57,6. Um das Infektionsgeschehen in Crailsheim einzudämmen, hat die Verwaltung Maßnahmen ergriffen, die über die des Landkreises hinausgehen. So gilt ab heute auf dem Wochenmarkt Maskenpflicht.

Zudem empfiehlt Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer den Bürgerinnen und Bürgern dringend, generell im öffentlichen Raum eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. In einer Pressemitteilung verweist er auf die jüngste Corona-Verordnung des Landes, die vorschreibt, dass etwa in Fußgängerzonen eine Alltagsmaske getragen werden muss, wenn nicht gewährleistet werden kann, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Grimmer verweist explizit darauf, dass in Crailsheim dieser Mindestabstand „an vielen Stellen insbesondere in der Innenstadt“ nicht immer gewährleistet werden kann.

Am Montag hat der Corona-Koordinierungsstab im Rathaus beschlossen, dass alle öffentlichen Veranstaltungen bis 8. November abgesagt werden. Das betrifft städtische Veranstaltungen wie etwa den am kommenden Samstag geplanten Saisonauftakt der Konzertgemeinde genauso wie die Lesung von Buchautor Harald Jähner („Wolfszeit“), zu der das Stadtarchiv am Freitag eingeladen hat. Betroffen ist aber auch die Kulturinitiative Kultic, deren für den 30. Oktober geplante Veranstaltung entfällt.

Der Crailsheimer Oberbürgermeister wendet sich in der Pressemitteilung nicht nur an die Bürgerinnen und Bürger („Es liegt jetzt an jedem Einzelnen, seinen Teil dazu beizutragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“), sondern auch an die Schulleiter/innen. Grimmer rät ihnen „dringend“, die Unterrichtszeiten zu entzerren. So könne auch die Ansteckungsgefahr im Schulbusverkehr verringert werden. Immer wieder würden sich Eltern darüber beschweren, dass in Bussen und an Haltestellen Abstände und Maskenpflicht nicht eingehalten werden.

Alkoholverbot in Heilbronn

Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Heilbronn mit 80,6 erheblich niedriger ist als in Crailsheim (121), sind in der größten Stadt in der Region noch schärfere Maßnahmen getroffen worden. Die generelle Maskenpflicht auf Märkten und in Fußgängerzonen gibt es schon seit Freitag, nun sind eine Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr, ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot außerhalb der Gastronomie und ein Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum (zwischen 22 und 6 Uhr) dazugekommen. Diese Regelungen zielen, so Oberbürgermeister Harry Mergel, auf Bereiche ab, „die bislang wenig geregelt waren und wo das Risiko besonders hoch ist, das Virus zu verbreiten“.

Info

Auch das Finanzamt in Crailsheim ist bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. Telefonate können vereinbart werden.