Vor WM-Halbfinale: Argentiniens Vizepräsidentin heizt Stimmung wegen Falkland-Krieg an

Die Stars des WM-Halbfinals: Lionel Messi und Harry Kane (rechts).
PAUL ELLIS/afp- Vor dem WM-Halbfinale Argentinien gegen England flammt der Falkland-Konflikt wieder auf.
- Trainer Lionel Scaloni mahnt Trennung von Politik und Fußball und verweist auf die Kriegsopfer.
- Vizepräsidentin Victoria Villarruel schürt Stimmung: „Piraten-Usurpatoren“ und „mehr als ein Spiel“.
- Das Spiel steigt in Atlanta am Mittwoch, 15. Juli, 21.00 Uhr – ARD und MagentaTV übertragen.
- Argentinien spielt erneut im blauen Auswärtstrikot; Scaloni bestreitet Einfluss auf die Wahl.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hat vor einer Vermischung des WM-Halbfinals gegen England mit dem Falkland-Krieg vor 44 Jahren gewarnt. „Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen“, sagte Scaloni vor der Partie in Atlanta am Mittwoch, 15. Juli (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV).
Das sah die Vize-Präsidentin seines Landes ganz anders. „Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere“, schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: „Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.“ Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falkland-Inseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft.
„Den Eindringlingen die Stirn bieten“
Es ginge im Spiel darum, „den Eindringlingen die Stirn zu bieten“, schrieb die ultrarechte Politikerin weiter: „Hoch lebe Argentinien! Wir werden nämlich bis zum letzten Atemzug fordern, was uns gehört.“
Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Falkland-Inseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1000 Soldaten. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Bis heute weigert sich Großbritannien, über den Anspruch auf die sogenannten Malvinas zu verhandeln.
Argentiniens Nationalcoach Scaloni wies darauf hin, dass der militärische Konflikt lange her und Geschichte sei. „Was haben die Spieler damit zu tun?“, fragte der 48-Jährige. „Es wäre falsch, das mit dem Spiel zu vermischen.“ In dem sportlichen Duell ermitteln die Teams den Finalgegner von Spanien.
Erinnerungen an Maradona werden wach
Diego Maradona hatte 1986 nach dem 2:1 im WM-Viertelfinale gegen England gesagt, dass dieser Erfolg auch Rache für die Opfer des Krieges sei. Bei jenem 2:1 in Mexiko-Stadt, wo Maradona beim ersten Tor die „Hand Gottes“ zu Hilfe genommen hatte, hatte Argentinien in den dunkelblauen Auswärtstrikots gespielt.
Selbiges galt für den Sieg im WM-Achtelfinale 1998 in Saint-Étienne. Auch dieses Mal wird Argentinien wieder das blaue Trikot tragen - in dem südamerikanischen Land wird dies als gutes Omen empfunden.
Blaues Trikot? Nicht auf Scalonis Wunsch
Argentinien ist von der Ansetzung die Auswärtsmannschaft. Zuvor war gemunkelt worden, der Verband habe diesen Wunsch bei der FIFA hinterlegt. Trainer Scaloni bestritt eine Einmischung seinerseits: „Ich habe das blaue Trikot nicht verlangt.“
Dabei wäre er bei seinem englischen Amtskollegen Thomas Tuchel auf volles Verständnis gestoßen. „Wenn es um Aberglaube geht, hätte ich dasselbe gemacht. Ich habe auch meine Routinen“, sagte der Schwabe. Tuchel hatte erst in der Pressekonferenz vor dem Spiel von der Trikotfarbe erfahren.

