FV Illertissen vor Derby
: Wie Holger Bachthaler den Verlust seines Top-Scorers kompensieren will

Der bayerische Fußball-Regionalligist startet mit einem Derby in die Restsaison. Auf ein Tabellenziel möchte sich Trainer Holger Bachthaler nicht festlegen.
Von
Elias Hoffmann
Illertissen
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Fußball: Sportfest in Illerrieden mit Charity-Spiel FV Illertissen gegen FV Ravensburg, Holger Bachthaler

Hat den FV Illertissen im Winter verlassen: Top-Scorer Milos Cocic (Mitte). Wie Cheftrainer Holger Bachthaler den Abgang kompensieren und wie er die restliche Rückunde in der Fußball-Regionalliga Bayern angehen will.

Samuel Tschaffon
  • FV Illertissen startet nach 91 Tagen Pause am Samstag (28. Februar/14 Uhr) gegen FC Memmingen.
  • Trainer Bachthaler: gute Vorbereitung, aber Testspiele und Serie von 12 ohne Niederlage „nicht relevant“.
  • Derby-Brisanz: Ex-FVI-Mann Serge Ahrens ist seit Donnerstag Sportvorstand in Memmingen.
  • Tabellenziel: Sportdirektor nennt Platz zwei, Bachthaler lehnt feste Zielvorgabe ab.
  • Top-Scorer Cocic weg (zu FC Vaduz); Ersatz intern: Pfaumann, Milic, Hausmann.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Endlich neigt sich die Vorbereitung dem Ende zu. Nach 91 Tagen Winterpause steht für den FV Illertissen am Samstag (28. Februar/14 Uhr) wieder ein Pflichtspiel an in der Fußball-Regionalliga Bayern. „Man spürt es schon die ganze Woche: Jeder ist froh, dass es wieder in den normalen Wettkampf um Punkte geht“, sagt Cheftrainer Holger Bachthaler.

Seit Mittwoch trainiert der Kleinstadtklub wieder auf Rasen, zuvor musste das Team witterungsbedingt auf den Kunstrasenplatz ausweichen. Insgesamt könne man trotz der schwierigen Verhältnisse von einer guten Vorbereitung sprechen, meint Bachthaler. Unter anderem den Südwest-Viertligisten TSG Balingen schlug seine Mannschaft souverän mit 4:0.

FC Memmingen kommt ins Vöhlinstadion

„Ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass das jetzt keine große Relevanz hat“, meint der 50-Jährige. Genauso wenig wie die Ungeschlagen-Serie von zwölf Spielen in Folge, die noch immer anhält. „Es ist schön zu wissen, dass wir die Qualität haben, über so einen langen Zeitraum in der Regionalliga ungeschlagen zu bleiben“, meint der Coach. „Aber am Samstag beginnt ein neues Spiel.“

Obendrein handelt es sich nicht um irgendeine Partie: Es ist ein Derby. Der FC Memmingen ist zu Gast im Vöhlinstadion. Beim nur etwas mehr als 30 Kilometer entfernten Klub ist seit Donnerstagabend Serge Ahrens als Sportvorstand tätig. Zuvor war er bis Anfang des Jahres zehn Jahre lang beim FV Illertissen tätig gewesen.

Der FVI hat aber aus anderen Gründen noch eine Rechnung offen mit dem Allgäu-Klub. Im Hinspiel gewannen die Memminger 3:2, auch gegen die anschließenden Gegner SpVgg Unterhaching (7. März) und Wacker Burghausen (14. März) setzte es in der Hinrunde Niederlagen. „Das ist die Herausforderung und der Anreiz, jetzt den einen oder anderen Punkt mehr einzufahren“, sagt Bachthaler.

Schließlich formulierte Sportdirektor Jochen Schmitt ambitionierte Ziele. Vor kurzem sprach er gegenüber der SÜDWEST PRESSE vom zweiten Tabellenplatz, der potenziellen Qualifikation für die erste DFB-Pokalrunde. „Ich persönlich halte nichts davon“, meint hingegen Bachthaler. „Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir am Ende zwingend Platz zwei einnehmen müssen.“

Wie der FV Illertissen Milos Cocic ersetzen will

Klar ist: Der FV Illertissen stellt erneut keinen Lizenzantrag für die 3. Liga, ebenso wie der derzeitige Tabellenführer 1. FC Nürnberg II. Um die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gegen den Meister der Regionalliga Nordost streiten sich damit voraussichtlich Unterhaching und die Würzburger Kickers.

Der FVI, derzeit Vierter, wäre mit einem vorderen einstelligen Platz wohl zufrieden, dem dann Zwölften im 13. Regionalliga-Jahr. Sportlich muss der Klub dafür aber den Abgang von Top-Scorer Milos Cocic (zum FC Vaduz) verkraften. „Milos hat eine prägende Rolle für uns eingenommen. Er hat sich zum überdurchschnittlich guten Regionalligaspieler entwickelt“, sagt Bachthaler, der sich im Verbund mit Schmitt aber gegen eine Lösung auf dem Transfermarkt entschieden hat. „Mit Luis Pfaumann, Denis Milic und Daniel Hausmann haben wir genügend Spieler, die in diese Rolle reinwachsen können. Das trauen wir denen zu.“