Leichtathletik Hallen WM 2026
: Sandrina Sprengel kämpft sich auf Rang acht – persönliche Bestleistung als Lohn

Die Grosselfingerin Sandrina Sprengel verbesserte bei der Hallen-WM in Toruń (Polen) ihre persönliche Fünfkampf-Bestleistung auf 4.475 Punkte – so rückte die 22-Jährige in der Gesamtwertung auf Rang acht vor.
Von
Giovanni De Nitto
Torun /Grosselfingen
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Sandrina Sprengel aus Grosselfingen bei ihrer ersten Hallen-WM in Toruń freut sich über eine persönliche Bestleistung im Fünfkampf.

Sandrina Sprengel aus Grosselfingen bei ihrer ersten Hallen-WM in Toruń freut sich über eine persönliche Bestleistung im Fünfkampf.

Eibner-Pressefoto/Stefan Mayer
  • Hallen-WM Toruń: Sandrina Sprengel steigert Fünfkampf-Bestleistung auf 4.475 Punkte
  • Die 22-Jährige wird Achte; Gold an Sofie Dokter (4.888), vor Anna Hall (4.860) und Kate O‘Connor (4.838)
  • Disziplinen: 8,40 s über 60 m Hürden, Hochsprung 1,69 m, Kugel 13,79 m, Weit 6,20 m, 800 m in 2:14,32 min PB
  • Sprengel: „Mehr Höhen als Tiefen“; Krankheit Anfang des Jahres bremste sie
  • Wechsel 2026 zum VfB Stuttgart; EM in Birmingham: „voll angreifen“, wenn Form stimmt

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat mit seinem kleinen Team die Hallen-WM in Torun/Polen ohne Medaille beendet. Am Sonntag verpasste auch Sandrina Sprengel als letzte Hoffnung im Fünfkampf trotz persönlicher Bestleistung das Podest. Die Fünfte der Freiluft-WM 2025 in Tokio im Siebenkampf belegte mit 4.475 Punkten den achten Rang.

Am Schlusstag der Hallen-WM in Torun ermittelten die Mehrkämpferinnen die besten Fünfkämpferinnen der Welt. Mittendrin im Elite-Feld: die Grosselfingerin Sandrina Sprengel. Die 22-Jährige startete bis 2025 für die LG Steinlach Zollern, nachdem sie ihre Laufbahn bei der TSG Balingen begonnen hatte. Zur Saison 2026 wechselte sie zum VfB Stuttgart. Die 1,82 Meter große Athletin ist Angehörige der Landespolizei Baden-Württemberg.

60-Meter-Hürden

Es war der erhoffte Auftakt für Sandrina Sprengel: Im ersten 60-Meter-Hürdenlauf des WM-Fünfkampfs in Toruń zeigte sie am Sonntagmorgen ein sauberes Rennen. In 8,40 Sekunden unterbot sie ihre Zeit aus dem besten Hallen-Fünfkampf (4.455 Punkte) um fünf Hundertstel und verfehlte ihre persönliche Bestleistung nur um zwei Hundertstel. Nach Addition der beiden Läufe lag die 22-Jährige nach der ersten Disziplin auf Rang neun.

Hochsprung

Bei 1,72 Metern scheiterte Sprengel dreimal nur knapp, sodass für die Stuttgarterin 1,69 Meter in die Wertung gingen. Eine oder zwei Höhen mehr wären möglich gewesen, weshalb sie über die verpasste Chance auf zusätzliche Punkte zunächst sichtlich enttäuscht war.

Allerdings: Auch bei ihrer Fünfkampf-Bestleistung hatte Sandrina Sprengel „nur“ 1,69 Meter übersprungen, beim bislang einzigen Mehrkampf dieser Saison waren es 1,72 Meter. Nach zwei Disziplinen lag die WM-Fünfte mit 1.881 Punkten auf Rang zehn der Gesamtwertung im Fünfkampf.

Kugelstoßen

In der dritten Disziplin gelang Sprengel gleich im ersten Durchgang der beste Versuch. Auf 13,79 Meter flog die Kugel, nicht viel fehlte zur angepeilten 14-Meter-Marke. Mit 2.661 Punkten rangierte die 22-Jährige im Zwischenklassement auf Platz elf.

Weitsprung

Mit der sechstbesten Weite der Weitsprung-Konkurrenz hat Sprengel am Sonntagnachmittag zwei Plätze im Gesamtklassement gutgemacht. Die Grosselfingerin sprang im zweiten Versuch auf 6,20 Meter, nachdem sie im ersten Sprung mit etwas Abstand zum Brett 6,07 Meter erzielt hatte. Im finalen dritten Sprung sie konnte sich nicht mehr steigern. Vor den abschließenden 800 Metern lag Sandrina Sprengel auf Platz neun.

800-Meter-Lauf

Auf den finalen 800 Metern ging es richtig zur Sache: Siebenkampf-Weltmeisterin Anna Hall (USA) wollte den Rückstand auf Sofie Dokter (Niederlande) unbedingt wettmachen, und das Tempo war entsprechend hoch. Ganz hinten im Feld hielt Sandrina Sprengel ihr Rennen perfekt ein und machte auf den letzten 200 Metern noch entscheidend Boden gut. Mit 2:14,32 Minuten verbesserte sie nicht nur ihre persönliche Bestleistung um mehr als drei Sekunden, sondern stellte auch eine neue Fünfkampf-Bestleistung von 4.475 Punkten auf – 20 Zähler mehr als bisher. Damit rückte die 22-Jährige im Gesamtklassement noch auf Rang acht vor.

Gold ging an die Niederländerin Sofie Dokter (4.888 Punkte) vor Anna Hall (USA/4.860) und Kate O‘Connor (Irland/4.838).

Sprengel mit Bestleistung

„Es waren mehr Höhen als Tiefen. Natürlich hatte ich mir mehr vorgenommen. Aber die 800-Meter-Bestleistung am Ende stimmt dann doch versöhnlich. So konnte ich ja auch meine Fünfkampf-Bestleistung steigern. Leider war ich Anfang des Jahres einige Wochen krank, sonst wäre wohl mehr möglich gewesen. Aber solche Rückschläge gehören im Sport auch einfach dazu. Heute habe ich gelernt, dass auch nach nicht so tollen Leistungen noch eine Bestleistung herauskommen kann“, bilanzierte Sprengel in einem TV-Interview nach dem Wettkampf.

EM in Birmingham

Bei der Freiluft-WM in Tokio sorgte die Grosselfingerin erstmals international für Aufsehen im Siebenkampf und belegte bei ihrer ersten großen Meisterschaft mit 6.434 Punkten Platz fünf.

Seitdem gilt sie neben Weltmeister Leo Neugebauer als eines der vielversprechendsten deutschen Mehrkampf-Talente. Bei der Europameisterschaft in Birmingham (10. bis 16. August) könnte Sprengel, wenn sie ihre Form findet, sogar um Medaillen kämpfen. „Wir werden weiterarbeiten und hoffen, dass ich zur EM mein volles Leistungspotenzial abrufen und voll angreifen kann“, sagt Sprengel.

Fünfkampf – Endstand nach 5 Disziplinen

1. Sofie Dokter (Niederl.) ⇥4888
2. Anna Hall (USA) ⇥4860
3. Kate O‘Connor (Irland) ⇥4839
4. A. Sulek-Schubert (Polen) ⇥4638
5. Szabina Szücs (Ungarn) ⇥4618
6. Paulina Ligarska (Polen) ⇥4557
7. Sveva Gerevini (Italien) ⇥4522
8. Sandrina Sprengel (BRD) ⇥4475
9. B. Juskeviciute (Litauen) ⇥4392
10. E. Barber (Großbritannien) ⇥4387