Der abgestürzte Traditionsklub Schalke 04 hat in einem mitreißenden Duell der Zweitliga-Giganten mit dem Hamburger SV gleich den nächsten Nackenschlag kassiert. Der Bundesliga-Absteiger verlor sein erstes Spiel im Unterhaus seit mehr als 30 Jahren gegen den HSV durch zwei späte Gegentore mit 1:3 (1:0).
Moritz Heyer (86.) und Bakery Jatta (90.) bescherten dem HSV den perfekten Start in seine vierte Zweitliga-Spielzeit in Serie. Ausgerechnet Schalkes Neuzugang Simon Terodde (7.) hatte gegen seinen Ex-Verein die frühe Führung erzielt, Hamburgs Robert Glatzel glich in der 53. Minute vor 19 770 Zuschauern aus. Zudem hielt Schalkes Torhüter Michael Langer einen Strafstoß Glatzels (28.). Erstmals seit März 2020 waren wieder mehr als 300 Zuschauer in der Veltins-Arena zugelassen. 

Schweigeminute für Opfer der Flutkatastrophe

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe übernahmen die Schalker sofort die Kontrolle und hatten in der fünften Minute durch Terodde ihre erste gute Tormöglichkeit. Sein Schuss verfehlte das Tor knapp. Doch die Gastgeber blieben aktiv und gingen zwei Minuten später verdient in Führung. Terodde lupfte den Ball nach einem tollen Pass von Stürmerkollege Marius Bülter sehenswert über den Hamburger Schlussmann Daniel Heuer Fernandes ins Tor. Nach einem kurzen Check durch den Video-Assistenten wurde der Treffer bestätigt.
In der Folge zogen sich die Gastgeber, die in der Abwehr mit einer Dreier- bzw. Fünferkette spielten, in die Defensive zurück und ließen dem HSV mehr Platz im Spielaufbau, ohne große Chancen zuzulassen. Schalke, das mit acht Neuzugängen in der Startelf auflief, beschränkte sich auf Konter. Einziges Ärgernis für eine bis dahin stabil stehende Mannschaft von Trainer Grammozis: Kapitän Danny Latza musste nach gut einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Ständiges Hin und Her

Die einzige nennenswerte Chance einer bis dahin offensiv harmlosen Hamburger Mannschaft im ersten Durchgang hatte Stürmer Glatzel. Doch seinen Elfmeter hielt Schalkes Ersatztorhüter Langer. Zuvor hatte Abwehrmann Florian Flick David Kinsombi zu Fall gebracht.
Der HSV startete besser in die zweite Hälfte und kam durch einen Treffer Glatzels zum Ausgleich. Schalkes Antwort dauerte nicht lange, doch Ouwejan scheiterte (55.). In der Folge entwickelte sich ein ständiges Hin und Her – mit einem wilden Ende.

Schmidt nimmt Favoritenrolle nicht an

Der 1. FC Heidenheim sieht sich in der zweiten Fußball-Bundesliga nicht als Mitfavorit auf den Aufstieg. Dennoch will die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt im oberen Tabellenbereich mitmischen. „Wenn wir von vorne mitspielen reden, müssten wir das aber genau definieren. Die ersten fünf Plätze kommen da sicher nicht in Betracht“, sagte der 47-Jährige vor dem ersten Saisonspiel an diesem Samstag (13.30 Uhr/Sky) gegen den SC Paderborn. Ex-Profi Ansgar Brinkmann hatte die Heidenheimer in seiner „Bild“-Kolumne als Geheimfavorit bezeichnet. Diese Ansicht teilt Schmidt nicht. dpa