Die Kitas sind nach Gewerkschaftsangaben nicht auf eine Ausweitung der Betreuungsangebote ab Montag vorbereitet. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, hielt Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch in Stuttgart vor, kein Konzept für die angekündigte Betreuung von bis zu 50 Prozent der Kinder zu haben. Daher sei es verantwortungslos, die Kitas am Montag weiter zu öffnen. Bislang gibt es in den Kitas wegen der Corona-Pandemie nur eine Notbetreuung für wenige Kinder.
Auch der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) bezeichnete den Fahrplan zur weiteren Öffnung der Kitas als praxisfern und nicht durchführbar. Es seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten. Es gebe etwa in Tübingen zu wenig Personal, um neue Kita-Gruppen zu schaffen.

Schwierige Situation für viele Eltern

Eisenmann hatte vor einer Woche die „schrittweise Ausweitung in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs“ angekündigt. Die wegen des Coronavirus gebotenen Abstandsregeln sollen eingehalten werden, indem man die Gruppen der zu betreuenden Kinder klein hält. Das Ministerium erklärte am Mittwoch, eine Ausweitung der Betreuung in Kitas sei wichtig, weil die Situation für viele Eltern gerade schwierig sei. Zudem sei für Kinder der Kontakt zu Gleichaltrigen wichtig.
Das Kultusministerium erarbeitete nach eigenen Angaben eine Änderung der Corona-Verordnung, die die grün-schwarze Landesregierung aber noch beschließen muss. Die aktualisierte Verordnung ist dann die rechtliche Grundlage für die Umsetzung. Sie solle den Kita-Trägern auch Spielräume geben - je nachdem, wie viel Personal und Raum sie zur Betreuung zur Verfügung hätten, erklärte das Ministerium.