Einen passenderen Schluss hätte es kaum geben können. Dass es ein grausamer Kick war, der die kurze Ära der ungeliebten Montagsspiele vorerst beendet hat, konnten nicht einmal die Beteiligten bestreiten. „Es gab selten Spiele in der Fußball-Bundesliga, in denen so wenige Torschüsse kreiert worden sind“, gab Trainer Sebastian Hoeneß von der TSG Hoffenheim nach dem 0:0 gegen Bayer Leverkusen zu: „Ich kann nachvollziehen, dass es für den neutralen Zuschauer kein Leckerbissen war.“

Neuer Termin am Sonntag

Mit solchen „Leckerbissen“ am Montagabend ist es nun vorbei. Die Fans müssen sich ab der kommenden Saison an neue Anstoßzeiten gewöhnen. Statt der fünf Partien am Sonntag um 13.30 Uhr und der fünf Begegnungen am Montag um 20.30 Uhr werden die zehn Spiele, die zur Spielzeit 2017/18 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) als „Entlastungspartien für Europa-League-Starter“ eingeführt worden waren, am Sonntagabend um 19.30 Uhr ausgetragen.
Das hat zur Folge, dass das zweite Sonntagsspiel zukünftig um 17.30 Uhr statt wie bisher um 18 Uhr angepfiffen wird. Wer die Sonntagspartien vor dem Bildschirm verfolgen möchte, braucht ein DAZN-Abo. Die Partien sind ausnahmslos auf der Streaming-Plattform zu sehen, der Pay-TV-Sender Sky hat seine Rechte verloren.
Auch die 2. Liga wird ab der kommenden Spielzeit ihren Montags-Spielbetrieb einstellen. Am 10. Mai kommt es zur letzten Begegnung zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg. Zukünftig werden die Montagsspiele (insgesamt 31 Begegnungen) durch Partien am Samstagabend (20.30 Uhr) ersetzt, die weiteren Zweitliga-Begegnungen am Samstag werden eine halbe Stunde später als bisher um 13.30 Uhr angepfiffen.
Zudem werden am vorletzten Spieltag nicht mehr wie bisher alle Bundesliga-Partien parallel stattfinden, der Spieltag wird „normal“ mit unterschiedlichen Anstoßzeiten ausgetragen. Die neue Spielplan-Struktur orientiert sich hinsichtlich der Laufzeit an der Vergabe der Medienrechte und gilt daher erst einmal bis zur Saison 2024/25.
Der Wegfall der Montagsspiele, der von den Profiklubs bereits im November 2018 als Folge der massiven Fanproteste beschlossen worden war, darf als Erfolg für die Anhänger gewertet werden. Schließlich war gleich das erste reguläre Montagsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig im Februar 2018 zur Bühne für den Widerstand geworden.

Filzbälle und Klopapier

Mit Filzbällen und Toilettenpapier, aber auch Spruchbändern und Plakaten machten die Fans ihrem Unmut damals Luft. „Dass die Proteste dazu geführt haben, dass die Montagsspiele eingestellt werden, ist ein großer Erfolg für die Fanszenen“, sagte Helen Breit von der Fan-Organisation „Unsere Kurve“ im sid-Gespräch. Dieser Ansicht ist auch Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS): „Die Fans hatten einen großen Anteil daran, dass diese Spielansetzungen abgeschafft wurden.“
Der neue Bayer-Trainer Hannes Wolf kann „gut nachvollziehen, warum es den Termin in Zukunft nicht mehr gibt“. Er selbst finde „den Montagabend-Termin schwierig“, gab der ehemalige Stuttgarter VfB-Coach zu Protokoll. Vor Langweilern wie am Montag in Sinsheim wird allerdings auch der Sonntagabend keinen Schutz bieten.

Flick oder Salihamidzic? „Einer muss gehen“


Lothar Matthäus, Ex-Bayern-Star und Rekordnationalspieler, sieht keine gemeinsame Zukunft für Cheftrainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic in München. Die beiden „werden in der nächsten Saison nicht mehr zusammenarbeiten“, kommentierte der 60-Jährige jetzt in einer Kolumne. „Es muss und wird einer gehen.“

Der Rekordmeister solle aus Matthäus’ Sicht „versuchen, Flick zu halten. Selbst wenn er zur Nationalmannschaft möchte.“ Dafür müsse sich der Erfolgstrainer allerdings wohlfühlen. „Dies tut er aktuell offensichtlich nicht und wir alle wissen, woran oder an wem das liegt“, merkte der Weltmeister von 1990 an.