WM-Qualifikation: Einzelkritik nach Deutschlands Debakel gegen die Slowakei

Das Premier-League-Duo blieb gegen die Slowakei blass: Florian Wirtz (l.) und Nick Woltemade (r.)
Christian Charisius/dpaDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat am Donnerstagabend einen kapitalen Fehlstart in die WM-Qualifikation hingelegt. Das sichtilich verunsicherte Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann verlor hochverdient in Bratislava gegen die Slowakei mit 0:2 (0:1). Vor 20.013 Zuschauern erzielten David Hancko (42. Minute) und David Strelec (55.) die Treffer für die starken Slowaken. Die deutsche Abwehr irrlichtert in Bratislava. Das Comeback des Kapitäns im Mittelfeld entfacht nicht die erhoffte Wirkung. Und ein Debüt misslingt auch noch. „Wenn wir so weitermachen, wird es ganz schwierig, dass wir uns für die WM qualifizieren“, sagte Bayern-Profi Joshua Kimmich nach dem 0:2 in Bratislava gegen die Slowakei. Das DFB-Team in der Einzelkritik.
DFB-Einzelkritik zum Länderspiel gegen die Slowakei
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Einzelkritik nach der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei:
- Baumann: Am Teamsenior lag es nicht. Der 35-Jährige parierte gut gegen Sauer (21.), klärte auch mal vorm Strafraum. Im Glück bei Dudas Ecke an den Pfosten (22.). Machtlos bei beiden Gegentoren. Note: 3.
- Collins: Nach zwei Stellungsfehlern gegen den flinken Sauer wurde der Frankfurter zum Schwachpunkt. Zur Pause war sein Länderspieldebüt beendet. Note: 6.
- Rüdiger: Der Routinier sah ganz, ganz alt aus. Sauer spielte den Real-Verteidiger schwindlig. Hancko entwischte ihm beim 0:1. Und beim 0:2 versetzte ihn Torschütze Strelec. Note: 6.
- Tah: Auch er konnte der Abwehr keinen Halt geben. Schimpfte vorm 0:1 mit den Kollegen – und konnte danach die Torvorlage von Strelec nicht verhindern. Note: 5.
- Mittelstädt: Der Stuttgarter hatte einige gute Offensivaktionen. Nach der Pause wechselte der Linksfuß für den überforderten Collins auf die rechte Seite. Note: 4.
- Kimmich: Sein Comeback im Mittelfeld hatte sich der Kapitän ganz anders vorgestellt. Der erhoffte Stabilitäts-Effekt mit ihm im Zentrum misslang. Note: 5.
- Stiller: Die spielerische Klasse des Stuttgarters blitzte nicht auf. Und im Rückwärtsgang ist er kein Wellenbrecher. Nach dem 0:2 ausgewechselt. Note: 5.
- Gnabry: Der Münchner arbeitete fleißig mit nach hinten. Verletzte sich früh am linken Arm. Offensiv kamen von ihm keine Impulse und keine Abschlüsse. Note: 5.
- Goretzka: Wirkte verloren auf der offensiveren Zehner-Position. Kurz nach der Pause hatte der Münchner das 1:1 auf dem Fuß, schoss aber den Torwart an. Note: 5.
- Wirtz: Wie in Liverpool fehlen dem 22-Jährigen aktuell Erfolgserlebnisse – so wie nach einem tollen Dribbling (32.). Sein Ballverlust leitete das 0:1 ein. Note: 4,5.
- Woltemade: In der Slowakei wurde der Jungstar Torschützenkönig bei der U21-EM. Bei der Rückkehr wirkungslos. Vergab eine große Kopfballchance (31.). Note: 5.
- Raum: Der Leipziger kam zur Pause als linker Verteidiger. Rannte rauf und runter, konnte aber auch nichts bewirken. Note: 4,5.
- Amiri: Nach dem 0:2 kam der Mainzer ins Spiel. Er rückte auf die Zehner-Position, konnte aber keine Wende einleiten. Note: 4.
- Adeyemi: Der Dortmunder Offensivspieler kam für Gnabry (66.). Stach mit seinem Tempo nicht als Joker. Am Ende sah er noch Gelb. Note: 5.
Nach Quali-Pleite: Nagelsmann fordert mehr Einsatz
Trotz der historischen Blamage von Bratislava will Julian Nagelsmann seine Planungen für eine erfolgreiche Qualifikation zur WM 2026 nicht umwerfen. Der Bundestrainer fordert dennoch künftig deutlich mehr Emotionalität und eine entschlossenere Einstellung. Er habe „schon Vertrauen in die Mannschaft, aber es muss einfach jeder begreifen, dass wir so ein Spiel angehen müssen – auch wenn es total dumm klingt – wie ein Champions-League-Halbfinale“, sagte der 38-Jährige am ARD-Mikrofon.
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