Polit-Posse in Österreich: Sozi auf Pirsch mit Mega-Pleitier Benko – jetzt ist der Job weg

Ein Jagd-Ausflug mit Milliarden-Pleitier René Benko wurde dem österreichischen Sozialdemokraten Georg Dornauer Verhängnis.
ERICH SPIESS/AFP- Sozi-Politiker Georg Dornauer musste nach Jagdausflug mit Milliardär René Benko zurücktreten.
- Foto mit erlegtem Hirsch und Jägerhut führte zur "Benko-Jägerhut-Affäre".
- Dornauer trug "Beutebruch" trotz Jagdverbot, behauptet aber, nicht geschossen zu haben.
- Dornauer blieb als Abgeordneter, trat jedoch von Führungsrollen zurück.
- Benko ist bekannt für Privatinsolvenz und Skandale; Kritik auch aus Dornauers Partei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
So schnell kann es kommen: Man geht auf Jagd mit dem österreichischen Milliarden-Pleitier René Benko, posiert mit einem Jägerhut auf dem Kopf vor einem toten Tier, vergisst dabei offenbar, dass man ein Jagdverbot hat – und schon ist der Job in der Politik weg. So geschehen mit Georg Dornauer, der bis Mittwoch Chef der sozialdemokratischen SPÖ in Tirol und Vize-Regierungschef war. Jetzt ist er es nicht mehr. Der Druck wegen der seit Wochenbeginn in Österreich heiß besprochenen Benko-Jägerhut-Affäre wurde zu groß. Dornauer, 41 Jahre alt, hat seine Posten geräumt.
Aber von vorne: Sozialdemokraten, so möchte man meinen, kümmern sich um die Interessen der kleinen Leute. Dann aber knallte es gehörig wegen eines Fotos, das die Boulevardzeitung Krone auf der ersten Seite druckte: Es zeigt Georg Dornauer über einem erlegten Hirsch und mit der Hand an dessen Geweih. Auch sein Jagdfreund ist zu sehen, er schaut freundlich in die Kamera – René Benko.
Benko steckt in der Privatinsolvenz
Dieser ist bekannt wegen seines einstigen Milliardenvermögens und einem ziemlich größenwahnsinnigen Lebensstil mit Protz-Villen, eigenem Jet und Luxus-Yacht. Bis sein ganzes verschachteltes Immobilienreich zusammenkrachte. Er hinterlässt Bauruinen in vielen Städten, auch in Deutschland, Mitarbeiter wurden entlassen, Benko steckt in der Privatinsolvenz. Lässt es sich aber ansonsten noch ganz gutgehen.
Kein angemessener Umgang für einen Sozi. Das meinten nicht nur die politische Konkurrenz, sondern auch Parteigenossen. Innsbrucks SPÖ-Vizebürgermeisterin Elisabeth „Elli“ Mayr wurde zitiert: „Für mich ist das Maß voll.“ Benko habe Österreich „um so viel betrogen“, dass man mit so einem „weder lustwandeln noch auf die Pirsch gehen kann“.
Illegal ein Tier geschossen?
Eine weitere Frage bezog sich auf Dornauers Jagdhut. Daran trug er den „Beutebruch“. Das ist der abgebrochene Zweig eines Nadelbaums, der zeigt, dass der Hutträger das Tier erlegt hat. Dem SPÖ-Mann wurde aber gerichtlich ein Jagdverbot erteilt. Denn er hatte 2019 sein Gewehr ungesichert auf dem Rücksitz seines Autos liegen gelassen, das Fenster offen.
Dornauer sagte nun, er habe gar nicht geschossen, sondern nur den Hut aufgezogen und „Jagdluft schnuppern“ wollen. Was für einige Erheiterung sorgte. Armin Wolf, prominenter Moderator der Nachrichtensendung „ZiB2“ im ORF, zog sich etwa vor der Kamera einen Jägerhut auf. Der Fasching habe ja begonnen, meinte er. „Ich gehe heute als Jäger – natürlich ohne zu schießen.“
Lange Vorgeschichte mit Skandälchen
Sozialdemokrat Andreas Dornauer ist immer wieder auffällig geworden. Ende 2018 etwa hatte er im Parlament in einer Rede gesagt, er wolle sich die Landesrätin „nicht in der Horizontalen vorstellen“. Es hagelte Sexismus-Vorwürfe, auch aus der SPÖ. Bekannt ist er für Querschüsse gegen die eigene Parteispitze. Das musste die einstige Chefin Pamela Rendi-Wagner ebenso erfahren wie ihr aktueller Nachfolger Andreas Babler.
Auch lässt sich Dornauer gerne fotografieren mit seiner Partnerin Alessia Ambrosi. Diese ist Parlamentsabgeordnete in Italien und gehört der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia von Regierungschefin Giorgia Meloni an. In der SPÖ hält sich die Begeisterung über diese Liaison in Grenzen.
Nach der Benko-Jägerhut-Affäre reichte es dem Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) jedenfalls mit seinem Vize: Es sei an der Zeit, sagte er, „solche unangemessenen Eskapaden und Blödheiten zu unterlassen“. Dornauer will nun immerhin sein einfaches Abgeordnetenmandat behalten. Und legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht „zurück“, sondern „zur Seite“ tritt.: Krone

