Zweitliga-Saisonstart: Teamcheck, Neuzugänge und Prognose – Das muss man zum SSV Ulm wissen

Die Elf von Thomas Wörle um Kapitän Johannes Reichert (Mitte) will auch in der 2. Bundesliga eine funktionierende Einheit bilden.
Matthias KesslerDer SSV Ulm 1846 Fußball fällt nicht in diese Kategorie. Da bleibt Thomas Wörle realistisch. Nach kurzem Zögern nennt der 42-jährige Trainer einen Verein: „Fortuna Düsseldorf“. Die Rot-Weißen sieht Wörle auch in der kommenden Zweitliga-Saison weit oben. Nach dem dramatischen Scheitern in der Relegation im vergangenen Mai zählt er Fortuna erneut zu den Favoriten.
Der SSV Ulm wird daher aller Voraussicht nach als Außenseiter in die Partie am dritten Spieltag gehen. Dann ist die Fortuna im Donaustadion zu Gast. Das Spiel könnte die Spatzen-Fans auf den Boden der Tatsachen zurückholen, als Standortbestimmung für die Wörle-Elf dienen.
In der zweiten Liga sind die großen Klubs favorisiert
Noch ist die Euphorie groß im Umfeld des SSV Ulm. 7.500 Dauerkarten wurden verkauft. An die 1000 Business-Plätze gibt es im neuen VIP-Zelt, vormals waren es 350. Doch wie reagieren Fans und Mannschaft, wenn der so erfolgsverwöhnte Standort in der Realität der neuen Liga ankommt, die vielleicht deutlich härter ausfallen könnte, als es sich mancher Fan oder Sponsor ausmalt?
Klar ist: Favoriten sind in dieser Saison andere. Die Anzahl ambitionierter Klubs in der 2. Bundesliga ist enorm. Fünf der zehn EM-Stadien sind Spielorte von Zweitligisten (Berlin, Hamburg, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln). Dort spielen die großen Klubs, die ihrem Selbstverständnis nach erstklassig sind. Aber auch Nürnberg, Kaiserslautern oder Hannover haben kurz- bis mittelfristig höhere Ziele.
SSV Ulm funktioniert als Einheit
In diesen Arenen besteht der SSV Ulm wohl nur dann, wenn es sich auf seine Stärken besinnt. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht: Das Gerüst der Aufstiegsmannschaft ist geblieben, bis auf den nach Heidenheim abgewanderten Leo Scienza konnten alle Leistungsträger gehalten werden, und das ist wiederum die große Stärke des Neulings. Ulm wird auch in der Saison 2024/25 auf absolute Geschlossenheit setzen, die jungen Neuzugänge kommen in ein funktionierendes und als Einheit auftretendes Team. Auszeichnen wird sich das auch durch seine hohe Fitness- und Laufbereitschaft.
Objektiv gesehen ist die kaum vorhandene Zweitliga-Erfahrung größter Schwachpunkt im Kader. Die deutlich verjüngte Mannschaft wird, über alle Mannschaftsteile hinweg, Zeit brauchen, sich an das Niveau anzupassen.
TV und Liveticker: Wo und wie man die 2. Bundesliga verfolgen kann
- Sky (Bezahlangebot): alle Einzelspiele, alle Konferenzen
- Sport1: Samstagabendspiel live (20.30 Uhr)
- Sat.1: Saisonauftakt, Relegationsspiele
- RTL: drei Konferenzen (u.a. Sonntagsspiele am 1. Spieltag)
- ARD und ZDF: Audiostreams, Zusammenfassungen
- SÜDWEST PRESSE: Liveticker
Junge Neuzugänge mit viel Potenzial
Das gilt allen voran für Aaron Keller (20, SpVgg Unterhaching) und Maurice Krattenmacher (18, FC Bayern München), die für ein Jahr an Ulm ausgeliehen sind. Sie sind nur zwei von mehreren jungen Talenten, die der SSV Ulm an die Donau gelotst hat. Auch Laurin Ulrich (19, VfB Stuttgart, 19) und Luka Hyryläinen (19, TSG Hoffenheim) zählen zu den Nachwuchshoffnungen, denen große Karrieren bevor stehen könnten. Sie alle haben Potenzial, wollen in Ulm Spielpraxis sammeln und reifen. Wie schnell sie das eine oder zwei Ligen höher abrufen können, wird sich zeigen.
Auch auf die Rolle, die Rückkehrer Semir Telalovic (24, Blackburn Rovers) einnehmen wird, darf man gespannt sein. Genauso darauf, wie sich die bewährten Kräfte schlagen. Ob Kapitän Johannes Reichert (33), Sechser Philipp Maier, Schienenspieler Romario Rösch (25) oder Rechtsaußen Dennis Chessa (32): Sie alle mussten schon in der vergangenen Saison eine gehörige Portion draufpacken. Das ist ihnen bekanntlich allen bravourös gelungen.
SSV Ulm – Der Countdown zum Saisonstart
Der Saisonauftakt der 2. Bundesliga steht kurz bevor. Mehr als 23 Jahre nach der bisher letzten Zweitliga-Partie des SSV Ulm 1846 Fußball sind die Spatzen zurück im Profi-Unterhaus. Der Gegner am Sonntag, 4. August, im Donaustadion: Traditionsverein 1. FC Kaiserslautern.
In ihrem Countdown zum Saisonstart veröffentlicht die SÜDWEST PRESSE in der Woche vor dem Spiel täglich Artikel zum SSV Ulm. Stimmen Sie sich auf die Saison ein:
- Teamcheck, Neuzugänge und Prognose – Das muss man zum SSV Ulm wissen
- Anreise, Parkplätze, Kartenzahlung – Was Fans vor dem ersten Spieltag wissen müssen
- Die Vorschau auf den Gegner Kaiserslautern: Schock in der Vorbereitung
- Blick in die Historie: Das Duell Ulm gegen Lautern gab es zuletzt vor 24 Jahren
- Die 2. Bundesliga, so attraktiv wie nie: Die Spatzen im Reich der Giganten
- Thomas Wörle blickt voraus: Gemeinsam zeigen, was gewachsen ist
- Jo Reichert im Gespräch mit „acht.neun“: „Hausaufgaben waren Nebensache“
- Die Pressekonferenz vor dem Spiel: Spatzen wollen ersten großen Fight liefern
- Der Kapitän freut sich auf das Duell mit Ex-Klub Kaiserslautern
- Kommentar: Ein Aufsteiger, der weiß, was er kann und sich nicht verstecken muss
Als Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison des SSV Ulm 1846 Fußball empfehlen wir zudem die neueste Folge von „Spatzenfunk“ – dem SSV-Podcast der SÜDWEST PRESSE. Cheftrainer Thomas Wörle ist erstmals zu Gast und blickt auf die Mission 2. Bundesliga.
Kämpft Ulm gegen diese Teams um den Klassenerhalt?
Schließlich hatte niemand mit dem Durchmarsch gerechnet. Im Vorfeld der vergangenen Drittliga-Saison war das Ziel klar: Klassenerhalt. So wie auch in dieser Zweitliga-Spielzeit. Zwei Teams steigen direkt ab, ein weiteres muss in die Relegation. Für den Zweitliga-unerfahrenen Aufsteiger SSV Ulm gilt es, drei Teams hinter sich zu lassen, um sicher die Klasse zu halten.
Zusammen haben die Teams der zweiten Liga 389 Bundesliga-Spieljahre auf dem Buckel. Nur Jahn Regensburg, 1. FC Magdeburg und SV Elversberg waren noch nie in der deutschen Beletage vertreten. Diese drei Vereine werden voraussichtlich in der unteren Tabellenregion um Punkte kämpfen. Wie auch der deutsche Meister von 1967, Eintracht Braunschweig und Mitaufsteiger Preußen Münster.
Die Prognose
Der Aufsteiger kann auf seinen Teamspirit vertrauen. Mithilfe der individuellen Qualität seiner Neuzugänge und seiner großen Stärke, jede Hürde als gefestigte Einheit zu bewältigen, wird der SSV Ulm 1846 Fußball die Klasse halten.

