Der Batteriezug Talent 3 hätte im zweiten Quartal 2019 auf zwei Strecken nahe Ulm in den Test gehen sollen: auf den Bahnlinien Amstetten-Ulm und Ulm-Erbach und zwar im normalen Fahrgastbetrieb. Noch wartet die Bahn jedoch auf die Züge. „Wir bekommen von Bombardier die Fahrzeuge nicht“, sagt Bahnsprecher Werner Graf und: Die Bahn würde lieber heute als morgen den Batteriezug fahren lassen, könnte sie doch mit diesem neuen und innovativen Produkt zeigen, dass es gut ist, mit der Bahn zu fahren. Nicht zuletzt wegen des Klimawandels. Die Batterien des Prototyps, die auf dem Dach montiert sind, haben eine Reichweite von 40 Kilometern. In einem zweiten Schritt sollen 100 Kilometer möglich sein.

Probleme in Stuttgart

Bombardier ist allerdings gerade mit anderen Problemen beschäftigt. Der Talent 2 sorgt für Schlagzeilen, es gibt massive Lieferprobleme im Stuttgarter Regionalnetz. Bombardier muss dort seine Ressourcen einsetzen, sagt Sprecher Jörn Bischoff. „Unsere Zulassungs-Teams arbeiten zurzeit mit Hochdruck an den Zulassungen für verschiedene Züge, die in der zweiten Jahreshälfte den Fahrgastbetrieb aufnehmen müssen. Erst im Anschluss daran wird mit der Zulassung des Batterietriebzugs begonnen“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens Bombardier Transportation in Hennigsdorf. Der Probebetrieb für den Talent 3 verschiebe sich voraussichtlich auf das Jahresende.

Ulm bleibt Modellregion

Gleichwohl bleibt Ulm Modellregion für den Talent 3, daran ließ  Bischoff gegenüber der SÜDWEST PRESSE keinen Zweifel. Die grundsätzliche Planung bleibt. Auch bei der Bahn stehen diesbezüglich die Signale auf grün. „Ich bin sicher, dass der Testbetrieb hier stattfinden wird – nur eben nicht im ursprünglichen Zeitrahmen“, sagt Sprecher Graf. „Die Züge werden kommen.“ Er geht davon aus, dass dies „in absehbarer Zeit“ der Fall sein wird. „Wir sind auf Arbeitsebene im permanenten Dialog mit Bombardier.“