Heidenheim gegen FC Bayern
: Was für ein Spiel! Heidenheim dreht ein 0:2, Schiri muss raus, Tuchel sieht Gelb

Spieler bei einem Fußballspiel auszuwechseln, gehört dazu. Doch dass der Schiedsrichter während der Partie gewechselt wird, ist selten. Beim Bundesligaspiel Heidenheim-Bayern ist es passiert.
Von
dpa
Heidenheim
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Heidenheimer Fans zeigen vor dem Spiel eine Choreographie.

Tom Weller

Beim Duell zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga ist am Samstag (06.04.2024) auch der Schiedsrichter ausgewechselt worden. Robert Schröder klagte über gesundheitliche Probleme, wie die Liga mitteilte. Er wurde zur zweiten Halbzeit durch den vierten Offiziellen Patrick Alt ersetzt. Da dieser sich erst noch bereit machen musste, begann der zweite Durchgang mit wenigen Minuten Verspätung.

Dem Spiel hat der Wechsel nicht geschadet, im Gegenteil: Nachdem die Bayern zur Halbzeit 2:0 führten, drehte Heidenheim nach dem Wiederanpfiff richtig auf und besiegte den Rekordmeister mit 3:2.

Trainer Tuchel sieht Gelb

Und eine weitere dramatische Szene gab es bei dem denkwürdigen Spiel: Bayern-Trainer Thomas Tuchel sah seine vierte gelbe Karte der Saison. Er hatte sich zu sehr über eine Schiedsrichter-Entscheidung beschwert. „Ich war ein einziges Mal auf meinen Beinen heute“, sagte Tuchel. „Ich habe alles im Sitzen gecoacht. Eine klare Fehlentscheidung auf der Seite, und dann gibt es sofort die Gelbe Karte.“ Besonders bitter: Tuchel ist für das nächste Spiel gesperrt. Diese Partie gegen den 1. FC Köln könnte bereits die Meisterschaft entscheiden: Verlieren die Bayern das Spiel gegen Köln, steht Bayer Leverkusen vorzeitig als neuer deutscher Meister fest. Der Werksclub spielt am Sonntag gegen Werder Bremen.

Heidenheim-Trainer verletzt sich beim Jubeln

Kleiner Wermutstropfen beim 1. FC Heidenheim: Trainer Frank Schmidt verletzte sich beim Jubeln. „Ich bin ja leider schon links gehandicapt. Dann bin ich weggerutscht und es ist hinten rechts reingefahren. Aber das ist ein schönes Gefühl, endlich mal wieder einen Muskelfaserriss, glaube ich, zu haben“, sagte der Trainer nach dem spektakulären 3:2-Erfolg des Aufsteigers gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister bei Sky. Zugleich rief der 50-Jährige seine Spieler ausdrücklich zu einer Party nach der Aufholjagd auf. „Wer heute nicht auf die Piste geht, den schmeißen wir raus“, meinte Schmidt lachend.

Der schwer kriselnde FC Bayern führte bei der Generalprobe für den Champions-League-Hit beim FC Arsenal nach Toren von Harry Kane (38.) und Serge Gnabry (45.) bereits 2:0. „Jeder in der Halbzeit hat gedacht, das Spiel ist vorbei. Und das habe ich genutzt, um die Mannschaft noch mal anzuzünden, und es hat funktioniert“, sagte Schmidt. Der Aufsteiger holte bereits 15 Punkte nach Rückständen, diesmal drehten Kevin Sessa (50.) und Doppeltorschütze Tim Kleindienst (51./79.) die Partie vor 15 000 Zuschauern zugunsten der Gastgeber und sorgten so für die Sensation.