Italiens Seriensieger machten mit den begeisterten Tifosi die Welle. Kurz feierte die Squadra Azzurra im Stadio Olimpico von Rom nach dem 1:0 (1:0) gegen Wales den perfekten Abschluss der EM-Vorrunde, dann hatte der viermalige Weltmeister auf seiner historischen Rekordjagd auch schon Wembley im Visier. London ist am Samstag mit dem Achtelfinale gegen Österreich oder die Ukraine die nächste Station auf dem Weg zum ersten EM-Titel nach 53 Jahren. „Besser hätte es nicht laufen können“, stellte Trainer Roberto Mancini zufrieden fest: „Wir wollten unbedingt gewinnen, das ist die Mentalität dieser Jungs.“
Sein Team, das er am Sonntag zum Vorrundenfinale komplett umkrempelte, mausert sich immer mehr zum Favoriten: Elf Siege in Serie ohne Gegentor sind schon beeindruckend, mit 30 Spielen in Folge ohne Niederlage aber stellten die Azzurri auch noch ihren Rekord aus den 30er-Jahren unter der Trainer-Legende Vittorio Pozzo ein.
Jubeln durften aber auch die Waliser um Superstar Gareth Bale. Trotz der Niederlage zogen die „Drachen“ als Tabellenzweiter ebenfalls in die K.o.-Runde ein und können von einem ähnlichen Coup wie bei der EM 2016 träumen, als sie sensationell ins Halbfinale vorgestoßen waren.
„Wir sind müde, aber stolz. Wir sind Zweiter, das ist richtig klasse“, sagte Bale, der seit 20 Monaten oder 1005 Minuten ohne Länderspieltor ist. Auch die Rote Karte für Ethan Ampadu wegen groben Foulspiels (55.) warf die Waliser nicht mehr auf den dritten Platz in der Gruppe A zurück, der bei weiteren Gegentoren gedroht hätte. So blieb es beim Treffer von Matteo Pessina (39.), aber auch einer weiteren bemerkenswerten Serie: Italien ist seit sage und schreibe 1055 Minuten ohne Gegentor – und damit nur noch 88 Minuten vom Rekord der Torwartlegende Dino Zoff zwischen 1972 und 1974 entfernt.
Trotz der zahlreichen Umstellungen dominierten die Gastgeber von Beginn an mit langen Ballstafetten. Die Briten konzentrierten sich meist auf die Defensive. Die Offensivbemühungen von Bale und Co. waren überschaubar, meist verloren sie schon im Aufbauspiel den Ball. Auf der Gegenseite sorgte Federico Chiesa für erste Aufregung im Strafraum (29.). Zehn Minuten später lenkte Pessina den Ball nach einem Freistoß von Verratti zur verdienten Führung ins Tor.
Nach einer Attacke gegen Bernadeschi sah Ampadu Rot  eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Ovidiu Hategan (Rumänien). Den Ausgleich verpasste Bale, der den Ball freistehend über das Tor drosch (75.).

Italien beginnt mit acht neuen Spielern

Italiens Fußball-Nationalelf ist am Sonntagabend mit acht frischen Spielern in das letzte EM-Gruppenspiel gegen Wales gegangen. Lediglich Torhüter Gianluigi Donnarumma, Verteidiger Leonardo Bonucci und Mittelfeldspieler Jorginho blieben aus der Startformation des 3:0-Siegs gegen die Schweiz noch übrig. Sein Comeback gab der zuvor lange verletzte Mittelfeld-Regisseur Marco Verrati.