Wimbledon wird moderner: Neuerung nach 145 Jahren – und keinem ist sie aufgefallen!

Vergangenes Jahr gewann Elena Rybakina aus Kasachstan) den Grand Slam im Einzel.
ANNE-CHRISTINE POUJOULAT/afpAktuell findet in London das älteste Tennisturnier der Welt statt. Die Wimbledon Championships werden bereits seit 1877 (bei den Frauen seit 1884) ausgetragen. Vom 3. bis zum 16. Juli geht es im All England Lawn Tennis and Croquet Club um die prestigeträchtigen Titel und Pokale: den Gentlemen's Cup und die Venus Rosewater Dish. Im letzten Jahr gewann Novak Djokovic bei den Herren. Bei den Damen setzte sich Elena Rybakina durch und holte sich den legendären „Rosewater Dish“. Bei der Übergabe der Trophäe ist einigen aufmerksamen TV-Zuschauern allerdings eine Neuerung aufgefallen.
Wimbledon: Fortschrittliche Neuerung nach 145 Jahren!
Was viele nicht bemerkten: Der legendäre „Rosewater Dish“ wurde nach 145 Jahren erneuert. Wer ganz genau hinschaute, der konnte auf der Trophäe, die Rybakina überreicht bekam, erkennen, dass dort „E. Rybakina“ eingraviert war. Seit dem Bestehen der Wimbledon Championships stand jedoch immer der Titel „Miss“ oder „Mrs“ vor den Siegerinnen-Namen. Somit wurde 2022 zum ersten Mal überhaupt auf diese Titel verzichtet und stattdessen die Initialen des Vornamens ergänzt. Bei den Herren hatte dieses Vorgehen bereits früher Bestand. Diese neue Gravur stellt eine moderne Neuerung beim ältesten Tennisturnier der Welt dar.
Ansprache „Miss“ ist veraltet
Früher wurden bei der Anrede von Frauen noch beide Titel verwendet. Mittlerweile verwendet man „Mrs“ nur noch, wenn man sicher ist, dass die Dame verheiratet ist. Die Bezeichnung Miss klingt aber im Englischen heutzutage ebenso altmodisch und tendenziell bevormundend wie das deutsche „Fräulein“. Daher hat der All England Lawn Tennis Club schon 2019 erklärt, man wolle „mit der Zeit gehen“ und „Einheitlichkeit“ zwischen den Geschlechtern erreichen. Seitdem verzichten die Wimbledon-Verantwortlichen bei der Bekanntgabe von Spielergebnissen auf die Verwendung „Miss“ und „Mrs“. Nun folgte die nächste Modernisierung des Turniers, indem auf die Anrede bei den Frauen auf der Trophäe verzichtet wird.
Auch Ehrentafel wurde bereits kritisiert
In den vergangenen Jahren wurde neben der Gravur auf der Trophäe auch die Ehrentafel der Siegerinnen häufig kritisiert. Für viele war sie Ausdruck für ein veraltetes und nicht zeitgemäßes Wimbledon. Die New York Times nahm sich 2018 dieser Sache an und machte darauf aufmerksam, dass die Wimbledon-Schiedsrichter männliche und weibliche Spieler unterschiedlich kennzeichnen. Die Verantwortlichen reagierten und passten das Turnier an.

