Deutschland ist nicht das einzige Land in der Europäischen Union (EU), das zum 1. Juli mit einer Senkung der Mehrwertsteuer die durch die Corona-Pandemie kriselnde Wirtschaft ankurbeln will. Österreich hat beschlossen, die Mehrwertsteuer für Hotels, Gastronomie, Kultur und Medien vorübergehend auf fünf Prozent zu senken. Die Senkung soll bis zum 31. Dezember 2020 gültig sein.
Die Maßnahme soll auch den Mehrwertsteuersatz für Speisen und Getränke in der Gastronomie verringern. Die Regelung betrifft auch Fleischer, Bäcker und Konditoren, wenn sie Essen und Trinken verkaufen. Das österreichische Parlament, der so genannte Nationalrat, hat die Senkung der Mehrwertsteuer einstimmig beschlossen.

Urlaub in Österreich: Hygienemaßnahmen gelockert

Österreich hat auch Lockerungen der Hygienemaßnahmen beschlossen. Mitarbeiter in Hotellerie und Gastronomie benötigen keinen Mund-Nase-Schutz mehr. Buffets können auch für Gäste, die nicht übernachten, wieder angeboten werden – wenn besondere hygienische Vorkehrungen getroffen werden.
Weiterhin gilt allerdings, dass zwischen Besuchergruppen ein Meter Abstand eingehalten werden muss. Am Tisch selbst gilt das nicht.

Reisen nach Österreich ist uneingeschränkt möglich

Für geschlossene Gesellschaften entfällt die Regelungen zur Sperrstunde. Die Gastronomie darf ab 5 Uhr morgens öffnen.
Reisen in das südliche Nachbarland sind für fast alle Einwohner der EU, also auch für Deutsche, wieder uneingeschränkt möglich. Laut dem Auswärtigen Amt gelten nur noch für Portugal und Schweden andere Regelungen.

Stuttgart

Reisewarnung für Westbalkan

Anders die Situation für die Länder im Westbalkan. Angesichts steigender Corona-Zahlen in den Ländern hat Österreich für alle sechs Staaten eine Reisewarnung ausgesprochen. Ab sofort gelte wieder die höchste Stufe der Reisewarnung, sagte Außenminister Alexander Schallenberg in Wien. Urlaubsreisen nach Serbien, in den Kosovo, nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Montenegro seien unbedingt zu unterlassen, sagte Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) mit Blick auf die 530 000 Menschen in Österreich, die familiäre Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien haben. In Österreich gebe es bereits Corona-Fälle, die auf Reisende vom Westbalkan zurückzuführen seien, sagte Schallenberg. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigte intensive Kontrollen im Grenzraum an. Die Einreise sei nur mit negativem Corona-Test oder mit einer 14-tägigen Quarantäne möglich.