120 Jahre Bahnhöfle: Gäste dürfen ihre Seele baumeln lassen
Als 1906 die Eisenbahnlinie Gerstetten/Amstetten gebaut wurde, entstand das „Bahnhöfle Stubersheim“. Wie vielerorts brachte die Eisenbahnlinie in Stubersheim den Fortschritt. Die Albgemeinde gehörte vor 120 Jahren noch zum Oberamt Geislingen, ab 1938 zählte sie zum Landkreis Ulm, seit dem 1. März 1972 ist die Gemeinde ein Teilort von Amstetten. Allen Geschehnissen dieser Zeit hielt das Bahnhöfle stand.
Es dauerte aber nochmal fast drei Jahrzehnte, bis der Wirt Carsten Junginger das Bahnhöfle im Jahr 2000 übernahm. Seit diesen Tagen führt er den Gastro- und Hotelbetrieb.
Schmuck steht das Gebäude heute da – die einstige „Restauration mit Fremdenzimmer“, wie man damals gesagt hatte. Man sieht es dem Bahnhöfle in der Bräunisheimer Straße nicht an, dass es 120 Jahre auf dem Buckel hat. Das liegt auch an der frischen Fassade, die das Gasthaus im vergangenen Jahr bekam. Man spürt es: Stillstand gab es in dieser langen Zeit nie. Deshalb aber gibt es das beliebte Gasthaus auf der Albhochfläche immer noch.
„Die Einheimischen sagen, dass sie hier nicht ins Bahnhöfle gehen, sondern ins Hotel“, sagt Birgit Baur, Schwester des Wirts. Die Familie Junginger erwarb das Gebäude bereits 1995, damals unter Dieter und Armin Junginger – Vater und Bruder des heutigen Wirts Carsten Junginger.
Als gelernter Koch ist es ihm wichtig, genau die Gerichte auf den Tisch zu bringen, die seine Gäste so gerne mögen. Auf der Speisekarte steht unter anderem der allseits beliebte Zwiebel-Rostbraten. „Bei uns im Bahnhöfle wird frisch gekocht, mit regionalen und saisonalen Zutaten“, betont er. Bei ihm kocht eine Sauce noch 24 Stunden, die Suppe zieht genauso lang und die Spätzle sind selbstgemacht. All das ist Carsten Junginger wichtig. Er stehe für eine ehrliche Küche, sagt er, und der Zulauf seiner Gäste bestätige ihm, dass er es richtig mache.
Das Stubersheimer Bahnhöfle entwickelt sich noch immer weiter, machen seine Erzählungen klar. „Corona hat viele Gastronomen zur Strecke gebracht. Wir haben die Zeit gestärkt überwunden“, sagt er. 2022, also während der Pandemie, hat er das Albhotel Bahnhöfle gegenüber vom Stammhaus gebaut. Das Albhotel habe eine moderne Optik. Es bietet 14 Zimmer an, davon acht Doppel- und sechs Einzelzimmer. Der Wirt hat auf der Albhochfläche einen Erholungsort geschaffen, an dem die Gäste die „Seele baumeln lassen“ dürfen. Das Ferienhaus, eine Blockhütte, ist Teil des Portfolios und war bereits früher so erfolgreich, dass man sich entschloss, das Albhotel Bahnhöfle zu bauen.
Die Zeit der Pandemie war für die Branche allgemein schwierig. Junginger und sein Team wollten die Krise aber kreativ nutzen, um etwas Neues zu schaffen. Während der Kontaktverbote war ein Essen-Liefer-Service eine der Lösungen, die erfolgreich war. „Ich bin meinen Gästen sehr dankbar für die Solidarität in schwierigen Zeiten, aber auch für die Treue in den gesamten 25 Jahren“, sagt Carsten Junginger dieser Tage.
Er und sein Team seien stets auf das Wohl der Gäste ausgerichtet. Dafür sei aber auch eine gute Teamchemie nötig: „Ohne meine Schwester Birgit Baur, die überall mit einspringt und hilft, wäre dieser Erfolg nie möglich gewesen“, lobt der Gastronom. Seine Schwester hinterlasse überall ihre kreativen Spuren, ob im Außen- oder im Innenbereich des Stammeshauses und Hotel. Zusammen planen Bruder und Schwester derzeit die Renovierung des 2002 erbauten Wintergartens. Der lichtdurchflutete Raum sei ein beliebter Platz für Festlichkeiten, sagt er. Um die Tischdekorationen, Organisation und vieles mehr kümmert sich Birgit Baur. Die Streuobstwiese, die im Frühjahr prachtvoll blüht, liefert eine Traumkulisse vom Wintergarten und vom Biergarten aus.
Das Stubersheimer Bahnhöfle hat genug Platz, um 120 Personen im Haus zu bewirten. Im Biergarten dürfen weitere 80 Gäste das Essen und die Zeit dort genießen. In bequemen Gartenmöbeln sitzt man dort bei schönem Wetter gerne auch etwas länger im Freien.

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