Niederlande gegen Deutschland: Remis für DFB-Team nach turbulentem Spiel in Amsterdam

Jamal Musiala (M) versucht in dieser Szene, den Niederländer Jan-Paul van Hecke auszuspielen.
Federico Gambarini/dpaMit Deniz Undav vom VfB Stuttgart in der Startformation hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen Punkt im Nations-League-Spiel in den Niederlanden geholt. Drei Tage nach dem deutlichen 5:0 gegen Ungarn kam die DFB-Auswahl am Dienstagabend in Amsterdam zu einem verdienten 2:2 (1:2).
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte seine Startformation im Vergleich zum Ungarn-Match auf einer Position geändert. Niclas Füllkrug (Achillessehnenprobleme) musste verletzt passen. Er reiste bereits am Nachmittag ab. Für den Stürmer von West Ham United durfte Stuttgarts Deniz Undav ran. Der 28-Jährige, den der VfB im Sommer von Brighton & Hove Albion fest verpflichtet hatte, rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen. Er agierte in vorderster Front sehr beweglich, zeigte sich spielfreudig, schoss ein Tor und leistete die Vorarbeit zu einem weiteren.
Es war eine packende, turbulente und zuweilen auch hochklassige Begegnung in der Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam, in der die Gastgeber stark begannen und die deutsche Mannschaft überraschte. Schon nach zwei Minuten lag die Elftal vorne. Tijjani Reijnders lief nach Pass von Ryan Gravenberch alleine auf Marc-André ter Stegen zu und ließ dem deutschen Schlussmann keine Chance. Da sah die deutsche Innenverteidigung schlecht aus.
Die Nagelsmann-Schützlinge ließen sich von dem frühen Rückstand nicht beeindrucken. Sie rissen das Geschehen an sich, hatten deutlich mehr Ballbesitz, mussten aber bei den schnellen Kontern der Niederländer mächtig auf der Hut sein. Die Innenverteidiger Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck wackelten mitunter bedenklich, hatten vor allem mit dem wuchtigen Mittelstürmer Brian Brobbey ihre liebe Mühe und Not. Sie bekamen den Zielspieler des Gegners einfach nicht in den Griff.
Zwei-, dreimal hatte die DFB-Elf Glück, die ihrerseits aber auch gefährlich war und die Niederländer mit ihren schnellen Ballstafetten beschäftigte. Ein Ballgewinn von Kai Havertz führte zum verdienten Ausgleich. Zunächst scheiterte Florian Wirtz am toll reagierenden Keeper Bart Verbruggen, den Nachschuss verwertete Deniz Undav dann gekonnt volley und mit links zum 1:1 (38.). Noch vor dem Pausenpfiff erhöhte Joshua Kimmich für den Gast. Nach beherztem Einsatz von Deniz Undav musste der neue Kapitän den Ball nur noch über die Linie schieben (45+3).
Am Ende fehlen die Kräfte
Nach dem Wiederanpfiff drückten die Gastgeber mit Macht und Erfolg auf den schnellen Ausgleich. Jamal Musiala verlor den Ball leichtfertig am eigenen Strafraum, Nico Schlotterbeck konnte den unermüdlichen Brobbey nicht am Flanken hinten. Denzel Dumfries sagte Danke und traf. Es stand 2:2, und es waren erst 51 Minuten gespielt.
In der Folge waren die Niederländer etwas spielbestimmender. Die deutsche Elf, bei der der frühere Stuttgarter Kapitän und Abwehrboss Waldemar Anton (jetzt Borussia Dortmund) für den gelb-rot-gefährdeten und diesmal unglücklich agierenden Jonathan Tah aufs Feld kam, hielt tapfer und mutig dagegen, musste jedoch Schwerstarbeit verrichten.
Am Ende fehlen die Kräfte
Im Verlauf der zweiten Hälfte befreite sich der Gast vom Druck, fand immer wieder den Weg hinein ins Angriffsdrittel. Kai Havertz und David Raum hatten jeweils den dritten deutschen Treffer auf dem Fuß beziehungsweise Fuß (52./71.). Es blieb beim leistungsgerechten Unentschieden, weil auch den Gastgebern in der Schlussphase etwas die Kräfte ausgingen.
Info Weiter geht es für die DFB-Elf in der Nations League am 11. Oktober mit einem Auswärtsspiel in Bosnien-Herzegowina. Drei Tage später am 14. Oktober empfangen die Deutschen in München die Niederlande zum Rückspiel.

