Technische Störung bei der Bahn
: Verkehrsminister Schnieder fordert Aufklärung

Zwei Stunden Stillstand in der Nacht, zahlreiche Reisende betroffen: Nach dem Zugfunk-Ausfall wird in der Politik über Sicherheitslücken und Software-Probleme bei der Bahn diskutiert.
Von
dpa
Berlin
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Funkstörung bundesweit bei Bahnverkehr: 23.06.2026, Hamburg: „Bundesweite IT-Störung behoben“ wird auf einer Anzeigetafel im Hamburger Hauptbahnhof angezeigt. Der Verkehr der Deutschen Bahn war wegen einer Funkstörung bundesweit eingestellt. Foto: Bodo Marks/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

„Bundesweite IT-Störung behoben“ wird auf einer Anzeigetafel im Hamburger Hauptbahnhof angezeigt. Der Verkehr der Deutschen Bahn war wegen einer Funkstörung bundesweit eingestellt.

Bodo Marks/dpa
  • Bundesweiter Zugfunk-Ausfall legte DB-Verkehr am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden lahm.
  • Kurz nach Mitternacht behoben, ab 0.30 Uhr fuhren erste Züge, der Betrieb lief schrittweise an.
  • Bahn nannte zunächst keine Details zur Ursache, sie wurde nachts identifiziert und rasch behoben.
  • Sicherheitsbehörden vermuten ein fehlerhaftes Update, Sabotage gilt laut rbb-Infos als unwahrscheinlich.
  • Verkehrsminister Schnieder und SPD-Politiker Zorn fordern rasche Aufklärung und bessere IT-Sicherheit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der bundesweiten Störung im Bahnverkehr wegen Problemen mit dem digitalen Bahnfunk fordert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine umfassende Aufklärung. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der Deutschen Bahn (DB) am späten Dienstagabend rund zwei Stunden lang für Stillstand gesorgt. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr Schritt für Schritt wieder an.

Die Bahn machte zunächst keine näheren Angaben zur Ursache der Störung. Diese sei in der Nacht identifiziert und rasch behoben worden, hieß es bei dem bundeseigenen Konzern. Es könnten aber noch keine Details genannt werden. Sicherheitsbehörden gehen nach rbb-Informationen nicht von Sabotage aus. Als Ursache werde ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn vermutet. Von einem Software-Update berichteten Bahnmitarbeitende auch dem SWR.

SPD-Politiker fordert rasches Handeln

Der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Armand Zorn, fordert rasche Maßnahmen. „Wenn eine technische Störung den Bahnverkehr in großen Teilen Deutschlands beeinträchtigen kann, dann muss schnell und umfassend gehandelt werden.“ Die Sicherheitsbehörden, die Bahn und das Bundesverkehrsministerium müssten die Ursache umgehend ausfindig machen und zeitnah die Sicherheit der Systeme verbessern.

Der bundesweite Ausfall des Zugfunks zeige einmal mehr, wie verwundbar Teile der kritischen Infrastruktur seien, betonte Zorn. „Ein reibungsloser und krisenfester Bahnverkehr ist für Millionen Menschen, Unternehmen und auch für die militärische Sicherheit unerlässlich. Der Bahnverkehr ist eine Frage der nationalen Sicherheit.“

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Tarek Al-Wazir (Grüne), fordert von der Deutschen Bahn nach den Ausfällen in der Nacht einen Zeitplan zur Modernisierung veralteter Systeme. „Die Störung von gestern Nacht zeigt, dass die Bahnsysteme durchaus veraltet sind und störungsanfällig“, sagte er vor einer Sitzung des Ausschusses, bei der auch Bahnchefin Evelyn Palla erscheint.

„Natürlich ist für uns die spannende Frage eher langfristig: Wie sorgen wir dafür, dass unsere Systeme widerstandsfähiger werden“, betonte Al-Wazir. Von Bahnchefin Palla wolle er wissen, wann die Systeme modernisiert werden sollen. „GSM ist das, was man heute 2G nennen würde und wir sind ja gerade beim Übergang von 5G auf 6G“, sagte er mit Blick auf das betroffene Bahn-Funksystem GSM-R.