Eröffnungsspiel in München: 5:1! Deutschland gelingt Traumstart in die Heim-EM

Die deutsche Mannschaft hat Schottland im Eröffnungsspiel souverän geschlagen.
Tom Weller/dpaDer deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist ein überzeugender Start in die Heim-EM gelungen. Das spiel- und lauffreudige Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann bezwang am Freitagabend in München Schottland im Eröffnungsspiel der Europameisterschaft hochverdient mit 5:1 (3:0). Damit können die Deutschen im zweiten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch (18 Uhr) in Stuttgart schon die Weichen für den Einzug in das Achtelfinale stellen.
Deutschland bleibt nach dieser Partie in der bayerischen Landeshauptstadt auch im neunten Pflichtspiel gegen Schottland ungeschlagen. „Ich will, dass wir als Land vereint die deutsche Nationalmannschaft nach vorne peitschen, auch im Stadion. Es ist enorm wichtig. Wir müssen den Heimvorteil, den wir haben, auch irgendwie nutzen“, hatte der Bundestrainer vor dem Eröffnungsspiel gesagt. Nagelsmann sollte nicht enttäuscht werden. Die deutschen Fans peitschten die DFB-Auswahl kräftig nach vorne. Für ordentlich Rabatz sorgten jedoch auch die gut 10.000 schottischen Anhänger in der Münchner Arena. Vor allem zu Beginn war es ohrenbetäubend laut. Was für eine Atmosphäre. Es knisterte schon vor dem Anpfiff gewaltig, bei der kurzen Eröffnungsfeier, die bunt und feurig daherkam.
„Das war ein guter Start, es hat großen Spaß gemacht“, sagte Jamal Musiala, der als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde. Musiala sagte aber auch: „Wir lassen uns den Sieg aber nicht zu Kopf steigen.“
Aufstellung ohne Überraschung
Wie erwartet ließ Nagelsmann exakt jene Elf von Beginn an ran, die bereits vor einer Woche bei der EM-Generalprobe gegen Griechenland (2:1) sein Vertrauen genossen hatte. Also unter anderem mit dem in den vergangenen Wochen nicht immer sicher agierenden Manuel Neuer im Tor, Robert Andrich von Meister Bayer Leverkusen neben Mittelfeld-Mastermind Toni Kroos auf der Doppelsechs vor der Abwehr sowie Kai Havertz in der Spitze. Havertz‘ Konkurrent, Dortmunds Mittelstürmer Niclas Füllkrug, saß erst einmal auf der Bank.
Die deutsche Mannschaft begann sehr konzentriert. Sie nahm das Zepter sofort in die Hand, suchte und fand die Lücken in der schottischen Abwehr. Schon nach wenigen Sekunden tauchte Florian Wirtz alleine vor Keeper Angus Gunn auf, stand in dieser Szene aber wenige Zentimeter im Abseits. Wenig später hatte der Leverkusener mehr Glück. Von Rechtsverteidiger Joshua Kimmich klug bedient, schoss er flach aus 16 Meter Entfernung. Torwart Gunn streckte sich, lenkte den Ball an den Pfosten, von wo aus er die Torlinie überquerte. 1:0 für das DFB-Team (10.).
Ein perfekter Start. Und es wurde noch besser. Kapitän Gündogan spielte wunderbar Havertz frei, der legte schön zu Jamal Musiala ab. Der junge Münchner vollendete perfekt, knallte die Kugel unter die Latte – 2:0. Da waren erst 19 Minuten gespielt.
Deutschen kontrollieren die Partie
Die Nagelsmann-Schützlinge kontrollierten weiter das Geschehen. Toni Kroos verteilte die Bälle, vorne rochierten Wirtz, Havertz und Musiala, hinten packten die Abwehrhünen Antonio Rüdiger und Jonthan Tah beherzt zu. Die Schotten tauchten in den ersten 45 Minuten nicht einmal gefährlich vor dem Kasten Manuel Neuers auf.
Kurz vor der Pause erzielte Kai Havertz per Strafstoß sogar das 3:0 (45+1). Ryan Porteous hatte Ilkay Gündogan rüde gefoult. Der Abwehrmann vom FC Watford sah dafür die Rote Karte. Das Team von Coach Steve Clarke musste die zweite Halbzeit also in Unterzahl spielen.
Füllkrug fulminant
Bundestrainer Nagelsmann brachte zur Pause Pascal Groß für den bereits mit einer Gelben Karten belasteten Robert Andrich. Die deutsche Dominanz wurde nun noch deutlicher. Toni Kroos und Co. hatten alles im Griff. Die Schotten beschränkten sich auf Schadensbegrenzung. Jamal Musiala wirbelte weiter munter drauflos, Florian Wirtz hatte den vierten Treffer auf dem Fuß (58.). Für diesen war schließlich der eingewechselte Niclas Füllkrug zuständig (68.). Der BVB-Angreifer traf noch ein weiteres Mal, stand dabei allerdings im Abseits. Es wäre das 5:0 gewesen.
Kurz vor Schluss trafen dann tatsächlich die Schotten – dabei benötigten sie die Hilfe eines Deutschen. Rüdiger traf ins eigene Tor – 4:1 (87.). Auf der Gegenseite stellte Emre Can auf 5:1 (93+3). Der Traumstart der DFB-Elf in dieses Turnier war endgültig perfekt. So hoch hat eine deutsche Mannschaft noch nie bei einer EM gewonnen.
„Die Felle sind uns heute schnell davon geschwommen heute“, sagte ein gefasster schottischer Coach Trainer Steve Clarke in der Pressekonferenz. „Deutschland war exzellent heute.“ Für die Schotten geht es in der Gruppe A am Mittwoch (21 Uhr) in Köln gegen die Schweiz weiter.
Julian Nagelsmann war natürlich zufrieden, vor allem mit dem Beginn. „Wir haben extrem gute erste 20 Minuten gespielt“, sagte der Bundestrainer. Der Jubel in der Münchner Arena war groß. Die Zuschauer feierten die DFB-Elf. „Aber es war nur ein erster Schritt.“


