Neue Regeln bei WM 2026
: Diese acht Neuerungen müssen Fans jetzt kennen

Bei der WM führt die FIFA mehrere Regeländerungen rund um Trinkpausen, Platzverweise und Neuerungen rund um den Videobeweis ein. Ein Überblick über die Änderungen.
Von
Florian Huth
Berlin
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Auslöser für eine Regelverschärfung: Gianluca Prestianni (M) beleidigt Vinícius Júnior (l) und hält sich dabei das Trikot vor den Mund.

Miguel Lemos/ZUMA Press Wire/dpa

Bei der Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA treten zahlreiche Regeländerungen in Kraft. Neben strengeren Strafen für Spieler sollen verschiedene Neuerungen den Spielfluss verbessern. Eine Entscheidung des Weltverbands FIFA dürfte allerdings auch dazu führen, dass die Partien künftig länger dauern. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Für Hand vorm Mund gibt es die Rote Karte

Bei der WM drohen Spielern künftig harte Strafen, wenn sie während Auseinandersetzungen mit Gegenspielern ihre Hand oder das Trikot vor den Mund halten. Die FIFA will damit verhindern, dass beleidigende, diskriminierende oder rassistische Äußerungen verborgen bleiben. Wer gegen die neue Regel verstößt, kann sogar die Rote Karte sehen.

Platzverweis fürs Verlassen des Platzes

Verlassen Spieler aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz, droht ihnen künftig die Rote Karte. Die gleiche Strafe kann auch gegen Trainer oder andere Offizielle verhängt werden, wenn sie ihre Mannschaft zu einem solchen Schritt auffordern. Führt das Verhalten zu einem Spielabbruch, wird die Partie grundsätzlich zugunsten des Gegners gewertet.

Neue Regelung beim Streichen von Gelben Karten

Mit der Erweiterung der WM von 32 auf 48 Teams wächst auch die K.-o.-Phase: Erstmals wird eine zusätzliche Runde mit 32 Mannschaften ausgetragen. Dadurch steigt die Zahl der möglichen Spiele und damit auch das Risiko, wegen einer Gelbsperre eine wichtige Partie zu verpassen.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, passt die FIFA ihre Regelung an. Gelbe Karten werden künftig nicht erst nach dem Viertelfinale gelöscht, sondern bereits nach Abschluss der Gruppenphase. Dadurch sollen Spieler seltener aufgrund angesammelter Verwarnungen in den späteren Turnierphasen fehlen.

Schiedsrichter zählt Countdown vor Standards

Um Zeitspiel zu verhindern und den Spielfluss zu verbessern, weitet die FIFA die bereits bekannte Countdown-Regel aus. Nachdem Schiedsrichter bei Torhütern schon seit dem vergangenen Jahr die verbleibende Zeit zum Abspiel des Balls sichtbar herunterzählen können, gilt dieses Prinzip nun auch bei Einwürfen und Abstößen.

Zählt der Unparteiische fünf Sekunden herunter und wird das Spiel innerhalb dieser Frist nicht fortgesetzt, wechselt der Ballbesitz automatisch zur gegnerischen Mannschaft. Damit sollen unnötige Verzögerungen konsequenter unterbunden werden.

Zeitbeschränkung bei Wechseln soll Verzögerungen verhindern

Auch bei Auswechslungen zieht die FIFA die Zügel an. Spieler haben künftig nur noch zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen, nachdem der Wechsel vom Vierten Offiziellen angezeigt wurde. Verstreicht diese Frist, müssen sie das Feld dennoch umgehend verlassen.

Für die Mannschaft hat das jedoch Folgen: Der eingewechselte Spieler darf nicht sofort aufs Spielfeld, sondern muss bis zur nächsten Spielunterbrechung warten – mindestens jedoch eine Minute. Mit der Regel soll verhindert werden, dass Auswechslungen gezielt zur Spielverzögerung genutzt werden.

Zwangspause für Spieler nach Verletzung

Auch bei Verletzungsunterbrechungen gibt es eine Neuerung. Muss ein Spieler auf dem Platz behandelt werden und wird das Spiel deshalb unterbrochen, hat er das Spielfeld anschließend zu verlassen. Erst nach einer Wartezeit von einer Minute darf er wieder zurückkehren.

Diese Neuerung gilt bei Trinkpausen

Trinkpausen gehören im Fußball zwar bereits zum Repertoire bei großer Hitze, bei der WM werden sie jedoch unabhängig von den Wetterbedingungen eingeführt. Künftig wird jede Partie etwa in der 22. und 67. Minute für jeweils drei Minuten unterbrochen, damit sich die Spieler an der Seitenlinie erfrischen können.

Mehr Möglichkeiten für den Videobeweis

Die Kompetenzen des Video-Assistenten werden bei der WM erweitert. Künftig darf der VAR in drei zusätzlichen Spielsituationen eingreifen und den Schiedsrichter auf mögliche Fehlentscheidungen aufmerksam machen.

  • bei einer zweiten Gelben Karte, die zu Gelb-Rot für einen Spieler führt.
  • bei einer Spielerverwechslung, die zu Rot oder Gelb für einen falschen Spieler führt.
  • bei unkorrekt gegebenen Ecken, sollte der Check sofort und ohne Verzögerung durchgeführt werden.

Weitere News, Hintergründe und Informationen rund um die WM 2026 findet ihr auf unserer Themenseite zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.