US-Politik
: Donald Trump will 9000 Migranten über Guantánamo abschieben

Noch diese Woche sollen Ausländer ohne Papiere aus den USA über das berüchtigte Lager Guantánamo abgeschoben werden. Unter den möglichen Betroffenen sind rund 800 Europäer, davon zwei aus Deutschland.
Von
Jonas Krauthansl,
dpa
Washington
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Guantánamo Bay soll als Zwischenstation zur Abschiebung von Migranten in ihre Heimatländer dienen.

Maren Hennemuth/dpa
  • Trump will 9000 Migranten über Guantánamo abschieben, darunter 800 Europäer, zwei Deutsche.
  • Überstellungen beginnen diese Woche, erste Migranten am 11. Juni nach Kuba.
  • Kritiker warnen vor Misshandlungen und Folter.
  • Lager Guantánamo dient als Zwischenstation zur Abschiebung.
  • Trump plant größtes Abschiebeprogramm der US-Geschichte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bereits Anfang Februar 2025 hat das US-Militär erste Migranten auf den Stützpunkt Guantánamo Bay gebracht. Nun will die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge deutlich mehr „kriminelle illegale Einwanderer“ ohne Aufenthaltspapiere über das Gefangenenlager abschieben. Die Überstellungen sollen nach Angaben des Nachrichtenportals „Politico“ und der Zeitung „Washington Post“ noch diese Woche beginnen, die ersten Migranten könnten bereits am Mittwoch, 11. Juni, nach Kuba gebracht werden.

Wie „Politico“ mitteilt, werden aktuell mehr als 9000 Menschen für eine mögliche Überstellung auf den US-Marinestützpunkt auf Kuba überprüft. Damit verschärft sich das Vorgehen der Grenzschutzbehörden rigoros. Zum Vergleich: Seit Februar sind rund 500 Migranten für kurze Zeit auf der Basis festgehalten worden. Die USA hatten beispielsweise 177 Menschen aus Venezuela, die an der US-Südgrenze aufgegriffen und vorübergehend in Guantánamo inhaftiert worden waren, nach Honduras ausgeflogen. Kritiker warnen davor, dass Migranten als Terroristen eingestuft und gefoltert werden könnten.

Trump droht: Mehr als 30.000 freie Betten auf Guantánamo

„Die meisten Menschen wissen dies gar nicht, aber wir haben auf Guantánamo 30.000 freie Betten“, drohte Präsident Trump Anfang des Jahres. Laut „Washington Post“ ist allerdings unklar, ob die Haftanstalt überhaupt genügend Platz für Tausende Menschen hat.

Das US-Außenministerium versuche deshalb, das für innere Sicherheit zuständige Heimatschutzministerium von der Idee abzubringen. Dennoch scheint Trump seine Drohung, die Zahl der Inhaftierten massiv zu steigern, nun in die Tat umzusetzen. Es wäre Teil seines Versprechens, das größte Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte zu starten.

Hunderte Bürger europäischer Staaten betroffen

Etwa 800 Bürger aus europäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Österreich, Polen und Italien sind unter den möglichen Betroffenen, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in den Vereinigten Staaten aufgehalten haben sollen. Das teilt die „Washington Post“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Behördenvertreter mit. Auch zwei Deutsche sollen auf einem Dokument gelistet sein. Das Lager soll als Zwischenstation zur Abschiebung in die Heimatländer dienen.

Berüchtigt ist der US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay vor allem wegen eines umstrittenen Gefangenenlagers, das die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet hatten. Früheren Angaben nach ist die bestehende Migranten-Einrichtung von dem berühmten Gefangenenlager getrennt.