Unglücklich sei das Ganze gelaufen, war mehrfach zu hören, als sich der Petitionsausschuss des Landtags in Crailsheims Ratssaal und dann an mehreren Standorten am Burgbergwald traf, um sich über eine Petition der Familie Mack und der Bürgerinitiative „Genie“ gegen vier Windräder im Burgbergwald zu informieren.

Zumindest wirke es unglücklich, bestätigte die hiesige Landtagsabgeordnete Jutta Niemann (Grüne), dass mit der Rodung begonnen wurde, bevor sich der Petitionsausschuss selbst ein Bild machen konnte. Allein, es sei ein normales Vorgehen gewesen; das Land könne sich bei rechtskräftigen Entscheidungen schadensersatzpflichtig machen. Das „grüne Licht“ des Umweltministeriums habe es gegeben, nachdem keine Fraktion widersprochen habe. Ihr Kollege im Landtag Stephen Brauer (FDP) aus Crailsheim meinte, das „grüne Licht“ für den Burgberg sei am 22. Dezember angefragt worden; während der Feiertage habe sich niemand gemeldet.

Bei diesem Vorgehen fühlten sich Bürger machtlos, so Brauer, und eben vor dem Gefühl der Ohnmacht solle der Petitionsausschuss sie doch bewahren. „Solch ein Vorgehen während der Feiertage gab es schon bei den Windkraftanlagen in Rosenberg“, erinnerte Udo Stein, für die AfD im Landtag. Eine Petition hat keine aufschiebende Wirkung, aber es gibt ein Stillhalteabkommen; dass in diesem Fall darüber hinweggegangen wurde, dürfte auch an der Jahreszeit liegen – gerodet werden darf nur bis zum 1. März. Auch das Vorgehen des gestern unter den Zuhörern gut vertretenen Gemeinderats war Thema. Nachdem die Verwaltungsspitze verhindert war, zeigte der Bau- und Umweltamtsleiter des Landkreises, Hubert Wiedemann, auf, dass die Rechtslage nach dem Ergebnis aller Überprüfungen eindeutig sei. „Da muss die Genehmigung erteilt werden“, brachte er das Dilemma des Crailsheimer Stadtparlaments auf den Punkt: „Hätte die Stadt das verweigert, hätten wir sie erteilen müssen.“

Sorgen der Anlieger

Sachlich brachte Thomas Mack, der in Ölhaus wohnt, seine Sorgen und Bedenken vor den Ausschuss. Nicht nur die mit 700 Metern geringe Entfernung, so Mack, auch Schatten- und Eiswurf, Lärmbelästigung und Infraschall waren Thema, Waldflächen, die geopfert und Tiere die vergrämt werden, sowie die Folgen für Naherholungsgebiet und Landschaftsbild, bis hin zu den „900 Betonmischern, die allein benötigt werden um die Sockel der Windräder zu gießen“. Guy Franquinet, der für „Genie“ sprach, wurde in seinen grundsätzlichen Ausführungen etwa zum Infraschall von Ausschussmitglied Stephen Brauer ebenso gestoppt wie Dr. Björn Staiger vom Umweltministerium, der sich einen sachlichen Ansatz wünschte („die Menschen sind verängstigt, aber die Tatsachen sehen anders aus“). Nicht um Sinn oder Unsinn der Energiewende zu diskutieren, sei man zusammengekommen, so Brauer, sondern wegen der Anliegen der Familie Mack und der „Genie“ – die im Übrigen eine Klage gegen das Windpark-Projekt organisiert.  Nach eingehender Diskussion meinte Brauer, es bleibe die Hoffnung, der Petitionsausschuss könne Verbesserungen schaffen oder zumindest darauf achten, dass alle Zusagen eingehalten werden.

In dieser Beziehung zeigte sich Forstmann Bernhard Schlipf zuversichtlich – die Windenergien GmbH als Betreiberin des Burgberg-Windparks habe sich stets akkurat an Vorgaben gehalten.