Trotz drohenden Verbots
: Weißes Haus startet auf TikTok

Eigentlich müsste Tiktok nach der Rechtslage um die Zukunft in den USA bangen. Stattdessen bekommt die Video-App prominenten Zuwachs: das Weiße Haus. Im ersten Video wird Präsident Trump zelebriert.
Von
dpa
Washington
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Tiktok: ILLUSTRATION - 10.04.2025, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Das auf einem Bildschirm angezeigte Logo der Videoplattform TikTok, einer Social-Media-App des chinesischen Technologiekonzerns Bytedance, erscheint auf einem Display, in dem sich die US-amerikanische Flagge spiegelt. (zu dpa: «Trotz drohenden Verbots: Weißes Haus startet Tiktok-Account») Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Weiße Haus ist nun auf Tiktok – obwohl ein Verbot der App in den USA droht.

Jens Büttner/dpa
  • Weißes Haus startet trotz drohendem Tiktok-Verbot eigenen Account auf der Plattform.
  • Erster Clip zeigt Trump mit Zusammenschnitten und Slogan „Ich bin eure Stimme“.
  • Sorge in den USA: Tiktok könnte Daten an China weitergeben und Meinung manipulieren.
  • Gesetz forderte Tiktoks US-Verkauf bis Januar, Trump gewährte jedoch mehrfach Aufschub.
  • Trump nutzt die App mittlerweile, um junge Wähler im Wahlkampf zu erreichen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tiktok dürfte in den USA per Gesetz eigentlich gar nicht mehr online sein – dennoch hat Donald Trumps Regierungszentrale jetzt einen eigenen Account bei der Kurzvideo-App. Der erste Clip auf der neuen Seite des Weißen Hauses besteht aus Zusammenschnitten öffentlicher Auftritte des US-Präsidenten. Im Hintergrund ruft er: „Ich bin eure Stimme.“

Weil Tiktok dem in China ansässigen Bytedance-Konzern gehört, gibt es in den USA die Sorge, dass die chinesische Regierung über Tiktok an Daten amerikanischer Nutzer kommen und über die App die öffentliche Meinung im Land manipulieren könnte. Tiktok weist das zurück.

Ein im vergangenen Jahr beschlossenes Gesetz in den USA sah vor, dass die App dort vom Netz gehen sollte, falls nicht zumindest das US-Geschäft bis Januar verkauft wird. Trump gewährte Tiktok jedoch per Erlass eine mehrmonatige Gnadenfrist und verlängerte sie dann noch mehrfach. Das Gesetz sah nur einen einzigen Aufschub von 90 Tagen für den Fall aussichtsreicher Verkaufsverhandlungen vor. Einen Deal zum Tiktok-Verkauf, wie er vom Weißen Haus in Aussicht gestellt wurde, gibt es bis heute nicht.

Trumps Kehrtwende in seiner zweiten Amtszeit

Trump hatte in seiner ersten Amtszeit versucht, mit einer Verbotsdrohung einen Verkauf von Tiktok zu erzwingen, scheiterte aber an US-Gerichten. Jetzt gäbe es mit dem Gesetz eine solide rechtliche Basis für ein Verbot in den USA – aber Trump findet inzwischen, dass die App für ihn im Wahlkampf ums Weiße Haus nützlich war, vor allem um junge Wähler zu erreichen.