Kronzeuge Cohen packt aus
: Habe Berichte für Trump unterdrückt

Neuer Höhepunkt im Schweigegeld-Prozess gegen Ex-Präsident Donald Trump: Kronzeuge Cohen steht im Zeugenstand - und packt aus.
Von
Philipp Staedele
New York
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Michael Cohen

Michael Cohen

Stefan Jeremiah/AP/dpa

Im Strafprozess gegen Donald Trump um Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin hat Kronzeuge Michael Cohen über seine Arbeit zur Unterdrückung von negativen Berichten gesprochen, so die Nachrichtenagentur dpa.

Cohen: Habe negative Berichte für Trump unterdrückt

Cohen sagte am Montag im Beisein Trumps bei dem Verfahren in New York aus, er habe dafür mit dem ehemaligen Herausgeber eines Boulevardblattes, David Pecker, zusammengearbeitet, wie im Gericht anwesende Journalisten am Montag in New York übereinstimmend berichteten.

Dabei sei es darum gegangen, dass „positive Geschichten über Herrn Trump, die von Vorteil wären“ von ihm und Pecker im Trump-nahen „National Enquirer“ verbreitet wurden. Andererseits habe er mit Pecker daran gearbeitet, negative Berichte, die Trump außereheliche Affären vorwarfen, zu verhindern. Dazu seien unter anderem die Rechte an diesen Geschichten gekauft worden, ohne diese jemals veröffentlichen zu wollen. Cohen bestätigte damit Peckers Aussage von Ende April.

Michael Cohen ist Kronzeuge im Prozess

Cohen wird als zentrale Figur gesehen, um eine direkte Verbindung zwischen dem heute 77-Jährigen und Schweigegeldzahlungen an Pornostar Stormy Daniels herzustellen. Mit der nicht illegalen Zusammenarbeit mit Pecker will die Anklage ihre Behauptung stützen, dass es Trumps Ziel war, seinen Wahlkampf vor negativen Berichten zu schützen, um bessere Chancen bei der Abstimmung im November 2016 zu haben. Dies soll einer möglichen Argumentation der Verteidigung entgegenwirken, dass es Trump bei der Zahlung an Pornostar Daniels lediglich darum gegangen sei, Schaden von seiner Familie abzuwenden.

Former US President Donald Trump looks on during his criminal trial for allegedly covering up hush money payments at Manhattan Criminal Court, in New York City, on May 13, 2024. Donald Trump's criminal trial in New York was expected to hear his former lawyer turned tormentor Michael Cohen testify Monday about his role in what prosecutors say was a cover up of payments to hide an affair. (Photo by Steven Hirsch / POOL / AFP)

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump im Gericht in New York.

Steven Hirsch/AFP

Was wird Trump vorgeworfen?

Die Staatsanwaltschaft in New York beschuldigt Trump, seine Aussichten auf einen Erfolg bei der Präsidentschaftswahl 2016 durch die Zahlung von 130 000 Dollar an die Pornodarstellerin Daniels verbessert haben zu wollen. Obwohl die Zahlung selbst nicht illegal war, soll Trump bei der Erstattung des Betrages an Cohen Unterlagen manipuliert haben, um den wahren Grund der Transaktion zu verbergen.

Welche Strafe droht Trump bei einer Verurteilung?

Dies ist der erste Strafprozess gegen einen ehemaligen Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Trump droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe, die auch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, oder eine Geldstrafe. Das Verfahren könnte sich auf den Wahlkampf in den USA auswirken. Trump, der im November erneut US-Präsident werden will, hat auf nicht schuldig plädiert.