Niedersachsen-Derby
: Darum boykottieren Braunschweig-Fans das Spiel in Hannover

Hannover 96 trifft in der 2. Bundesliga auf Eintracht Braunschweig. Es drohen Ausschreitungen. Teile der Auswärtsfans sind daher ausgeschlossen. Doch es gibt Protest.
Von
Florian Huth
Braunschweig
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Hannover 96 - Eintracht Braunschweig: ARCHIV - 05.11.2023, Niedersachsen, Hannover: Fußball: 2. Bundesliga, Hannover 96 - Eintracht Braunschweig, 12. Spieltag, Heinz von Heiden-Arena. Fans von Braunschweig feuern Pyrotechnik ab. (zu dpa: «Braunschweig akzeptiert Fan-Teilausschluss in Hannover») Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Braunschweiger Fans: Boykott beim Spiel in Hannover.

Axel Heimken/dpa
  • Braunschweigs Fans boykottieren das Niedersachsen-Derby in Hannover nach Teilausschluss.
  • Nur 824 von 2.500 erlaubten Tickets für Braunschweigs Gästeblock verkauft.
  • Polizeianordnung limitiert Gästefans auf 60% wegen Sicherheitsbedenken.
  • Vorherige Auseinandersetzungen zwischen Fans führten zu diesen Maßnahmen.
  • Polizei beobachtet mögliche Konflikte an anderen Orten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Teilausschluss von Gästefans beim Niedersachsen-Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig will die organisierte Fanszene aus Braunschweig das Spiel boykottieren. Das steckt dahinter.

Niedersachsen-Derby: Nur 824 Tickets für den Gästeblock in Hannover verkauft

Nach Angaben des Vereins verkaufte die Eintracht lediglich 824 Tickets für den Gästeblock der Heinz von Heiden Arena. Rund 4.500 Anhänger passen dort hinein. Maximal 2.500 sind nach einer Anordnung der Polizei am Sonntag erlaubt.

„Meine Meinung dazu hat sich nicht geändert: Es ist schade, dass das Spiel nicht in einem vollen Stadion stattfindet“, sagte Braunschweigs Trainer Daniel Scherning. „Denn das macht den Fußball aus: Dieses Erlebnis, mit den Fans und mit der Stimmung auf beiden Seiten so ein Derby bestreiten zu dürfen.“

Niedersachsen-Derby fast ohne Gästefans?

Bei den Spielen der Clubs war es in den letzten Jahren immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. Deshalb drohte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) zunächst gar, die Spiele zwischen Hannover und Braunschweig künftig komplett ohne Gästefans austragen zu lassen.

Am Ende entschied die Polizei, beim Hinspiel in Braunschweig und beim Rückspiel in Hannover aus Sicherheitsgründen nur maximal 60 Prozent der Gästeanhänger zuzulassen. Dagegen demonstrierten Braunschweiger Anhänger bereits in der vergangenen Woche in der Innenstadt von Hannover.

Drohen Schlägereien an einem anderen Ort?

Ein Risiko dieser Strategie zeigte sich im Oktober nach der ersten Partie: Damals überfielen etwa 50 Hannover-Fans mehr als 100 Braunschweiger Anhänger in einer Gaststätte rund 15 Kilometer vom gut abgesicherten Stadion entfernt. Eine solche mögliche „Drittortsauseinandersetzung“ habe man bei der Einsatzplanung am Sonntag im Blick, teilte die Polizeidirektion Hannover mit.