Fußball-EM der Frauen 2029
: Zu teuer! Stuttgart zieht Bewerbung als Austragungsort zurück

EM-Stimmung im eigenen Land ist besonders. Auch Stuttgart wollte 2029 bei den Frauen dabei sein. Die Stadt sagt aber nein.
Von
dpa
Stuttgart
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Lea Schüller und Giulia Gwinn: ARCHIV - 09.08.2024, Frankreich, Dekine: Olympia, Paris 2024, Fußball, Frauen, Spiel um Platz 3, Spanien - Deutschland, Groupama Stadium, Giulia Gwinn (r) jubelt nach ihrem Tor zum 0:1 mit Lea Schüller. (zu dpa: «EM-Auslosung: DFB-Frauen droht England schon in der Gruppe») Foto: Laurent Cipriani/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Jubel bei den DFB-Spielerinnen Lea Schüller (links) und Giulia Gwinn. Jubeln möchten sie auch bei der EM 2029. Deutschland hat sich als Gastgeber beworben.

Laurent Cipriani/AP/dpa
  • Stuttgart zieht Bewerbung als Austragungsort der Frauen-EM 2029 zurück wegen Finanzierungsproblemen.
  • Gemeinderat stellt keine Finanzmittel bereit; mindestens 10 Millionen Euro wären nötig gewesen.
  • 15 Städte, darunter Berlin und München, hatten sich beworben; UEFA entscheidet im Dezember.
  • Alexander Wehrle kritisiert Entscheidung als verpasste Chance für Stuttgart als Sportstadt.
  • VfB Stuttgart setzt sich weiter für Frauen- und Mädchenfußball ein und hofft auf kommunale Unterstützung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stuttgart wird kein Austragungsort der Frauenfußball-Europameisterschaft 2029. Der Gemeinderat der Landeshauptstadt stellt keine Finanzmittel bereit, wie auf einer Sitzung entschieden wurde. Eigentlich hatte sich Stuttgart als Gastgeber-Stadt für die Frauen-EM in Deutschland beworben, wird die Kandidatur nun aber zurückziehen.

Mindestens zehn Millionen Euro hätten dafür wohl aufgebracht werden müssen, was wegen der aktuellen Haushalts- und Finanzlage aber bei mehreren Fraktionen im Gemeinderat Bedenken auslöste und zu keiner Mehrheit führte.

Mit Stuttgart hatten sich nach Angaben der UEFA 15 Städte für die Frauenfußball-EM in Deutschland 2029 beworben, darunter Berlin, München, Dortmund und Gelsenkirchen, aber auch Essen oder Rostock. Im Dezember entscheidet der europäische Verband, wer den Zuschlag für das Kontinentalturnier in vier Jahren bekommt.

Verpasste Chance

Diese Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen „mag kommunalpolitisch notwendig erscheinen, sendet jedoch ein falsches Signal“, sagte Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart. Sie sei eine verpasste Chance, „Stuttgart als bedeutende Sportstadt weiter zu positionieren – insbesondere im Sinne der Gleichberechtigung“.

Unabhängig von dieser Entscheidung setze sich der Fußball-Bundesligist weiter „voller Überzeugung“ für den Frauen- und Mädchenfußball ein und vertraue darauf, „dass die Stadt uns bei der Realisierung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Spiel- und Trainingsstätte im Neckarpark weiterhin unterstützt“.

Die Vergabe der Europameisterschaft soll im Dezember 2025 durch das UEFA-Exekutivkomitee erfolgen.