Razzia bei Maximilian Krah: Büro in Brüssel wegen Spionageverdacht durchsucht

Ein Mitarbeiter von Krah sitzt derzeit wegen des Verdachts der Spionage für China in Untersuchungshaft.
Kay Nietfeld/dpaAm 22. April wurde Jian G., Mitarbeiter des AfD–Europaspitzenkandidats Maximilian Krah, festgenommen. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Spionage für China aufgenommen. Wie der Generalbundesanwalt berichtet, wurde jetzt das Büro des AfD-Politikers durchsucht.
Vorwurf: Spionage für China
Jian G. habe Hinweise über möglichen Aktivitäten chinesischer Nachrichtendienste in Deutschland geliefert, etwa gegen chinesische Oppositionelle und Hinweise zu Personen, Firmen und Gruppierungen mit möglichen Kontakten zu chinesischen Nachrichtendiensten. Acht Jahre später geriet er diesen Informationen zufolge aber wegen des Verdachts Doppelagent zu sein, selbst ins Visier der Geheimdienste. Krah selbst steht bislang nicht im Visier der Ermittler.
Jian G. versuchte Agent für Deutschland zu werden
Bekannt ist, dass Jian G. vor einigen Jahren versucht hatte, für den Bundesnachrichtendienst (BND) zu arbeiten, der lehnte jedoch eine Zusammenarbeit nach dpa–Informationen ab. Später wurde der Mann dem Vernehmen nach beim sächsischen Verfassungsschutz vorstellig. „Bild“ hatte unter Berufung auf Nachrichtendienst–Akten berichtet, der sächsische Verfassungsschutz habe G. 2007 als Informanten eingetragen.
Krah kannte mutmaßlichen Spion seit 2015
Krah kannte seinen ehemaligen Mitarbeiter Jian G., der wegen mutmaßlicher Spionage für China in Untersuchungshaft sitzt, nach eigenen Angaben seit weniger als zehn Jahren. „Also ich kenne meine ehemaligen Mitarbeiter seit 2015. Er war mit seiner Firma Mandant in meiner Anwaltskanzlei. Zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht AfD–Mitglied war“, sagte Krah in einem Video–Interview des AfD–nahen Youtube–Kanals „Neverforgetniki“. Krah war früher Mitglied der CDU und wechselte den Informationen auf seiner Internetseite zufolge 2016 zur AfD.
Maximilian Krah: Verbindungen auch nach Russland?
Krah machte zuletzt auch Schlagzeilen wegen möglicher Verbindungen nach Russland. Das FBI befragte ihn bereits letztes Jahr zu mutmaßlich russischen Zahlungen, wie jetzt bekannt wurde.
Quellen:
- Generalbundesanwalt Pressemitteilung: Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der geheimdienstlichen Agententätigkeit
- Generalbundesanwalt Pressemitteilung: Festnahme wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit
