Bußgeld für den SSV Ulm: Aufstiegsjubel zieht Strafe nach sich

Der Spieler der Saison, Léo Scienza, nahm nach dem Sieg über Viktoria Köln am 36. Spieltag ein Bad in der Menge. Der SSV Ulm hatte den Aufstieg geschafft, war Drittliga-Meister geworden. Doch die Feierlichkeiten im Stadion bestraft der DFB nun.
Matthias KesslerWas war das für eine Feier! Keine Sekunde war nach Abpfiff des Drittligaspiels gegen Viktoria Köln am 4. Mai 2024 vergangen, da stürmten die Fans von allen Seiten den Platz und feierten mit ihrem Klub den Durchmarsch in die 2. Bundesliga. Einzelne Anhänger zündeten Pyrotechnik, andere schnitten ein Rasenstück heraus und nahmen Tornetze mit. Diese Szenen bleiben Fans wie Spielern bis heute in Erinnerung.
Das hat nun ein Nachspiel. Wegen eines „unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger“ bittet das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den SSV Ulm 1846 Fußball mit 5000 Euro zur Kasse. Die achte Geldstrafe der Saison.
„Das Entzünden von pyrotechnischen Gegenständen stellt eine erhebliche Gefahr für die im Stadionbereich bzw. im Innenraum befindlichen Personen dar“, begründete der Kontrollausschuss des DFB seinen Antrag. Auch ein Platzsturm sei gefährlich, „derartige Handlungen“ deshalb verboten.

Die Fans feierten den Aufstieg des SSV Ulm am 36. Spieltag auch mit Pyrotechnik. Das bestrafte nun der Deutsche Fußball-Bund.
Matthias KesslerSSV Ulm stimmt DFB-Urteil zu
Der Verein steuerte sehenden Auges auf die Strafe zu, appellierte vor der Partie lediglich an die Vernunft der Fans, Tore, Trainerbänke und Co. stehenzulassen und den Rasen nicht zu zerpflücken. Einen Platzsturm nahm der Klub in Kauf. „Das lässt sich in so einem Fall nicht verhindern. Der Anlass war schon gerechtfertigt, dass man mit den Fans auf dem Platz feiert“, sagte SSV-Pressesprecher Max Rieck.
Der Verein hat dem Urteil daher zugestimmt, der Richterspruch ist damit „rechtskräftig“, teilte der DFB in seinem am Mittwochnachmittag (03.07.) veröffentlichten Schreiben mit. Von den 5000 Euro kann der Verein bis zu 1650 Euro für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Das wäre dem Verband bis zum Ende des Jahres, dem 31. Dezember 2024, nachzuweisen.
Auszug aus dem DFB-Strafenkatalog
Fest steht schon jetzt: Vergehen im Profi-Unterhaus sind teurer. Für das Abbrennen von Pyro sind in der 2. Bundesliga 600 Euro je Gegenstand fällig; 250 Euro mehr als in der 3. Liga. Ein Flitzer – der DFB nennt das „Eindringen auf das Spielfeld“ – kostet gar das doppelte: 2000 statt 1000 Euro.
Das DFB-Sportgericht reduziert eine Geldstrafe, je nachdem, ob und wie viele Täter der Klub identifizieren konnte. Allerdings kann sich der Betrag auch erhöhen. Das geschieht bei Spielunterbrechungen in Folge eines Vergehens. Schon bei einer einminütigen Unterbrechung steht es dem DFB frei, bis zu 20 Prozent mehr Geld zu verlangen.
Zweitligist SSV Ulm in der Vorbereitung
Auf solche Feinheiten im Regelwerk konzentriert sich der SSV Ulm 1846 Fußball derzeit nicht. Seit dem 1. Juli sind die Spatzen in Oberstaufen im Trainingslager. Die Wörle-Elf bereitet sich auf die kommende Zweitligasaison vor. Auf den ersten Gegner, den 1. FC Kaiserslautern. Acht Neuzugänge zählt der Zweitliga-Kader im Moment. Wohl mindestens zwei weitere sollen folgen.
Die Termine der Saisonvorbereitung 2024/25
- Sonntag, 23. Juni: Auftakt in die Vorbereitung mit Leistungs- und Laktattest (nicht öffentlich)
- Dienstag, 25. Juni, 10.30 Uhr: Erstes Mannschaftstraining als öffentliche Einheit auf dem Trainingsplatz der Profis hinter der Gegentribüne im Donaustadion.
- 1. Juli bis 7. Juli: Trainingslager in Oberstaufen
- Samstag, 6. Juli: Vorbereitungsturnier in Kempten
- Samstag, 13. Juli, 15 Uhr: Testspiel FC Basel (in Basel)
- Mittwoch, 17. Juli, 18 Uhr: Testspiel SpVgg Unterhaching (in Haching)
- Samstag, 27. Juli: Testspiel FC Ingolstadt (Spielort Ingolstadt, Uhrzeit offen)
- Sonntag, 28. Juli, 14.30 Uhr: Testspiel VfB Stuttgart II (Spielort Aitrach)
- 2. bis 4. August: Start 2. Bundesliga
- 4. August, 13.30 Uhr: Auftaktspiel des SSV Ulm gegen den 1. FC Kaiserslautern (Donaustadion)
.


