Kinder sollen die Natur und Kultur des Biosphärengebiets mit allen Sinnen erleben – das zählt zu den Zielen der neuen Biosphärenschulen. Sieben Einrichtungen aus dem Biosphärengebiet sind dafür ausgewählt worden. Im Alb-Donau-Kreis ist es neben der Schule Erbstetten-Frankenhofen die Grundschule in Schmiechen. Dort hat Schulleiterin Claudia Siegel gestern Eltern, Lehrer und Fachleute zu einem Workshop eingeladen, um gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen. Die Landschaftsarchitektin Angelika Jany und die Agraringenieurin Angelika Thomas moderierten im Auftrag des Biosphärengebiets das Sammeln der Ideen.

Viel vorhanden in Schmiechen

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) heißt das übergeordnete Gesamtkonzept – und eine solche Bildung kann in jedem Unterrichtsfach erfolgen, sagt Angelika Jany: „Im Deutschunterricht kann ja auch über Streuobstwiesen geschrieben werden.“ Außerdem soll eine solche Bildung nicht an der Schultüre aufhören.

An der Schule in Schmiechen ist schon viel vorhanden, auf das sich aufbauen lässt, stellten die Teilnehmer fest. Ein „grünes Klassenzimmer“ etwa, in dem die Kinder bei schönem Wetter draußen lernen. Es gibt Erkundungen mit dem Waldpädagogen Alexander Rothenbacher und die Kinder nehmen am Junior-Ranger-Pass teil. Die Schule legt zudem Wert auf einen abfallarmen Schulalltag und auf Mülltrennung. Und es gibt in Schmiechen den „Vesperpass“: Für das Mitbringen eines gesunden, unverpackten Pausenvespers und einer Trinkflasche erhalten die Schüler einen Stempel in diesen Pass.

In den Herbstferien bietet die Grundschule zudem ein Programm an, zu dem auch Projekte in der Natur zählen. Auch der Schulhof soll saniert werden, berichtete Ortsvorsteherin Kerstin Scheible. Denn das Pflaster dort ist rissig und brüchig. Da gerade die Ortsdurchfahrt saniert werde, biete sich an, dass die Baufirma auch auf dem Schulhof tätig wird, sagt Scheible. Der Schulhof soll naturnah gestaltet werden, sagten die Teilnehmer des Workshops gestern. „Das werden wir jetzt als erstes angehen“, berichtete Schulleiterin Siegel. Auch über die Anlage von Hochbeeten auf dem Schulhof wird dabei gesprochen. Insgesamt sprudelten die Teilnehmer des Workshops vor Ideen: Gleich 20 Plakate voll mit Vorschlägen kamen zusammen.

Die Familien mit einbeziehen

Schulleiterin Siegel berichtet von einigen Vorschlägen: So könnte es ein Monatsthema an der Schule geben – also Pflanze, Baum, Tier sowie der Energiespartipp und der Müllvermeidungstipp des Monats. Es sollen mehr außerschulische Lernpartner in den Schulalltag einbezogen werden. Und es sollen Familienprojekte angestoßen werden – eine Idee ist es etwa, einen Jahreszeiten-Wanderplan zu entwickeln, mit dem die Familien die Umgebung von Schmiechen und das Biosphärengebiet erkunden können.

Aber alles müsse auch praktizierbar sein, sagt Siegel. Das sah auch Ortsvorsteherin Kerstin Scheible so. Sie stellte den Moderatorinnen die wichtige Frage, wer denn für mögliche neue Projekte an der Biosphärenschule zahle? Das hänge vom Projekt ab, erwiderte  Moderatorin Angelika Jany – zunächst sollen die Ideen gesammelt werden. Im Gespräch mit der Biosphärengebiets-Verwaltung und anderen Beteiligten soll die Finanzierung geklärt werden.