Handball-EM: „Als wenn Bayern Münchens Fußballer gegen Cottbus gewinnen“ – Gislason kontert Hanning

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason kann der Kritik von Bob Hanning an den Leistungen der DBH-Auswahl bei der EM nicht viel abgewinnen.
Tom Weller/dpaDie Handball-Europameisterschaft in Deutschland ist vorbei. Die Zeit der Aufarbeitung ist gekommen.Dabei hat Bundestrainer Alfred Gislason die Kritik von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning an den Leistungen der DHB-Auswahl mit deutlichen Worten zurückgewiesen. „Von seiner Bewertung unserer EM-Leistung halte ich nicht allzu viel, weil er nicht objektiv ist. Er möchte sehr gern den Einsatz einiger Leute aus eigenem Interesse forcieren“, sagte der Isländer der „Sport-Bild“ und ergänzte: „Für mich ist Bob keine Koryphäe im Welthandball. Daher würde ich eher zuhören, wenn die Top-Trainer der Liga sich zu unserer Leistung äußern.“
„Als wenn Bayern Münchens Fußballer gegen Cottbus gewinnen“
Deutschland hat bei der Handball-EM im eigenen Land den vierten Platz belegt. Das Abschneiden sieht Bon Hanning kritisch. „Unterm Strich stehen vier Siege bei vier Niederlagen und einem Remis. Zieht man den Heimvorteil ab, bleibt nicht sehr viel. Mit Verlaub: Einen Sieg gegen Nordmazedonien abzufeiern, ist legitim. Im Prinzip aber so, als wenn Bayern Münchens Fußballer gegen Cottbus gewinnen“, hatte der Berliner Funktionär und frühere Vizepräsident des Deutschen Handballbundes in einer Kolumne für das Magazin geäußert.

Bob Hanning hat die Leistungen der deutschen Handball-Nationalmannschaft scharf kritisiert.
Andreas Gora/dpaWie gut ist der DHB-Kader?
Bundestrainer Gislason will seinem Team „keine Noten“ geben, hält den Kader aber für „gut und breit aufgestellt“. Das DHB-Team hatte bei der EM gegen die drei Großen Frankreich, Dänemark und Schweden sowie im unbedeutenden Hauptrundenspiel gegen Kroatien verloren. Besonders die Niederlage im Spiel um Platz 3 tat weh.
Bundesliga-Spitze für Verlängerung mit Gislason
Die Chefs der Handball-Bundesliga haben sich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Bundestrainer Alfred Gislason ausgesprochen. „Warum sollte man jetzt da etwas ändern? Das Team ist in dieser Aufstellung bereits jetzt erfolgreich und auf einem sehr guten Weg“, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker der Sport Bild. „Mit Platz vier bei der Heim-EM sei „gelungen, das herauszuholen, was man sich als maximale Zielvorstellung“ gewünscht habe.
Gislasons Vertrag läuft aus
Gislasons Vertrag läuft nach den Olympischen Spielen in diesem Sommer in Paris aus. Der Isländer hatte nach der EM betont, dass er mit dem Team weiterarbeiten möchte. „Ich habe signalisiert, dass ich das gerne mache, aber letztendlich entscheide ich das nicht“, sagte er. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat Gespräche nach dem Turnier angekündigt.
HBL wünscht sich Kontinuität
Auch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hofft auf Kontinuität beim DHB. „Schaut man sich die erfolgreichen Nationen an, stellt man fest, dass diese seit vielen Jahren auf denselben Trainer setzen und ein Spielsystem für sich entwickelt haben“, so Bohmann. Er gehe davon aus, „dass der DHB eine gute Entscheidung treffen wird“.
