Qualifizierung Weiterbildung: Eine lohnende Investition in die Zukunft

Weiterbildungsmentoren sind Möglichmacher für die berufliche Weiterbildung.⇥Foto: Pormezz/adobe.stock
© Pormezz/adobe.stock.comDas Bundesbildungsministerium hat eine bundesweite Offensive für betriebliche Weiterbildung gestartet, um dem anhaltenden Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Unsicherheit und dem tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt zu begegnen.
Seit März laufen 35 neue Förderprojekte für Weiterbildungsmentorinnen und Weiterbildungsmentoren (WBM). Der Bund stellt dafür künftig jährlich rund acht Millionen Euro bereit. Ziel des Programms ist es, Beschäftigte systematisch für Weiterbildungen zu gewinnen und insbesondere jene Gruppen zu erreichen, die bisher nur selten an Qualifizierungsangeboten teilnehmen.
Im Mittelpunkt stehen vor allem geringqualifizierte Beschäftigte, die durch speziell ausgebildete Mentorinnen und Mentoren auf ihrem Weg zu mehr beruflicher Weiterbildung begleitet werden.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt spitzt sich zu
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter zuspitzt. Der Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft sich, während Digitalisierung, Automatisierung und Strukturwandel Berufsbilder in rasantem Tempo verändern. Viele Unternehmen stehen dadurch zusätzlich unter hohem Wettbewerbsdruck. Gerade kleinere und mittlere Betriebe haben oftmals Schwierigkeiten, passende Fachkräfte zu finden und ihre Beschäftigten frühzeitig auf neue Anforderungen vorzubereiten. Mit der Förderung soll deshalb ein neuer Zugang zu Weiterbildung geschaffen werden, der näher an den Beschäftigten und den betrieblichen Realitäten ansetzt.
Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte die besondere Rolle der Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren. Sie seien „Möglichmacher für die berufsbezogene Weiterbildung“. Besonders wichtig sei ihr Blick auf geringqualifizierte Beschäftigte, die Weiterbildung häufig nicht von sich aus in Anspruch nähmen. Die Mentoren sollen helfen, persönliche Hemmnisse ebenso abzubauen wie innerbetriebliche Hürden. Dazu gehören etwa Unsicherheit über den eigenen Nutzen, Angst vor Überforderung oder fehlende Informationen über passende Angebote. Mit einer niedrigschwelligen Ansprache, einer stärkenorientierten und passgenauen Beratung sowie einer kontinuierlichen Begleitung sollen die Beschäftigten ermutigt werden, sich auf Qualifizierungswege einzulassen.
Das Ministerium verspricht sich von dem Programm nicht nur mehr Weiterbildungsteilnahmen, sondern auch positive Effekte für die Betriebe selbst. Eine starke Weiterbildungskultur könne zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, größerer Motivation und einer verbesserten Leistungsfähigkeit der Beschäftigten führen. Damit soll die Offensive langfristig dazu beitragen, Betriebe krisenfester zu machen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken. Die Projekte sind auf eine breitere Verankerung von Weiterbildung im Arbeitsalltag angelegt und sollen möglichst praxisnah zeigen, wie Qualifizierung auch für bisher schwer erreichbare Beschäftigtengruppen gelingen kann.⇥pm

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