TV-Duell vor Bundestagswahl
: Erste Umfrage zum Duell sieht Olaf Scholz leicht vorn

Olaf Scholz war beim TV-Duell etwas sympathischer – und kam bei Frauen besser an. Das ist das Ergebnis einer ersten Umfrage nach dem TV-Duell. Einen klaren Sieger gab es aber nicht.
Von
SWP, dpa
Berlin
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Scholz und Merz im TV-Duell

Scholz und Merz im TV-Duell von ARD und ZDF: Einen klaren Sieger gibt es laut einer ersten Umfrage nicht, aber dennoch leichte Punktgewinne.

Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa
  • TV-Duell zur Bundestagswahl: Kein klarer Sieger laut erster Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen.
  • Olaf Scholz kam bei 37% der Zuschauer besser an, Friedrich Merz bei 34%.
  • Frauen fanden Scholz sympathischer (43%) als Merz (29%), Männer bevorzugten Merz (40%).
  • Scholz überraschte positiv bei 47%, Merz bei 23% der Befragten.
  • Meinungen zu beiden Kandidaten blieben bei den meisten Zuschauern stabil.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das TV-Duell zur Bundestagswahl in ARD und ZDF endet laut einer ersten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen ohne klaren Sieger – aber mit leichten Vorteilen für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): In einer Befragung der Forschungsgruppe Wahlen gaben 37 Prozent der wahlberechtigten Zuschauer an, Scholz habe sich besser geschlagen als Merz, wie das ZDF mitteilte. 34 Prozent sahen den CDU-Chef vorn - 29 Prozent keinen Unterschied. Die Umfrage ist nicht für alle Wahlberechtigten Deutschlands, sondern nur für die Zuschauer des Duells repräsentativ.

Scholz kam für die Zuschauer demnach auch glaubwürdiger (42 Prozent) und sympathischer (46 Prozent) rüber. Merz konnte in den Kategorien Glaubwürdigkeit und Sympathie nur 31 beziehungsweise 27 Prozent der Befragten von sich überzeugen. Beim Thema Sachverstand unterschieden sich die beiden Kontrahenten aus Sicht der Zuschauer nicht, beide erhielten je 36 Prozent der Stimmen. 27 Prozent der Befragten konnten hier kein Unterschied ausmachen.

Scholz bei Frauen und Jüngeren vorn

Während Scholz bei Frauen besser ankam und 43 Prozent (Merz: 29 Prozent) der Zuschauerinnen von sich überzeugte, konnte CDU-Chef Merz mit 40 Prozent (Scholz: 30 Prozent) die Männer eher von sich überzeugen. Unter den jüngeren Befragten lag Scholz wiederum deutlich vorn: Von den 18- bis 34-Jährigen entschieden sich 47 Prozent für Scholz und nur 25 Prozent für Merz.

Einen hauchdünnen Vorsprung hatte Merz dagegen bei den 35- bis 59-Jährigen, die sich mit 35 Prozent für Scholz und 36 Prozent für Merz aussprachen. Ähnlich sah das Bild laut Umfrage bei den über 60-Jährigen aus: 34 Prozent sahen den Kanzler vorn, 36 Prozent Merz.

Kandidaten-Performance: Scholz für viele besser als erwartet

Was die Performance im Duell anging, konnte eher Olaf Scholz positiv überraschen: Für 47 Prozent hat Scholz die Erwartungen übertroffen, für 46 Prozent war sein Auftritt wie erwartet, und für sieben Prozent blieb der Bundeskanzler hinter den Erwartungen zurück. Die Performance von Merz war für 23 Prozent „besser als erwartet“, für 61 Prozent „so wie erwartet“ und für 16 Prozent „schlechter“ als im Vorfeld angenommen.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat für die Umfrage 1.374 zufällig ausgewählten wahlberechtigte Zuschauer des TV-Duells online und telefonisch befragt.

Söder sieht Merz als „eindeutigen Sieger“

Ungeachtet der Umfragedaten sahen Union und SPD sehen ihre Kanzlerkandidaten jeweils als Gewinner des TV-Duells. CSU-Chef Markus Söder sagte in der ARD-Sendung „Miosga“ am Sonntagabend, Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) sei für ihn der „eindeutige und klare Sieger“. Er habe auf die Angriffe von Amtsinhaber Scholz „souverän“ reagiert. SPD-Chef Lars Klingbeil lobte seinerseits Scholz' Auftritt und bezeichnete den Kanzler als „sehr faktenstark“.

FDP-Chef Christian Lindner schrieb im Online-Dienst X zu seiner Bilanz: „Merz bleibt ungewöhnlich blass zur Wirtschaftswende und ambivalent zu Grünen.“ Scholz wirke „dynamisch, aber abgekoppelt von dem, was in Wahrheit in seiner Regierung lief.“ Auch vom SPD-Amtsinhaber gebe es „keine Idee zur Wirtschaft“.

Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Britta Haßelmann, postete einen Wahlaufruf für ihren Kanzlerkandidaten Robert Habeck: „Jetzt oder Die!“, stand darauf zu lesen. „Sie haben mehr Auswahl als Merz und Scholz.“ Die Grünen hatten kritisiert, dass Habeck von ARD und ZDF nicht auch eingeladen wurde.

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht kritisierte das Auftreten von Scholz und Merz. „Scholz gegen Merz bedeutet: Wenig Wahl, viel Qual“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das war ein Ego-Duell zweier älterer Herren, um die Zukunft unseres Landes ging es kaum.“