Käthe-Kollwitz-Schule Crailsheim: Sigrun Lutz-Sigg bekommt einen Konfettiregen zum Abschied
Es ist still in der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS). Die Schüler sind schon in den Sommerferien, die Lehrer räumen in den Klassenzimmern die Reste des vergangenen Schuljahres auf. Den Weg zum Rektorat säumen Luftballons, Blumen, eine riesige Fotocollage und goldene Konfettischnipsel. Sonderschulrektorin Sigrun Lutz-Sigg hat ihren letzten Arbeitstag: Die Schüler, die Lehrer und Bettina Hey, die leitende Schulamtsdirektorin des Staatlichen Schulamts Künzelsau, haben sich in den vergangenen Tagen von der Schulleiterin verabschiedet.
Kleine, persönliche Abschiede
„Es war ein ganz besonderer Abschied unter Corona-Bedingungen“, erzählt Lutz-Sigg, „am Ende stand ich im Konfettiregen.“ Da eine große Abschiedsfeier nicht möglich war, gab es viele kleine, sehr persönliche Abschiede – angefangen mit einem Kaffeebesuch der leitenden Schulamtsdirektorin, die betonte, dass sich Lutz-Sigg „in außerordentlicher Weise und unterschiedlichen Funktionen um die Käthe-Kollwitz-Schule verdient gemacht“ habe, über einen Flashmob der Schüler im Pausenhof bis hin zur Kollegenfeier am Ende der letzten Konferenz. „Es war alles sehr schön, emotional und ‚typisch käthe’“, so Lutz-Sigg.
Die 67-Jährige verlässt die Schule, an der sie 44 Jahre lang tätig war, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil sie weiß, dass die KKS gut dasteht – sowohl konzeptionell als auch baulich. Die Schule wurde in den letzten Jahren generalüberholt. Ihre Nachfolgerin Monika Besel, die die KKS kommissarisch leiten wird, kann an die erfolgreiche Arbeit anknüpfen.
Das weinende Auge rührt zum einen von der ungewissen Zukunft, die die schulorganisatorische Untersuchung mit sich bringt. Wird das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Lernen in seinem Schulgebäude neben der Eichendorffschule bleiben oder steht ein Umzug in die Innenstadt an? Zum anderen ist Sigrun Lutz-Sigg mit ganzem Herzen Sonderschullehrerin und kann sich noch nicht so recht vorstellen, dass sie den 14. September, den ersten Tag des neuen Schuljahres, nicht in der Schule verbringen wird.
Lutz-Sigg war sechs Jahre lang Schulleiterin
Seit September 2014 leitete Lutz-Sigg die Käthe-Kollwitz-Schule. Davor war sie, ab 2004, Konrektorin. Von 2005 bis 2014 war sie außerdem als Leiterin für die Beratungsstelle für sonderpädagogische Frühförderung verantwortlich. Die Beratungstätigkeit im Rahmen des sonderpädagogischen Dienstes war seit 2000 ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit. Von 1998 bis 2005 war Lutz-Sigg Pädagogische Beraterin beim damaligen Staatlichen Schulamt Schwäbisch Hall.
Lutz-Sigg ist in Munderkingen an der Donau geboren und aufgewachsen. Sie studierte in Reutlingen Grund- und Hauptschullehramt. Nach der zweiten Dienstprüfung setzte sie noch ein Studium Sonderschullehramt obendrauf. „Das war genau richtig für mich“, sagt die Ruheständlerin. „Ich habe wahnsinniges Glück gehabt, an dieser Schule zu landen – mit den Menschen, die mir begegnet sind und den Aufgaben, die kamen. Die erfüllendste Zeit seien die letzten sechs Jahre in der Funktion der Schulleiterin gewesen: „Das war eine sehr intensive, herausfordernde Zeit.“
In den nächsten Wochen möchte die 67-Jährige Zeit bei ihrem erwachsenen Sohn in Berlin verbringen, sich mit Kunstgeschichte beschäftigen und „erst mal Ferien machen – und so tun, als wären es Ferien“.




