Nations League: Klartext von Kapitän Kimmich statt Jubiläums-Freude

Frust statt Finale: Joshua Kimmich.
Sven Hoppe/dpa- Joshua Kimmich kritisiert die deutsche Nationalmannschaft nach Halbfinal-Niederlage gegen Portugal.
- Trotz seines 100. Länderspiels ist Kimmich enttäuscht über das verpasste Finale der Nations League.
- Bundestrainer Nagelsmann teilt Kimmichs Ansichten und betont, dass das Team nicht bei 100% war.
- Deutschland spielt am Sonntag in Stuttgart um Platz drei gegen Spanien oder Frankreich.
- WM-Qualifikation startet am 4. September gegen die Slowakei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sein 100. Länderspiel hatte sich Joshua Kimmich wahrlich anders ausgemalt. Als strahlender Sieger. Mit dem Einzug ins Finale der Nations League. Doch nach dem 1:2 (0:0) im Halbfinale gegen Portugal hatte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der Nacht zum Donnerstag nichts zu feiern - sondern vielmehr einiges zu kritisieren.
Kimmich redete Klartext. „Wir haben es nicht geschafft, unsere Energie auf den Platz zu bringen. Man hat nicht gemerkt, dass wir eine Siegermentalität haben, dass wir eine gewisse Gier haben, dass wir ins Finale wollen“, kritisierte der 30 Jahre alte Bayern-Profi nach dem verpassten Spiel um den Titel gegen Europameister Spanien oder Frankreich am kommenden Sonntag erneut in München.
„Bitter“ sei das falsche Wort für die erste Niederlage seit dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien bei der Heim-EM 2024, meinte Kimmich. „Es war eine absolut verdiente Niederlage“, sagte er im ZDF-Interview.
„Müssen jeden am Limit haben“
Man müsse daraus „Lehren“ ziehen, mahnte der Anführer: „Wir müssen verstehen, wenn wir nicht bei 100 Prozent sind, können wir nicht gegen ein Topteam bestehen. Wir müssen jeden Spieler am Limit haben.“ Das war gegen Portugal absolut nicht der Fall. Zudem fehlten zu viele Topspieler verletzt.
„100 Länderspiele für Deutschland ist für mich schon etwas sehr Besonderes“, sagte Kimmich trotzdem zu seiner Jubiläums-Partie daheim in der Münchner Arena. Er bereitete mit einem feinen Chip-Ball immerhin auch das Kopfballtor von Florian Wirtz zum 1:0 vor. Danach kam aber ein totaler Bruch ins Team.
Nagelsmann: „Verdient nicht im Finale“
Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach von einer „großen Enttäuschung“ und teilte die Einschätzungen von Kimmich. Dieser habe auch in der Kabine nach dem Spiel vor der Mannschaft „ein paar wahre Worte“ gesagt.
„Wir sind verdient nicht im Finale“, sagte der Bundestrainer. „Der Schlüssel ist schon, dass wir 100 Prozent geben müssen. Dann können wir mit Topteams mithalten. Wir haben nicht die Galligkeit gehabt wie in den letzten Spielen.»
Statt um den Titel spielt die DFB-Auswahl nun an diesem Sonntag (15.00 Uhr) in Stuttgart nur um Platz drei gegen Spanien oder Frankreich. Vom Kapitän gab es noch vor der nächtlichen Rückfahrt ins Quartier in Herzogenaurach eine klare Ansage für das letzte Länderspiel der Saison: „Da können wir eine Reaktion zeigen.“
So geht es für die deutsche Elf weiter
Nach der Niederlage im Halbfinale der Nations League gegen Portugal spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag (15.00 Uhr) in Stuttgart um Platz drei. Gegner ist der Verlierer der Partie zwischen Europameister Spanien und Vize-Weltmeister Frankreich am Donnerstag (21.00 Uhr/ARD und DAZN).
Am 4. September startet die Qualifikation für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada mit dem Auswärtsspiel in der Slowakei. - Der Fahrplan der DFB-Elf im Überblick:
- 08. Juni: Deutschland - Spanien oder Frankreich in Stuttgart (Spiel um Platz der Nations League 15.00 Uhr)
- 04. September: Slowakei - Deutschland in Bratislava (WM-Quali/20.45 Uhr)
- 07. September: Deutschland - Nordirland in Köln (WM-Quali/20.45 Uhr)
- 10. Oktober: Deutschland - Luxemburg in Sinsheim (WM-Quali/20.45 Uhr)
- 13. Oktober: Nordirland - Deutschland in Belfast (WM-Quali/20.45 Uhr)
- 14. November: Luxemburg - Deutschland in Luxemburg (WM-Quali/20.45 Uhr)
- 17. November: Deutschland - Slowakei in Leipzig (WM-Quali/20.45 Uhr)
