Sorge vor Handelskrieg
: Trump lehnt Zoll-Deal mit der EU ab

Die Börsen sind wegen der US-Zölle weltweit unter Druck, doch Präsident Trump will hart bleiben. Der EU wirft er neben den Zöllen auch andere Schranken vor. China setzt der US-Präsident ein Ultimatum.
Von
dpa
Washington
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Die Zölle bleiben, sagt US-Präsident Trump.

-/POOL/AP/dpa
  • Trump lehnt Aussetzen der Zölle trotz Börsen-Talfahrt ab.
  • EU wird von Trump beschuldigt, US-Autoimporte durch strenge Regeln zu blockieren.
  • China erhält Ultimatum: bis 8.4. Gegenzölle von 34% zurücknehmen, sonst zusätzliche 50% Zölle.
  • China nennt US-Vorgehen Erpressung, will an Gegenzöllen festhalten.
  • Grüne fordern Extra-Bundestagssitzung wegen US-Handelskonflikt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

US-Präsident Donald Trump hat trotz der Talfahrt der Börsen ein Aussetzen der Zölle abgelehnt. „Nun, das haben wir nicht vor“, sagte Trump auf eine entsprechende Frage im Weißen Haus. Zuvor hatten Vertreter des Weißen Hauses entsprechende Spekulationen über ein Aussetzen der Zölle schon als Fake News bezeichnet.

Es gebe viele Länder, die mit den USA verhandeln wollten, sagte Trump bei einem Empfang für den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Er nannte den japanischen Ministerpräsidenten Shigeru Ishiba, mit dem er am Morgen gesprochen habe. 

Trump macht EU erneut Vorwürfe

Der EU warf er vor, ihre Autoindustrie nicht nur mit Zöllen, sondern mit Auflagen und Regeln abzuschotten. Sie seien geschaffen worden, um den Import amerikanischer Autos zu blockieren. Als Beispiel nannte er einen Test, bei dem eine Kugel aus 6 Meter Höhe auf ein Auto fallen gelassen werde, und wenn es dann eine Delle habe, dürfe es nicht in die EU verkauft werden. Ein deutsches Auto bekäme bei so einem Test auch eine Delle. 

Trump sprach von nicht-monetären Schranken, mit denen sich die EU abschotte. Die EU errichte Barrieren, die so streng seien, dass es unmöglich sei, sie zu erfüllen. Experten hatten dagegen erklärt, nicht Handelsschranken oder Zölle seien schuld am schwachen Abschneiden der US-Autobauer in Europa, sondern deren Modelle.

China „größter Übeltäter“

Der US-Präsident bekräftigte seine Ankündigung vom Morgen, dass er China mit weiteren Zöllen von noch einmal 50 Prozent belegen werde. Er reagierte damit auf Pekings angekündigte Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent. Trump betonte, er habe eine großartige Beziehung zu Präsident Xi Jinping und hoffe, dass es auch so bleiben werde. „Ich habe großen Respekt vor China, aber sie können das nicht einfach so machen.“ In einem Post hatte Trump China zuvor als „größten Übeltäter“ bezeichnet.

Trump gab der chinesischen Führung bei einem Termin im Weißen Haus bis Dienstag, 8.4., 12 Uhr Zeit, die von Peking verkündeten Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent wieder zurückzunehmen. Andernfalls werde er China mit zusätzlichen Zöllen von noch einmal 50 Prozent belegen, sagte Trump bei einem Empfang für den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Die neuen Zölle für China würden sonst am Mittwoch verhängt – an diesem Tag soll auch der zweite Teil des riesigen amerikanischen Zollpakets in Kraft treten.

China will an Gegenzöllen festhalten

Trotz scharfer Drohungen aus dem Weißen Haus will China an seinen Gegenzöllen festhalten. Sollten die USA ihrer Zollmaßnahmen weiter eskalieren, werde „China entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine eigenen Rechte und Interessen zu schützen“, teilte das chinesische Handelsministerium mit. Bestünden die USA weiterhin auf diesem Weg, werde „China sie definitiv bis zum Ende begleiten“, teilte das Handelsministerium mit. Das Vorgehen der USA sei „Erpressung“. China werde dies niemals akzeptieren.

Trumps Kurs sorgt weltweit für Verunsicherung. Die Märkte sind unter massivem Druck.

Grüne schlagen Beratungen im Bundestag vor

Angesichts der angespannten Lage mit den USA, schlagen die Grünen eine Bundestagssitzung noch in dieser Woche vor. Die beiden Fraktionschefinnen Britta Haßelmann und Katharina Dröge bieten ihren Kollegen aus Union und SPD an, gemeinsam eine Extra-Sitzung zu beantragen. Das Schreiben an Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.