Deutschland gegen Bosnien-Herzegowina
: Doppelpacker Deniz Undav führt DFB-Team zum Sieg

Eine spielfreudige deutsche Mannschaft macht es beim 2:1 in Bosnien-Herzegowina am Ende unnötig spannend.
Von
Carsten Muth
Zenica/Ulm
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Bosnien-Herzegowina - Deutschland: 11.10.2024, Bosnien-Herzegowina, Zenica: Fußball, Nations League A, Bosnien-Herzegowina - Deutschland, Gruppenphase, Gruppe 3, 3. Spieltag, Stadion Bilino Polje, Deutschlands Deniz Undav (r) und Bosniens Ivan Basic kämpfen um den Ball. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Traf bereits vor der Pause zweimal: Deniz Undav (r).

Christian Charisius/dpa

Drittes Spiel in der Nations League, zweiter Sieg. Die neuformierte deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hat das Auswärtsspiel am Freitagabend in Bosnien-Herzegowina knapp mit 2:1 (2:0) gewonnen. Deniz Undav erzielte beide deutsche Treffer vor 13.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion Bilino Polje in Zenica, mit 115.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes.

Die deutsche Mannschaft war von Beginn an tonangebend. Sie kam nach 20 Minuten auf gut 80 Prozent Ballbesitz, ohne zunächst aus der deutlichen Überlegenheit Torgefahr entwickeln zu können. Die Gastgeber verteidigten konzentriert, sie gingen, angefeuert vom Publikum, aggressiv und leidenschaftlich in die Zweikämpfe, versuchten bei Ballgewinn schnell umzuschalten und die DFB zu überrumpeln.

Doch die Nagelsmann-Elf war bis auf wenige Ausnahmen auf der Hut. Sie ließ sich nicht ins Boxhorn jagen, kontrollierte Ball und Gegner, tat sich aber auf dem recht engen Platz erstmal schwer, zum Abschluss zu kommen.

Doch plötzlich ging es ganz schnell. Zunächst verfehlte Mittelfeldmann Pascal Groß aus 18 Metern nur knapp den bosnischen Kasten, dann schlug Deniz Undav gleich zweimal zu. Robert Andrich hatte den startenden Florian Wirtz bedient, der junge Offensivspieler von Meister Bayer Leverkusen den Ball klug zurück zum Angreifer des VfB Stuttgart gepasst. Undav vollendete flach und gekonnt. Die deutsche Elf führte 1:0  (30.), hatte anschließend Pech, dass Tim Kleindienst bei seinem Treffer knapp im Abseits stand (32.) – und kurze Zeit später wiederum reichlich Glück, als Undavs VfB-Klubkollege Ermedin Demirovic nur die Latte traf und den möglichen Ausgleich verpasste (35.).

Auf der Gegenseite –  es ging jetzt Schlag auf Schlag – war erneut Deniz Undav zur Stelle, der eine Hereingabe von Maximilian Mittelstädt aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte (36.). Das war das 2:0 und der erste Undav-Doppelpack im DFB-Trikot.

Im Vergleich zum 2:2 in den Niederlanden vor vier Wochen gab es fünf personelle Änderungen in der deutschen Mannschaft. Vor allem wegen der vielen verletzungsbedingten Absagen, die das DFB-Team jüngst ereilt hatten. Statt Marc-André ter Stegen (Tor), David Raum (linker Verteidiger), Kai Havertz und Jamal Musial (Offensive, alle verletzt) sowie Kevin Schlottebeck (Abwehr, Bank) durften Alexander Nübel, Antonio Rüdiger, Maximilian Mittelstädt, Serge Gnabry und Tim Kleindienst von Beginn an spielen. Der Stuttgarter Keeper Nübel und der Mönchengladbacher Mittelstürmer Kleindienst feierten ihre Debüts in der Nationalmannschaft.

Deutschland im Abseitspech!

Auch in der zweiten Hälfte stand Deniz Undav im Blickpunkt. Eine Direktabnahme des Stürmers nach Gnabry-Pass wurde von einem Bosnier geblockt, dann traf der Stuttgarter im Nachschuss (55./58.). Doch dieser deutsche Treffer zählte aufgrund einer knappen Abseitsposition ebenso wenig wie das vermeintliche Tor Gnabrys (68.).

Die klar unterlegenen Gastgeber kamen wie aus heiterem Himmel zum Anschlusstor. Kapitän Edin Dzeko überwand nach einer Ecke Torwart Nübel per Kopf (70.). Nun war das Spiel plötzlich wieder offen. Die Bosnier witterten Morgenluft.  Doch die deutsche Elf brachte den knappen Vorsprung ins Ziel.

„Am Ende soll man schon sehen, dass wir die bessere Mannschaft sind“, hatte der Bundestrainer vor dem Anpfiff bei RTL gesagt. Die Vorgabe lösten seine Schützlinge alles in allem recht souverän ein.

Weiter geht es für das DFB-Team in der Nations League am kommenden Montag (20.45 Uhr/ZDF). In der Münchner Allianz-Arena trifft die deutsche Elf dann auf die Niederlande.

U21 sichert sich das EM-Ticket

Die deutsche U21-Nationalelf hat sich vorzeitig für die Europameisterschaft im kommenden Jahr qualifiziert. Das Team von Trainer Antonio Di Salvo gewann am Freitag sein vorletztes Qualifikationsspiel vor 8586 Zuschauern in Regensburg gegen Bulgarien mit 2:1 (1:1) und sicherte sich als Gruppenerster sein Ticket für die Endrunde im Juni 2025 in der Slowakei.

Der Dortmunder Maximilian Beier (9.) und Nick Woltemade vom VfB Stuttgart (66., Foulelfmeter) trafen die U21 des DFB, die zum siebten Mal in Folge an einer EM teilnehmen wird.