Nationalmannschaft
: DFB-Elf nach Sieben-Tore-Gala souveräner Gruppensieger

Angeführt von den Wirbelwinden Florian Wirtz und Jamal Musiala gewinnt das deutsche Nationalteam mit 7:0 gegen Bosnien-Herzegowina und verwöhnt die Fans in Freiburg.
Von
Carsten Muth
Freiburg
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Deutschland - Bosnien-Herzegowina: 16.11.2024, Baden-Württemberg, Freiburg Im Breisgau: Fußball: Nations League A, Deutschland - Bosnien-Herzegowina, Gruppenphase, Gruppe 3, 5. Spieltag, Europa-Park Stadion, Deutschlands Florian Wirtz (2.v.r) jubelt mit den Teamkollegen über seinen Treffer zum 4:0. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zeigte sich torhungrig: die deutsche Mannschaft um Doppeltorschütze Florian Wirtz (Zweiter von rechts).

Tom Weller/dpa
  • Deutschland besiegt Bosnien-Herzegowina 7:0 und wird souveräner Gruppensieger in der Nations League.
  • Wichtige Tore: Musiala (2.), Kleindienst (23., 79.), Havertz (37.), Wirtz (50., 57.), Sané (66.).
  • Arena in Freiburg war mit 28.143 Zuschauern ausverkauft.
  • Nächstes Spiel: Dienstag gegen Ungarn in Budapest.
  • Doku über Heim-EM 2024 wird am 11. Januar auf RTL ausgestrahlt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bleibt in der Nations League auf Erfolgskurs. Die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann schlug am Samstagabend Bosnien-Herzegowina mit 7:0 (3:0) und steht nach dem Kantersieg schon vor dem letzten Spieltag als souveräner Gruppensieger fest. Den Einzug ins Viertelfinale des Wettbewerbs hatte die DFB-Auswahl bereits vor dem Spiel in der Tasche. Es war eine Gala des deutschen Teams vor 28.143 Zuschauern in der ausverkauften Arena des Bundesligisten SC Freiburg – gegen einen chancenlosen Gegner. Bosniens Nationalcoach, der frühere Bundesligaspieler Sergej Barbarez, musste die Überlegenheit der Hausherren anerkennen. Er outete sich als „Fan“ der DFB-Elf und sagte eine halbe Stunde nach dem Abpfiff. „Ich mag die Idee, wie sie spielen. Deutschland hat eine der besten Mannschaften der Welt, wir sind nur die Nummer 75. Es ist nicht einfach für meine junge Mannschaft, gegen einen solchen Gegner zu spielen.“

Die deutsche Elf begann stark und dominant, übte sofort Druck auf die Gäste aus – und lag nach noch nicht einmal zwei Minuten vorne. Kapitän Joshua Kimmich bediente seinen Münchner Klubkollegen Jamal Musiala, dessen gut getimter Kopfball ins Netz segelte. 1:0 für das DFB-Team, das alles im Griff hatte, den Ball schön laufen ließ. Die Gäste zogen sich weit zurück, standen tief, versuchten, den eigenen Strafraum abzuschirmen. Was gegen die mit Lust und Laune kombinierenden deutschen Kicker nicht wirklich gelang. Denn nach 23 Minuten lag die Kugel erneut im Kasten der Bosnier. Nach einem Schuss des omnipräsenten Robert Andrich lenkte Tim Kleindienst den Ball ins Tor. Für den Mittelstürmer aus Mönchengladbach war es der erste Länderspiel-Treffer. Anschließend verhinderte Torwart Nikola Vasilj zweimal gegen Kai Havertz und Jamal Musiala das 0:3 (25./31./33.).

„Ich bin zufrieden mit allem. Wir haben Chancen für zwölf Tore herausgespielt, das muss man erstmal schaffen, auch wenn wir heute keinen Topgegner hatten“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann hinterher. In Sachen Joshua Kimmich gab der Coach Entwarnung. Der Kapitän musste mit Sprunggelenkbeschwerden ausgewechselt werden. Nagelsmann sprach von einer „leichteren Kapselverletzung. Wir müssen mal abwarten“.

Keine Frage: Die Nagelsmann-Truppe war richtig gut drauf, auch weil Florian Wirtz auflaufen konnte. Der Jungstar von Meister Bayer Leverkusen hatte Anfang der Woche noch wegen eines Infekts kürzertreten müssen. Rechtzeitig zum letzten Länderspiel-Heimspiel des Jahres war der Flügelstürmer wieder fit. Bosniens Trainer Barbarez verzichtete auf Kapitän und Torjäger Edin Dzeko, der beim 2:1-Sieg der Deutschen im Vorrundenhinspiel den Anschlusstreffer erzielt hatte. Für den 38-Jährigen spielte Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart von Beginn an.

Baumann rettet vor der Pause

Das bosnische Abwehrbollwerk hielt dem deutschen Elan nicht stand. Treffer Nummer drei war in der 37. Minute fällig. Wirtz und Havertz spielten doppelten Doppelpass und dabei die halbe Abwehr schwindelig. Der überzeugende Havertz vollendete gekonnt. Der Profi von Arsenal London hätte vor der Pause locker einen Hattrick erzielen können. Kurz vor dem Halbzeitpfiff scheiterte der 25-Jährige nach Musialas Zuckerpass frei vor Schlussmann Vasilj  (43.). Fast wäre den Gästen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Anschlusstreffer geglückt. Doch Oliver Baumann war zur Stelle, rettete gegen Armin Gigovic mit dem Fuß und im Stile eines Handball-Torwarts. Baumann hütete wie ankündigt das deutsche Tor. Der in der Nähe von Freiburg, in Breisach am Rhein, geborene Keeper bestritt sein zweites Länderspiel.

Bedauernswerte Bosnier

Locker ließ die deutsche Mannschaft nach Wiederanpfiff nicht. Diesmal war Florian Wirtz an der Reihe, dessen wunderbare Freistoß-Bogenlampe zum 4:0 im bosnischen Tor einschlug (50.). Zehn Minuten später krönte der Leverkusener seine bärenstarke Vorstellung mit seinem zweiten Tor, einem Abstauber aus fünf Metern (57.).

Die Nagelsmann-Elf blieb Herr im Hause gegen bedauernswerte Bosnier, die immer mehr zum Spielball des viermaligen Weltmeisters wurden und nach 66 Minuten mit 0:6 zurücklagen. Der eingewechselte Leroy Sané schloss einen der vielen schnellen Angriffszüge mit etwas Glück ab. Den Schlusspunkt in dieser einseitigen Partie setzte erneut Tim Kleindienst, der die Kugel energisch über die Linie bugsierte (79.). Es war der siebte und letzte Treffer in einer einseitigen Begegnung, die die Fans im Breisgau begeisterte.

Weiter geht es für die DFB-Elf am kommenden Dienstag (20.45 Uhr). Dann steht in Budapest das letzte Gruppenspiel gegen Ungarn an.

Musiala-Entscheidung wohl in der Winterpause

Deutschland: Baumann – Kimmich (73. Koch), Tah, Rüdiger, Mittelstädt (58. Henrichs) – Andrich (58. Nmecha), Groß - Wirtz (58. Gnabry), Havertz, Musiala (58. Sané) – Kleindienst

Tore: 1:0 Musiala (2.), 2:0 Kleindienst (23.), 3:0 Havertz (37.), 4:0 und 5:0 Wirtz (50./57.), 6:0 Sané (66.), 7:0 Kleindienst (79.)

Zuschauer: 28.143 (ausverkauft)

Bayernstar Jamal Musiala könnte zum Jahreswechsel eine Entscheidung über seine Zukunft treffen. In der Winterpause werde man mehr wissen, sagte der Offensivstar des deutschen Rekordmeisters Bayern München dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Der Vertrag des Nationalspielers in München endet im Sommer 2026. Die Bayern wollen mit dem 21-Jährigen vorzeitig verlängern.

Umdenken beim DFB: Entgegen erster Ankündigungen wird es nach Angaben des Verbands nun doch eine Dokumentation über die deutsche Mannschaft bei der Heim-EM im vergangenen Sommer geben. Der Titel der Dokumentation lautet „Unser Team - Die Heim-EM 2024“. Der Film dokumentiere „den beeindruckenden Wandel einer Mannschaft, die mit Teamgeist und Leidenschaft zu einer wahren Einheit wurde, den EM-Titel im eigenen Land fest ins Visier nahm und mit mitreißendem Fußball die Herzen der Nation zurückeroberte“. Die Doku soll demnach am 11. Januar um 20.15 Uhr auf RTL und zum Abruf auf RTL+ ausgestrahlt werden.