VfB Stuttgart im DFB-Pokal
: Erst Patzer, dann Paraden

Torhüter Alexander Nübel wirkt zunächst verunsichert, rettet dem Team des Titelverteidigers an einem wilden Pokalabend aber im Elfmeterschießen das Weiterkommen beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig.
Von
sid/dpa
Braunschweig
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Eintracht Braunschweig - VfB Stuttgart: 26.08.2025, Niedersachsen, Braunschweig: Fußball, DFB-Pokal, Eintracht Braunschweig - VfB Stuttgart, 1. Runde, Eintracht-Stadion, Torwart Alexander Nübel (VfB Stuttgart) jubelt mit seinen Teamkollegen in der Fankurve nach dem Elfmeterschießen. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bekam am Ende den Applaus: VfB-Keeper Alexander Nübel.

Swen Pförtner/dpa
  • VfB Stuttgart siegt im DFB-Pokal gegen Braunschweig nach Elfmeterschießen – Keeper Nübel wird zum Helden.
  • Nübel patzte früh, rettete mit drei Paraden im Elfmeterschießen aber das Weiterkommen des Titelverteidigers.
  • Trainer Hoeneß lobt Team für Moral und Nervenstärke nach schwierigen Saisonstart mit zwei Niederlagen.
  • Wechselspekulationen um Stürmer Woltemade beendet – Teamkollege Undav kritisiert öffentliche Debatte.
  • Woltemade wollte laut Undav zum FC Bayern – Wechsel scheiterte, Spieler wirkt nun wieder entspannter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Alexander Nübel lächelte selig. „Es war alles drin“, sagte der Torwart des VfB Stuttgart mitten in der Nacht in Braunschweig und konnte all die Dramen und Wendungen an diesem völlig wilden Pokalabend noch gar nicht fassen: „Ich weiß nicht, wie gut ich heute einschlafen kann“. Viel zu aufreibend war dieser Krimi beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig inklusive Elfmeterschießen – mit Nübel in der Hauptrolle.

„Ich bin froh, dass wir weitergekommen sind“, sagte Nübel erleichtert nach der Partie, die der Nationalkeeper mit einem bösen Patzer denkbar schlecht begonnen hatte. Der krasse Außenseiter Braunschweig lag gegen den Titelverteidiger plötzlich früh vorne, das Stadion kochte, doch Nübel rappelte sich irgendwie wieder auf und wurde dann im Elfmeterschießen mit drei Paraden noch zum Helden. „Es tat mir extrem weh für eine Minute, danach habe ich das wieder abgeschüttelt“, sagte Nübel: „Die 120 Minuten, das Elfmeterschießen – das sollte so kommen.“

Und so stand Nübel symbolisch für den ganzen VfB in diesem packenden Pokalthriller, in dem es hin und her ging, beide Teams schon am Boden lagen, Stuttgart mit dem erst spät eingewechselten Nick Woltemade aber mit aller Macht die Blamage unbedingt verhindern wollte, es mit einem 3:3 in die Verlängerung ging, Braunschweig dann mit dem 4:4 den Elfmeter-Showdown erzwang – und sich am Ende doch dem großen Favoriten und Nübel geschlagen geben musste. Aber dafür, dass der Keeper mit dem Award für den „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde, musste sich Nübel hinterher einen Spruch von Ermedin Demirovic anhören. „Nach dem ersten Gegentor hat er sie nicht verdient, danach hat er sich die zurück erkämpft“, sagte der Angreifer mit einem Grinsen im Gesicht.

Auf der Suche nach der Topform

Auch Trainer Sebastian Hoeneß war hinterher erleichtert, dass sich seine Pokalgewinner nach dem holprigen Saisonstart mit den Niederlagen gegen Bayern München im Supercup und bei Union Berlin in der Bundesliga ein Erfolgserlebnis erkämpften. „Wir gehen als Sieger hier raus“, sagte Hoeneß: „Am Ende haben wir bestanden“ sowie „Moral und Nervenstärke gezeigt“. Natürlich wissen sie in Stuttgart, dass sie trotz des Weiterkommens in Runde zwei längst noch nicht wieder auf dem Niveau der Vorsaison sind, aber Doppelpacker Demirovic ist sicher, dass der Pokalfight von Braunschweig die Mannschaft für die kommenden Aufgaben „brutal zusammenschweißt“.

Und wie der Rest des Teams hofft auch Nübel, so schnell wie möglich wieder die alte Topform zurückzuerlangen. „Ich will in meinen Rhythmus kommen, ich will wieder ordentliche, gute Spiele zeigen, der Mannschaft helfen, wieder in meinen Flow kommen“, sagte Nübel, der wegen einer Ellbogenverletzung viele Trainingseinheiten in der Vorbereitung verpasst hatte: „Und da zählt jedes Spiel, jede Minute“. Und jeder gehaltene Elfmeter.

Auch wieder ein Thema: Nick Woltemade. Die anhaltenden Wechselspekulationen um den Stürmer haben ihm nach Aussage seines Teamkollegen Deniz Undav zugesetzt. „Über Nick hat sich jeder Hans und Franz geäußert, es wurden Podcasts gemacht von Leuten, die du noch nie vorher gesehen hast. Experten haben sich geäußert, jeden Tag“, sagte Undav, 29, der „Sport Bild“ und ergänzte: „Lasst den Jungen doch einfach in Ruhe, irgendwann reicht es doch.“

Undav fühlt mit Woltemade

Wochenlang war über einen möglichen Wechsel des 23 Jahre alten Jungstars zum FC Bayern München spekuliert worden. „Wenn das Thema nicht so groß gemacht worden wäre, dann wäre es für Nick gar nicht so schlimm gewesen“, sagte der Nationalspieler mit Blick auf die seiner Meinung nach ausgeuferte öffentliche Debatte. „Es hat ihn beschäftigt, da brauche ich keinen Mist erzählen“, betonte Undav. Zwischenzeitlich habe Woltemade zwar „weniger gelacht und war etwas mehr in sich gekehrt“. Dennoch sei sein Sturmkollege professionell mit der Situation umgegangen, habe weiter gut trainiert. „Jetzt ist das Ding vorbei, alles geklärt. Und nach diesem Entschluss wirkt er für mich – nach außen – wieder lockerer“, ergänzte Undav und betonte: „In der Kabine war er immer der Gleiche.“

Woltemades Wunsch, zu den Bayern zu wechseln, ist für Undav nachvollziehbar: „Das ist der größte Verein Deutschlands, einer der größten der Welt. Nick wollte seinen nächsten Schritt machen, er ist noch jung. Natürlich ist das verständlich.“