Es ist ein Geschwisterpaar aus dem Nürnberger Land, das den Schuhplattl-Workshop am Freitag, 18. September, nach Crailsheim bringt. Aline Kurde und ihr Bruder Sven alias „Plattl-Schorsch“ sind mit einem Trachtenverein aufgewachsen, wo Schuhplattln dazugehörte.
Doch es war ausgerechnet ein Jodelkurs, zu dem die Eltern das Geschwisterpaar schickten, der ihnen die Idee lieferte, Schuhplatteln als Workshop anzubieten – angesichts des großen Interesses, das dem traditionellen Gesang entgegenschlug. Zwar sind die beiden aus Franken, doch Sven Kurde betont: „Auch wir Franken ziehen gerne die Lederhose an.“ Und die braucht es, um einen Schuhplattler richtig ausführen zu können. „Die Lederhose ist von Vorteil, weil man sich ordentlich auf die Schenkel klopft und mit Jeans kann das dann schon mal rot oder sogar blau werden“, rät der Plattl-Schorsch zum traditionellen Gewand.
Das sieht dann auch noch fesch aus, was wiederum zu den historischen Wurzeln des Schuhplattelns passt. „Eigentlich ist Schuhplatteln ein Werbungstanz, mit dem man früher versucht hat, die Frauen zu beeindrucken“, erklärt Sven Kurde. Er ordnet den Tanz aber inzwischen ganz anders ein: „Es ist eine Sportart und man kommt ordentlich ins Schnaufen. Die Zeiten, in denen die Madln im Dirndl nur dekorativ danebenstanden und einige wenige Drehungen zum Tanz beisteuerten, sind heute vorbei – zumindest im Workshop der Kurde- Geschwister. Frauen in Lederhosen, die mitplatteln wollen, sind ausdrücklich erwünscht.“
Viele Firmen, Junggesellenabschiede und Kirchweih-Burschenschaften haben den Spaß schon mitgemacht. „Es macht den Leuten wahnsinnig viel Spaß und jeder ist dafür talentiert, wenn er bis elf zählen kann und keine Rechts-Links-Schwäche hat“, erklärt Kurde. Er ist im echten Leben Musiklehrer und deshalb damit vertraut, anderen etwas beizubringen.
Im ersten Workshop werden das zuerst die Grundlagen sein, die im Vierviertel- und im Dreivierteltakt getanzt werden. „Es gibt Grundschläge, genau wie die Grundschritte beim Tanzen. Da­rauf baut dann alles auf“, erklärt er. Musik gibt es zwar vom Band, aber Aline Kurde wird auch die Ziehharmonika auspacken und die ersten Plattl-Gehversuche mit Livemusik unterstützen.
Zum Aufwärmen am Anfang gibt es einen Schnaps und dann folgen Trockenübungen und der erste Durchgang der Grundschritte mit dem Ziel, die Schläge in der Gruppe synchron hinzubekommen. Schwieriger wird es dann wenn ein Kreis gebildet wird, bei dem das Gegenüber plötzlich alles spiegelverkehrt macht. Hier sind Konzentration und Geschick gefragt. Doch Sven Kurde verspricht: „Man lacht dabei wirklich sehr viel und hat eine Gaudi.“ Wenn die Übung am Ende zur Musik klappt, dann erhält jeder Teilnehmer ein Diplom. Frauen sind übrigens die „schnelleren Lerner“, verrät Kurde und erzählt lachend, dass so ein Workshop durchaus auch als Heiratsmarkt herhalten kann – hat doch seine Schwester ihren heutigen Mann in solch einem Kurs kennengelernt. Was Kurde nicht versprechen kann, ist der perfekte Schuhplattler am Ende des Workshops, doch was er verspricht: „Der Spaß steht im Vordergrund.“

Info


Schuhplatteln für jedermann und jedefrau gibt es am Freitag, 18. September, von 18 bis 22 Uhr. Anmeldung und Infos online unter vhs@crailsheim.de oder unter der Telefonnummer 0 79 51 / 4 03  38 00.