Nobelpreis Medizin 2020
: Das sind die Preisträger des Nobelpreises

Am Montag wurden die diesjährigen Preisträger des Medizinnobelpreises verkündet.
Von
SWP
Ulm
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Am Montag wurde der Medizinnobelpreis verliehen.

Fernando Vergara/dpa

Zum Auftakt der Nobelpreis–Bekanntgaben wurden am Montag die diesjährigen Preisträger in der Kategorie Medizin verkündet. Die Preisträger sind Harvey J. Alter (USA) Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice(USA) für ihre Entdeckung des Hepatitis–C-Virus.

Den ersten Nobelpreis für Medizin erhielt 1901 ein Deutscher: Der Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Als erste deutsche Frau erhielt Christiane Nüsslein–Volhard 1995 den Medizinnobelpreis. Sie wurde zusammen mit zwei us–amerikanischen Kollegen für ihre Forschung zur genetischen Regulation in der frühen Embyronalentwicklung ausgezeichnet.

Wegen Corona–Pandemie: Weniger Gäste bei Preisverleihung

Dotiert ist der Nobelpreis in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) pro Kategorie — das ist eine Million mehr als im Vorjahr. Nach dem oder den Auserwählten in der Kategorie Physiologie oder Medizin werden in den kommenden Tagen auch die Preisträger in Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaft bekanntgegeben. Wer für die jeweiligen Preise nominiert worden ist, wird von den Nobel–Institutionen traditionell 50 Jahre lang geheimgehalten.

Bei allen Verkündungen werden wegen der Coronavirus–Pandemie diesmal deutlich weniger Journalisten vor Ort dabei sein als üblich. Auch die Preisverleihungen in Stockholm und Oslo am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit–Erfinder Alfred Nobel, fallen im Corona–Jahr 2020 deutlich kleiner aus.

Die Preisträger des Medizinnobelpreises der vergangenen zehn Jahre

2019: William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA). Sie hatten herausgefunden, wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.

2018: Der US–Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

2017: Die US–Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.

2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling–System in Körperzellen entschlüsselt hat.

2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria–Wirkstoffs Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.

2014: Das norwegische Ehepaar May–Britt und Edvard Moser sowie John O'Keefe (USA/Großbritannien) für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.

2013: Thomas Südhof (gebürtig in Deutschland) sowie James Rothman (USA) und Randy Schekman (USA) für die Entdeckung von wesentlichen Transportmechanismen in Zellen.

2012: Der Brite John Gurdon und der Japaner Shinya Yamanaka für die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen Zustand.

2011: Bruce Beutler (USA) und Jules Hoffmann (Frankreich) für Arbeiten zur Alarmierung des angeborenen Abwehrsystems. Ralph Steinman aus Kanada entdeckte Zellen, die das erworbene Immunsystemaktivieren. Er war kurz vor der Verkündung gestorben und bekam den Preis posthum.

2010: Der Brite Robert Edwards für die Entwicklung der Reagenzglas–Befruchtung.