SSV Ulm gegen Dynamo Dresden: Das ist Vereinsliebe! Kapitän Reichert feiert mit den Fans auf dem Zaun

Das ist Vereinsliebe: Der Kapitän des SSV Ulm 1846 Fußball verfolgt das Drittliga-Spitzenspiel gegen Dynamo Dresden aus der Fan-Perspektive. Erst ist Johannes Reichert im Block, dann klettert er auf den Zaun und darf von dort aus seiner Mannschaft zujubeln. Die schoss in dieser Szene den Führungstreffer.
Matthias KesslerEr hat es in die Tat umgesetzt. Kapitän Johannes Reichert hat sich beim Spitzenspiel zwischen dem SSV Ulm 1846 Fußball und Dynamo Dresden einen Traum erfüllt. Der 32-Jährige feierte mit den Fans im D-Block und kletterte sogar auf den Zaun. Mit dem Megafon in der Hand verfolgte der Fußball-Profi die Szene, die zum 1:0-Treffer seines Vereins führte – und jubelte lautstark mit. „Wir sind durchgedreht“, beschrieb Reichert seinen Gefühlszustand in diesem Moment: „Ich hatte Gänsehaut.“
Auf dem Zaun: Kapitän Reichert feuert Mannschaft vom Fan-Block aus an
Der Kapitän fehlte seiner Mannschaft gesperrt. Er hatte beim 2:1-Sieg gegen den SV Sandhausen seine fünfte gelbe Karte gesehen. Ausgerechnet im Drittliga-Topspiel gegen Dynamo Dresden sollte er also fehlen. Doch Reichert wäre nicht Reichert, wenn er aus seiner Sperre nicht trotzdem das beste hätte herausholen wollen. Unter der Woche war der gebürtige Ulmer, der beim SSV Ulm zum Profi wurde, im Fußball-Podcast der SÜDWEST PRESSE zu Gast. Auf die Frage, von wo aus er das Dresden-Spiel am liebsten verfolgen würde, hatte er sofort eine Antwort parat. „Es wäre ein Traum, dieses Spiel aus der Fanperspektive zu sehen“, sagte er im Gespräch mit Sportreporterin Nadine Vogt. Und betonte um ein weiteres Mal, was er so gerne betont, weil er es aus voller Überzeugung sagt: „Ich bin wirklich, wirklich Fan von diesem Verein.“
Gesagt, getan. Kurz nach dem Anpfiff marschierte Reichert in Richtung D-Block. Dort wurde er über ein Tor hineingelassen. Hüpfte, schrie und feierte zwischen der Ulmer Ultra-Szene mit und übernahm dann die Rolle des Capo. Als er in der Halbzeitpause zum TV-Interview antreten musste, war seine Stimme schon heiser. Auf dem Spielfeld stand es da noch 2:2-Unentschieden. Die Partie endete zwar mit einer 2:3-Heimniederlage, doch für Johannes Reichert dürfte der Tag dennoch unvergesslich bleiben. Schon als kleiner Junge stand er im D-Block, war zu Bundesliga-Zeiten 1999/2000 Fan von Dragan Trkulja und durfte sich nach der Rückkehr in den Profifußball mit seinem SSV Ulm 1846 Fußball nun einen weiteren kleinen Traum erfüllen. Wenngleich der Kapitän natürlich am liebsten mit seiner Mannschaft auf dem Spielfeld gestanden hätte.

